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iCloud+: Privatsphäre-Update für Apple Mail gefährdet Newsletter-Geschäft

Wie bereits auf der WWDC angekündigt, beinhaltet iCloud+ viele neue Features zum Schutz der Privatsphäre. So zum Beispiel auch erweiterte Datenschutz-Funktionen für Apple Mail, die zwar Vorteile für Nutzerinnen und Nutzer bieten, aber auch das Geschäft von Herausgebern von Newslettern bedrohen.

In den letzten Jahren haben Autorinnen und Autoren von Online-Content vermehrt darauf gesetzt, ihre Beiträge in Form von E-Mail-Newslettern an ihre Leserschaft zu senden, statt diese direkt auf einer Webseite zu veröffentlichen. Um hiermit jedoch ebenfalls Einnahmen erzielen zu können, entscheiden sie sich oftmals dafür, Werbeanzeigen in ihren E-Mails zu schalten. Für diese werden sie dann von Firmen bezahlt auf Grundlage dessen, wie viele Menschen den Newsletter gelesen haben.

Dieses Konzept funktioniert allerdings nur so lange, wie die Urheber der Werbeanzeigen nachverfolgen können, wie oft der Newsletter auch wirklich aufgerufen wurde. Dies geschieht mithilfe sogenannter Tracking Pixels, also einer winzigen Grafik, die in eine E-Mail eingebettet wird. Sobald die E-Mail geöffnet wird, laden Mail-Apps wie Apple Mail diese Grafik von einem Server herunter und verwenden dabei einen Link, der für jeden Abonnenten einzeln generiert wurde. Daher können Werbetreibende immer einsehen, wie viele Menschen die Werbung tatsächlich sehen.

Tracking Pixels werden künftig nicht mehr gedownloadet

Demnächst wird ihnen der Zugang zu diesen Daten jedoch verwehrt, zumindest für Nutzerinnen und Nutzer mit einem iCloud+-Abonnement. Denn das neue Privatsphäre-Feature für Apple Mail namens Mail Privacy Protection verhindert, dass Tracking Pixels gedownloadet werden. Somit wird es Herausgebern von Newslettern deutlich erschwert, hiermit Einnahmen zu erzielen.

Kleinere Herausgeber besonders gefährdet

Am härtesten trifft diese Änderung voraussichtlich kleinere Herausgeber, da es viel Geld kostet, E-Mail-Newsletter in großen Mengen zu versenden. Wenn also ein Teil der Leserschaft scheinbar den Newsletter plötzlich nicht mehr liest, ist es aus finanzieller Sicht am sinnvollsten, diesen Teil einfach von dem Adressenverzeichnis zu entfernen.

Nichtsdestotrotz scheinen kleinere Newsletter-Betreiber bisher keine Bedenken zu haben, dass ihnen Apples neues Privatsphäre-Feature das Geschäft ruiniert. Laut ihnen gebe es nämlich auch andere Methoden, anhand derer man die Nutzeraktivität messen könne.

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Ann-Kristin Stelter
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1 Kommentar zu dem Artikel "iCloud+: Privatsphäre-Update für Apple Mail gefährdet Newsletter-Geschäft"

  1. Steve 10. Juni 2021 um 10:35 Uhr · Antworten
    99% aller Newsletter enthalten Bilder irgendeiner Form, deren Download beim Anzeigen auf dem Server auf dem sie liegen registriert und ausgewertet werden kann. Die Industrie stellt sich einfach um, wie diese Links aufgebaut werden, findet Lösungen, und die Wellen rollen wieder. 🤷‍♂️
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