Untersuchung: EU-Kommission könnte Milliardenstrafe gegen Google verhängen

Eine erhebliche Strafzahlung könnte Google drohen, ob sie vollstreckt wird, ist jedoch noch offen. Das Verfahren der EU-Kommission dauert schon Jahre an.

Die EU-Kommission hat sich über die Jahre durchaus als streitbare Hüterin des Wettbewerbs erwiesen und international agierenden Konzernen oft empfindliche Geldbußen auferlegt. Nicht alle dieser Strafzahlungen wurden vollstreckt, in einigen Fällen mussten die Betroffenen jedoch zahlen. Auch Resultate wie der Browserauswahl-Dialog, den Microsoft einst in Windows einführen musste, um den Internet Explorer nicht mehr alternativlos erscheinen zu lassen, legen Zeugnis davon ab, dass der europäische Markt mitunter ein anspruchsvolles Geschäftsfeld ist. Die EU-Kommission hat Google schon lange im Visier und prüft immer wieder verschiedene Aspekte seines Geschäftsmodells, das noch immer in weiten Teilen auf Onlinewerbung und der Suchmaschine basiert.

Monopol im europäischen Suchmaschinen-Markt?

Während in den USA Googles Dominanz im Suchmaschinensektor nicht gar so erdrückend ausfällt, assoziieren in Europa viele Menschen das Wort Suchmaschine mit Google, fast alle Anfragen aus den Browser-Zeilen laufen über den Giganten. Ob Google hier ein Monopol errichtet hat, ist Gegenstand der Untersuchung der EU-Kommission.

Google-Suche auf iOS

Google-Suche auf iOS

Wäre das so, hätte Google leicht die Möglichkeit das missbräuchlich zu nutzen, etwa mit seinem Preisvergleicher oder Diensten wie Karten. Die Strafe könnte milliardenschwer ausfallen und das bisherige Rekord-Bußgeld gegen Intel übertreffen. Das wurde 2009 verhängt und betrug 1,09 Milliarden Euro. Nach verschiedenen Medienberichten könnte Google ein Bußgeld in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro treffen. Rechtlich zulässig ist ein maximale Strafe von 10% des Jahresumsatzes der Muttergesellschaft im abgelaufenen Jahr. Dieser lag bei 90 Milliarden Dollar, so weit wird die EU aber wohl nicht gehen. Der finanzielle Schaden wäre überdies weniger schmerzhaft als mögliche Restriktionen, denen Google in der EU ausgesetzt werden könnte. Da Alphabet noch immer signifikant von seiner Suchmaschine abhängt, wird es alles daran setzen Auflagen in diesem Sektor abzuwenden.

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Roman van Genabith
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3 Kommentare zu dem Artikel "Untersuchung: EU-Kommission könnte Milliardenstrafe gegen Google verhängen"

  1. Jay Menno 19. Juni 2017 um 07:58 · Antworten
    Also wenn die User selbst nur Google verwenden, sind sie selber schuld. Was kann denn Google dafür? Ich nutze nichts von Google. DuckDuckGo ist genauso gut.
    iLike 2
  2. neo70 19. Juni 2017 um 08:11 · Antworten
    Unglücklicherweise sind die Suchergebnisse auch noch so gut, dass man schlecht darauf verzichten kann. Zudem nutzten wir den Dienst freiwillig. Alternativen gibt es zuhauf. Würde mich also sehr interessieren, mit welchen Argumenten man hier ein Monopol sehen will.
    iLike 6
  3. :) 19. Juni 2017 um 08:31 · Antworten
    Was kann Google dafür, wenn sie nun mal die beste Suchmaschine erschaffen haben, die es gibt? Wird man jetzt auch noch bestraft, weil mal besser als andere ist? Anstatt Google zahlen lassen zu müssen, könnte die EU Kommission andere Dienste wie bing in Sachen Marketing Subventionieren, damit wird der beste nicht abgestraft und Leute werden auf Alternativen aufmerksam, allerdings kostet das natürlich was…
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