REVIEW: mophie Juice Pack Access – Das perfekte iPhone Battery Case?

„All because we don’t want you to worry about battery life.“ Das ist Apples aktueller Claim zur weiterentwickelten Akkulaufzeit des iPhone 11 Pro. Und tatsächlich hat sich im Power-Management seit iOS 13 und der jüngsten Prozessorgeneration einiges getan. Dennoch bietet Cupertino separate Battery-Cases an, die sich zum Einen einer großen Fangemeinde erfreuen und zum Anderen Opfer von zahlreichen Memes sind. Auch lief es mit der Technik nicht immer ganz rund.
Der Zubehörhersteller mophie hat sich diesem Thema angenommen und mit dem Juice Pack Access eine eigene der Akkuhülle auf den Markt gebracht. Diese Neuinterpretation geht viele Dinge anders an als das Apple-Pendant. Über die Einzelheiten sowie Unterschiede zwischen Apple und mophie soll es in diesem Review gehen. Freudiges Lesen! :)

EINSATZGEBIET

Natürlich gibt es eine Fülle an Verwendungsmöglichkeiten für ein Battery-Case, immerhin ist eine lange Laufzeit ohne ständiges Laden eine schöne Sache. Allerdings klemme ich mein iPhone deswegen nicht rund um die Uhr in eine solche Hülle, da ich im Alltag den zusätzlichen Akku gar nicht benötige. 

Jedoch bin ich heilfroh um ein paar Prozentpunkte on top, wenn es auf Reisen geht oder ich eine Messe besuche (Zwar momentan nicht, aber Ihr wisst ja selbst…). Da ist das Handy ständig am Werkeln, nutzt LTE oder muss als Kamera herhalten. Das zerrt natürlich an der Batterie. Und da ich gerne auf Kabelgewirre und Powerbanks verzichte, wenn es denn irgendwie möglich ist, kommt mir das Juice Pack Access gerade recht. 

Außerdem gibt es da so einige Punkte, die mich bei Apples Battery-Case gestört haben und das Konkurrenzprodukt erheblich interessanter machen. Genaueres dazu gibt’s in den kommenden Abschnitten.

FUNKTIONEN

Eigenschaften (Case für iPhone 11 Pro Max)

  • Akkukapazität: 2.200mAh
  • Laden der Hülle per USB-C oder Wireless
  • Priority+ Feature (Batterie lädt erst das iPhone, bevor es sich selbst auflädt)

Gehäuse

  • freier Zugang zum Lightning-Anschluss
  • kompakte Designsprache
    • Maße: 81,8mm x 161,5 x 18,8 mm
    • Gewicht: 113g
  • High-Impact-Schutz mit gummierten Stützkissen und erhöhten Kanten

Modelle & Kompatibilität

  • Juice Pack Access
    • iPhone 11 Pro Max
    • iPhone 11 Pro
    • iPhone 11
    • iPhone Xs Max
    • iPhone Xs / X
    • iPhone XR
  • Juice Pack Air
    • iPhone Xs Max
    • iPhone Xs
    • iPhone XR
    • iPhone X
    • iPhone 8 Plus / 7Plus
    • iPhone 8 / 7
  • Juice Pack
    • Galaxy Note 9
    • Galaxy S9+
    • Galaxy S9

VERPACKUNG & INHALT

Das ‚Verhüterli‘ des eigentlichen Kartons ist vergleichbar mit so manch anderem Zubehörartikel, den man online oder im Elektronikhandel kaufen kann: vorne und hinten ein paar Bildchen, die wichtigsten Features, Logos und so weiter und sofort. Das finde ich zwar weniger schlimm als die Umverpackungen, welche vor Marketing-Blabla nur so strotzen. Trotzdem ist es mir einfach ‚zu viel‘, ich liebe den minimalistischen Ansatz. 

Wie schon gesagt, ist das nur die Umhüllung, denn darunter verbirgt sich die eigentliche Verpackung in Form einer kleinen schwarzen Pappschachtel. Und diese lässt mein Unboxing-Dopamin sogleich wieder in die Höhe schießen. Auf dem Deckel ist die Silhouette des Battery-Cases aufgedruckt, was wirklich chic aussieht. Habt man ihn ab und schaut in die Innenseite, liest sich ein freudiges „mophie loves you“.

In der gefalteten Schale darunter liegt die iPhone-Hülle zusammen mit einem USB-C- auf USB-A-Ladekabel sowie einigen Bedienungsanleitungen. Beachtenswertes Detail: Eine Schärpe um das Case zeigt genau an, wo sich die Coils für das Wireless-Charging befinden.

Der komplette Inhalt

Der komplette Inhalt

Zuletzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass bei der Verpackung fast komplett auf Plastik durch Inlays, Tütchen oder anderen Schmarren verzichtet wurde. Lediglich der dreieckige Hang-Tab an der Oberseite ist aus Kunststoff. Na also, es geht doch!

DESIGN & HAPTIK

Die grundsätzliche Designsprache orientiert sich unverkennbar am Original von Apple. Auf der Höhe des Kamera-Bumps ist die Hülle noch dünn gehalten. Knapp darunter erhebt sich über einen flachen Übergang der Huckel, unter dem sich die Batterie befindet. Im Vergleich hat Apples Smart Battery Case eine viel dominantere Erhebung, was das Akkufach unangenehm präsent wirken lässt. Allerdings ist es schon eine gewaltige Verbesserung gegenüber der früheren Versionen für iPhone 7 und Co. 

Auf der Rückseite der mophie-Hülle befinden sich außerdem vier Status-LEDs sowie ein Universalbutton, der mehrere Funktionen hat, auf die ich später zu sprechen komme. Was fehlt, ist die Kamerataste des Smart Battery Cases. Da ich die zusätzliche Batterieleistung vor allem während dem Filmen / Fotografieren benötige und die optimale Positionierung des Kameraauslösers sehr mochte, fehlt mir dieses Feature tatsächlich etwas.

Das Design der Rückseite mit Button und Status-LED

Das Design der Rückseite mit Button und Status-LED

Bei den Farbvarianten bietet Apple etwas mehr Auswahl. So gibt es das Smart Battery Case für die aktuelle iPhone-Generation in Schwarz, Weiß und Sandrosa. Das Juice Pack Access für das iPhone 11 (Pro) (Max) gibt es dagegen nur in Schwarz. Das stört mich persönlich weniger, da es für mich die einzig akzeptable Kolorierung ist – eine komplett transparente Hülle wäre vielleicht auch cool… 

Übrigens, Thema „Access“: Dieser Name wurde nicht umsonst gewählt. Denn betrachtet man die Unterseite, wird die Differenzierung zum juice pack air und zum Smart Battery Case deutlich. Die Hülle schließt den Lightning-Port nicht ein, was bedeutet, dass er weiterhin frei zugänglich für ein Ladekabel ist. Selbstverständlich ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind iPhone und Hülle unabhängig voneinander aufladbar und man ist im Zweifel nicht von einem Lightning-Kabel abhängig. Das USB-C-iPhone wird also Wirklichkeit. Andererseits sehen die beiden offenen Anschlüsse nicht so schön aus und die Unterseite des iPhones ist nicht geschützt. Zwar bedeutet „Access“ auch, dass das iPhone ohne Probleme an jede Docking-Station passt. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die Hülle den gesamten Handy-Rahmen umschließt. 

Die freiliegende Unterseite mit dem USB-C-Port

Die freiliegende Unterseite mit dem USB-C-Port

HANDLING

Ein gravierender Unterschied ist das Material. Denn statt der Silikonbeschichtung der Apple-Hüllen verwendet mophie eine weiche Kunststoffoberfläche. Ich halte das für eine goldrichtige Entscheidung. Bei mir bleiben die Silikon-Cases nämlich immer am Stoff der Jeans etc. hängen, fangen Fussel wie nichts Gutes und sind echte Fingerabdruckmagnete. Für mich ist die Haptik des Juice Pack Access um einiges angenehmer und gefühlt sogar hochwertiger. Ach, fast vergessen: Der Mute-Switch ist übrigens ohne Probleme zu erreichen und die Buttons der Hülle für Lautstärke/Power haben einen sehr guten Druckpunkt. Das scheint wohl nicht selbstverständlich zu sein, man hört ja teilweise gruselige Storys von manchen Cases.

Eine ausreichend große Aussparung sorgt für eine gute Betätigung des Mute-Schalters

Eine ausreichend große Aussparung sorgt für eine gute Betätigung des Mute-Schalters

Ein weiterer gravierender Unterschied zeigt sich bei der Anbringung ans iPhone. Während man Apples Batteriehülle quasi um das Smartphone stülpen muss, besteht das Konkurrenzprodukt aus zwei separaten Teilen. Demnach schiebt man das iPhone in die untere Hälfte und steckt die obere darauf, bis alles fest sitzt. Auch hier hat das Juice Pack die Nase vorn, wie ich finde. Die Handhabung ist einfacher, weniger fummelig und alles sitzt bombenfest. Und designtechnisch wurde die Separation wirklich gekonnt ‚versteckt‘. 

Ebenfalls anders: Das mophie-Gerät beginnt nicht sofort mit dem Ladevorgang wie etwa das Smart Battery Case. Denn die Stromzufuhr kann über den Button an der Rückseite geregelt werden. Wird dieser drei Sekunden gedrückt, blinken die LEDs kurz auf und das Aufladen beginnt bzw. endet. Bei kurzer Betätigung des Knopfes wird der aktuelle Akkustand der Hülle angezeigt. Jedoch zeigt sich hier wiederum der Vorteil eines Apple-Originalzubehörs: die aktuelle Ladung der Hülle wird im Control Center angezeigt und muss nicht über Leuchtdioden erfolgen. Dafür kann das Smart Battery Case nicht ausgeschaltet werden, was auch in Anbetracht der Akku-Lebensdauer des iPhones kritisch zu bewerten ist. 

Das Aufladen der Hülle klappt entweder über USB-C oder kabellos. Dafür muss das Case nur korrekt auf einem Qi-Pad positioniert werden. Befindet sich das iPhone in der Hülle, wird zuerst das Handy vollgeladen, bevor das Juice Pack Saft bekommt. Der Hersteller bezeichnet dies als „Priority+“. Aus dieser ganzen Theorie bildet sich sogleich eine weitere Differenz zu Apple: Das Juice Pack Access lädt das Gerät ausschließlich kabellos, denn es besteht ja keine Verbindung zum Lightning-Port. So ist die Ladegeschwindigkeit klar geringer als per Lightning verbundenem Ladecase. Wenn es doch mal schneller gehen muss, kann man kann das iPhone ja einfach an den Strom anschließen, ohne die Hülle abnehmen zu müssen.

Darüberhinaus hat die Verwendung des Juice Pack Access die Funktionalität des iPhones in keinster Weise beeinträchtigt. Weder hatte ich merkbare Einschränkungen mit dem Telefon-, Internet-, Bluetoothempfang, noch mit Kompass-, GPS- oder NFC-Funktionen (Apple Pay!).

Beim Herumtragen nehmen sich Apple und mophie nicht viel. Beide Produkte sind schwere Klopper und von wirklicher ‚Handlichkeit‘ kann man bei bestem Willen nicht sprechen. Wie schon erwähnt, macht sich das Juice Pack Access in meiner Hand aber um einiges besser. 

PREIS

Das Juice Pack Access für iPhone 11 (Pro) (Max) gibt es zu einer UVP von EUR 79,95. Momentan (Stand: Ende Mai 2020) erhaltet Ihr jedoch einen satten Discount im Online-Shop der Dachmarke ZAGG.Das führt aktuell zu einem Bestpreis von unter EUR 50,-. Auch für die Hüllen anderer Handy-Modelle findet Ihr den Bestpreis meist direkt beim Hersteller. 

Mophie JUICE PACK ACCESS Mophie JUICE PACK ACCESS
Hersteller: ZAGG
Preis bei amazon* : 92,94 EUR

Im Vergleich zur UVP des Apple-Originals kostet das Juice Pack Access etwa die Hälfte (aktuell sogar noch weniger!), was definitiv ein starkes Argument ist. Natürlich gibt es auch etliche andere Dritthersteller, die noch tiefere Preise haben. Mir ist es jedoch völlig schleierhaft, wie teils für unter EUR 30,- eine hochwertige Akkuhülle mit fast 7.000mAh angeboten werden kann. Ob man da ein gutes Produkt oder doch ein potentielles Lagerfeuer erwirbt, lasse ich mal offen. Die Markennamen, die manchmal wie eine zufällige Aneinanderreihung von Konsonanten aussehen, verringern mein Misstrauen leider auch nicht wirklich. Ich setze dann doch lieber auf bekanntere Unternehmen. So wird mophie sogar im Apple Store vertrieben.

FAZIT

Wenn ich die Bilanz aus meinem mehrwöchigen Test ziehe, schneidet das Juice Pack Access sehr gut ab. Außerdem läuft es dem Original von Apple in fast allen Punkten davon. 

Beachtenswert ist bereits, dass mir das Design und die Materialien viel besser gefallen als beim Apple-Zubehör – und das ist bei mir wirklich selten. Doch auch die Handhabung kann in meinen Augen überzeugen. Die Zweiteilung mag zwar nicht jedermanns Freund sein, dafür erleichtert sie die Anbringung um einiges. In Bezug auf die freigelassene Unterseite müsst Ihr selbstverständlich selbst entscheiden, ob das etwas für Euch ist. Das separate Laden von Hülle bzw. Handy und das funktionierende Wireless-Charging sehe ich aber in jedem Fall als Vorteil. Muss es doch schneller gehen, kommen eben die entsprechenden Ladekabel zum Einsatz, ansonsten tut es das Qi-Pad.

Die UVP unterbietet Apple um fast 50% und liefert für normalerweise EUR 80,- ein mehr als zufriedenstellendes Gesamtpaket. Dennoch ist es nicht wenig Geld und man sollte sich sehr sicher sein, ob die eigenen Bedürfnisse dieses Investment rechtfertigen. Wer jedoch die passenden Use Cases hat und die Unterschiede zum Smart Battery Case ähnlich bewertet wie ich, dem sei das  mophie Juice Pack Access uneingeschränkt empfohlen.

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Valentin Heisler
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1 Kommentar zu dem Artikel "REVIEW: mophie Juice Pack Access – Das perfekte iPhone Battery Case?"

  1. Heinz 20. Mai 2020 um 21:52 Uhr · Antworten
    Oha für 50 euro ist das echt gut! Danke für den tipp. Ich wetde es auf jeden fall ausprobieren
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