macOS High Sierra: Vorerst lieber auf APFS-Upgrade verzichten?

Apples neues Dateisystem APFS feiert im Herbst mit macOS High Sierra sein großes Debüt auf dem Mac. Als interessierter Nutzer will man natürlich direkt upgraden, aber wie sicher ist dieses Upgrade?

Mit dem Update auf macOS High Sierra wagt Apple im Herbst keinen kleineren Schritt als das Upgrade auf ein komplett neues Dateisystem. HFS+, seit 1998 im Einsatz, wird durch das Apple File System (APFS) ersetzt – zumindest ist diese Einstellung Standard während des Updates, sie lässt sich jedoch vorerst noch deaktivieren. Die Entwickler des Carbon Copy Cloner raten auf ihrem Blog nun genau dazu.

Noch kurz ein bisschen technischer Hintergrund: HFS+, selbst lediglich eine Weiterentwicklung von HFS, hat einige technische Grenzen, an die es in den kommenden Jahren stoßen wird, so ist zum Beispiel der Datumsbereich auf Daten bis 2040 begrenzt. Auch HFS ist nur eine Weiterentwicklung von MFS, dem Macintosh File System, und hatte diese Begrenzung bereits implementiert – 1984 hat man mögliche Probleme in fast sechzig Jahren einfach ausgeklammert.

“Ernste Sorgen über Ergebnis bei Millionen Upgrades”

Der Umstieg auf ein neues Dateisystem ist eine heikle Angelegenheit, iOS 10.3 hat mit iPhones im Frühjahr diesen Schritt vollzogen, hier hat Apple die Konvertierung vorher auf den Geräten geprobt. Das größte Problem mit dem Umstieg auf dem Mac sieht Mike von Carbon Copy Cloner in der unzulänglichen Dokumentation des neuen Dateisystems. Insgesamt umfassen Apples Dokumente dazu lediglich zehn Seiten, HFS+ kommt auf 59 Seiten mit detaillierten technischen Informationen.

Snapshots, eines der wichtigsten Features in APFS, werden in zwei Sätzen der Dokumentation als “existent” beschrieben, mehr Informationen sucht man dazu vergeblich. Kritisiert wird außerdem, dass Entwickler, so der Stand heute, keinen Zugang zu der Snapshot-Funktion bekommen und ihr Zugriff auf APFS damit an einer entscheidenden Stelle beschnitten wird.

Während das Upgrade auf APFS noch optional ist, empfiehlt Mike, darauf zu verzichten. Apple, so schreibt er in dem Post, versuche zu früh, das neue Dateisystem auf eine breite Masse an Macs auszurollen, die Vorstellung von Millionen Macs mit neuem Dateisystem in dem aktuellen Zustand von APFS bereite Mike ernste Sorge. Natürlich sei ein komplett neues Dateisystem eine große Herausforderung in der Entwicklung, gerade deswegen solle man es jedoch nicht zu früh forcieren.

Was denkt ihr dazu? Übertreiben die Entwickler von Carbon Copy Cloner mit ihrer Warnung, oder werdet ihr auch im Herbst das Update auf High Sierra ohne APFS-Upgrade durchführen?

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Yannik Achternbosch
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Yannik Achternbosch

28 Kommentare zu dem Artikel "macOS High Sierra: Vorerst lieber auf APFS-Upgrade verzichten?"

  1. Lukas K. 15. Juli 2017 um 11:13 Uhr · Antworten
    Apple ist ja auch mit Beats fast übervorsichtig geworden bevor eine finales Update bereitsteht. Daher glaube ich, dass der Apfel genau weiß wie es um das neue Dateisystem steht..
    iLike 2
    • apfelzoo 15. Juli 2017 um 16:56 Uhr · Antworten
      Was unser Lukas nicht alles weiss..
      iLike 1
    • apfelzoo 15. Juli 2017 um 16:57 Uhr · Antworten
      Waswas unser Lukas nicht alles weiss
      iLike 0
  2. Maik 15. Juli 2017 um 11:15 Uhr · Antworten
    Werde generell mit dem Update ein paar Tage warten, und gucken wie die Resonanz ist… wenn es überwiegend glatt läuft, mache ich es direkt mit apfs.. No Risk no Fun! 😉
    iLike 6
    • Unze 15. Juli 2017 um 13:19 Uhr · Antworten
      Bei mir hat es geklappt läuft recht flüssig
      iLike 0
  3. Olav 15. Juli 2017 um 11:18 Uhr · Antworten
    Mit ein wenig Vorsicht des Nutzers ( Backup) wird es schon klappen! Apple möchte bestimmt auch kein Risiko eingehen, User zu verprellen, deshalb wird es laufen. Beim Umstieg auf Intell Prozessoren ist ja auch erstmal eine Welt untergegangen 😊
    iLike 1
  4. Liam 15. Juli 2017 um 11:20 Uhr · Antworten
    Es sei zu früh und zu wenig dokumentiert? Das sind für mich keine ausreichenden Gegenargumente. 🤔
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  5. Florian 15. Juli 2017 um 11:51 Uhr · Antworten
    Mir hat es mit der ersten High Sierra Beta meinen iMac mit FusionDrive Eigenbau komplett zerlegt. Kann mich der Skepsis also anschließen. Jedoch sei gesagt, auf meinem MacBook mit SSD läuft seit der ersten Beta Alles reibungslos. VG!
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    • Jabada 15. Juli 2017 um 12:13 Uhr · Antworten
      Also ich denke mal, dass der Datenverlust am Fusion-Drive EIGENBAU lag.
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      • Florian 15. Juli 2017 um 13:13 Uhr ·
        Logisch. Deswegen steht da ja auch Eigenbau. Dennoch Daumen hoch für das gründliche Lesen!
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    • Kev 15. Juli 2017 um 19:34 Uhr · Antworten
      Liegt nicht am Eigenbau, sondern an der FusionDrive selbst. Derzeit sind nur reine SSD Macs kompatibel. Auch Offizielle Geräte, wie mein 5K iMac mit FusionDrive ist das neue Dateisystem nicht möglich.
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      • L 16. Juli 2017 um 12:04 Uhr ·
        Wenn dem so ist, muss Apple das Fusion Drive-Angebot vom Markt nehmen und endlich einheitlich SSDs anbieten, da HDDs einfach nicht mehr “state of the art” sind. Die Platten werden aktuell zwar noch zum Hebel für höhere Umsätze genutzt, aber sie sind weder zeit- noch marktgerecht. Ein angeblicher Innovationsführer muss hier reagieren.
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      • fr@nk 16. Juli 2017 um 18:31 Uhr ·
        sry aber bei mir (MacMini mit orig. FusionDrive) nun unter High Sierra Beta (unter APFS) läuft alles (außer GPG) einwandfrei 👍
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      • Kev 17. Juli 2017 um 05:56 Uhr ·
        In den ReleaseNotes steht auch nur, dass der iMac mit FusionDrive nicht kompatibel ist. Zumindest noch nicht. Ich denke, dass liegt daran, dass die 24GB FlashSpecher via PCI-E verbunden sind und die 1000GB „stink normal“ über S-ATA. Beim Mini bin ich mir nicht sicher ob da nicht nur eine S-ATA Hybrid Festplatte verbaut ist.
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  6. bmbsbr 15. Juli 2017 um 11:52 Uhr · Antworten
    OFFTOPIC – Hallo Apfelpager, beim Kommentieren mit der App ist es nicht nachvollziehbar, wohin der Kommentar kommt, wenn die Person, der man schreibt mehrere Kommentare geschrieben hat. Bitte mal überprüfen, da das sehr verwirrend ist. Danke!
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  7. CEO Manager 15. Juli 2017 um 12:40 Uhr · Antworten
    Komische Argumente. Zu wenig dokumentiert und zu früh? Mit solchen belanglosen Aussagen wird der Herr niemanden von dem Update mit dem neuen File System abhalten.
    iLike 2
  8. Marian 15. Juli 2017 um 13:04 Uhr · Antworten
    Bei gut 800 Millionen iOS-Geräten klappte der Umstieg sehr gut. Das darf man nicht einfach wegwischen. Der Entwickler hat vielleicht Angst, dass er seine Software nicht rechtzeitig fertig kriegt. Das könnte der wahre Grund sein.
    iLike 1
    • Toni Ebert 15. Juli 2017 um 13:30 Uhr · Antworten
      Das muss man leider etwas differenzierter sehen. iOS-Geräte sind (wenigstens Apple) sehr genau bekannt. Sie haben eine System- und eine Datenpartition. Ende. Mehr Kombinationen gibt es nicht. Auf dem Mac ist das anders. Da kann man nicht vorhersagen, wie die Partitionen aussehen. Dazu kommt, dass Apple selbst noch Fehler bei APFS kennt, beispielsweise mit Fusion-Drives oder wenn auch noch ein BootCamp involviert ist. Die Entwickler des CCC schreiben auch im Artikel, dass es anscheinend auch noch unbekannte Bugs gibt, so kann der Finder wohl nicht zuverlässig die Größe eines Ordners bestimmen. Die Angst, dass die Software nicht rechtzeitig fertig wird, ist in dem Fall viel mehr die Angst, dass sie “gar nicht” fertig wird. Der Carbon Copy Cloner ist ein Tool zum Klonen von Inhalten auf Festplatten – wenn da beispielsweise die Snapshots nicht dokumentiert sind, dann *kann* die Software nicht angepasst werden, weil Snapshots bei APFS eine wichtige Rolle spielen. Ich kann aber aus Erfahrung sagen, die meisten App-Probleme in High Sierra kommen nicht von APFS (d.h. sind auch mit HFS+ vorhanden) – weil die meisten Programme gar nicht so tief aufs Dateisystem müssen. Zum Lesen oder Schreiben einer Datei gibt es weit besser geeignete Schnittstellen, sodass man das als Entwickler dann gar nicht mal merkt.
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  9. Klaus 15. Juli 2017 um 13:49 Uhr · Antworten
    Der jammert doch nur, weil er für sein Tool keine ausreichende Doku hat. In iOS funktioniert das Filesystem ebenfalls.
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  10. eltio 15. Juli 2017 um 14:55 Uhr · Antworten
    Ich hatte massive Probleme High Sierra via Update Aust App Store zu installieren. Ging immer schief. Und danach war eine Internet Wiederherstellung auf Sierra nötig. Erst nach Erstellen eines USB Installations Stick und Löschen des kompletten Fusion Drive konnte High Sierra installiert werden, wobei es mir dabei zunächst die FusionDrive Struktur zerschoß. Ich musste erst via Terminal Befehlen die HDD und SSD (alles Original von Apple in nem iMac Late 2015 27“) Minuten und wieder zu einem Fusion Drive verbinden. Unter Beta 2 war dann nach einem morgendlichen Boot plötzlich der Hauptuser verschwunden. Die User Ordner zwar noch da. Auch mit Terminal war der User nicht wieder zurückzuholen. Ich musste via Time Machine das letzte BackUp einspielen. Auch kam öfter, wenn der Mac in den Ruhezustand wechselte das blinkende Ordner Symbol, also das System fand da wohl den Mountingpoint nicht. Seit Beta 3 habe ich bislang keine Ausfälle. Toitoitoi. Alles in allem nicht ganz ohne die Umstellung. In der Tat.
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    • Dane 16. Juli 2017 um 12:45 Uhr · Antworten
      Darum installiert man auch keine Betas auf Produktivsysteme…
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      • eltio 16. Juli 2017 um 14:31 Uhr ·
        Wer sagte, dass es sich um ein Produktivsystem handelt…? 🤔
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  11. neo70 15. Juli 2017 um 15:32 Uhr · Antworten
    Nachdem meine Daten größtenteils in der Cloud und nur die heikelsten Daten und Videodaten auf dem Server liegen mache ich mir um meinen Mac keine Sorgen. Datenverlust ist ausgeschlossen. Ich habe übrigens mit dem Dateisystem überhaupt kein Problem. Mein Mac rennt wie am ersten Tag. Bin mit High Sierra sehr zufrieden.
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    • apfelzoo 15. Juli 2017 um 16:55 Uhr · Antworten
      Na ja. Ich denke wenn Du deine Daten alle in iCloud hast werden das nicht viel und nicht wichtige sein
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      • neo70 15. Juli 2017 um 17:12 Uhr ·
        So ist es. Und der Rest auf dem Server.
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  12. Halb&Halb 16. Juli 2017 um 13:28 Uhr · Antworten
    Nach vielen Kommentaren zu urteilen, sollte ich mein 2013er Fusion Drive iMac NICHT updaten?
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  13. Alfred 17. Juli 2017 um 00:41 Uhr · Antworten
    Also ich bleib bei macOS Saxony Swizerland.
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  14. Dieter 20. September 2017 um 13:10 Uhr · Antworten
    Ich bin leider mit dem ersten Beta voll in die Falle gerannt da FU-Drive.. Das hätte Apple wenigstens kommunizieren können dass es mit FU noch nicht klappt. Ansonsten rennts prima
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