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Faule Amerikaner: TSMC-Fabrik sorgt für böses Blut in Arizona

TSMC-Logo - TSMC

TSMC baut eine Fabrik in den USA, die unter anderem auch Chips für Apple fertigen soll. Das Vorhaben sollte für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation sein, wird aber langsam zu einem Horror-Szenario und kommt in der amerikanischen Öffentlichkeit zunehmend schlecht an. In diese aufgeladene Stimmung platzen nun noch beleidigende Anschuldigungen aus Taiwan.

Es sollte ein Prestigeprojekt der Zusammenarbeit der US-Politik und TSMC werden, die neue Halbleiterfabrik in Arizona, die TSMC baut. Dort werden zwar nicht die aller neuesten Chips gefertigt, aber zumindest die vorletzte Generation an Halbleitern, unter anderem auch für Apple. Doch langsam gleitet das ganze Projekt auf einen höchst unguten Pfad ab, der wenig Raum für Enthusiasmus lässt.

Teuer, spät und unwirtschaftlich?

Schon seit einiger Zeit stimmen die Schlagzeilen nicht mehr optimistisch: TSMC will, wie auch andernorts, immer mehr staatliche Förderung, um sein Engagement aufrecht zu halten. Das passt ins Bild: Auch die geplante Fabrik in Deutschland lässt sich der Halbleiterkonzern zur Hälfte aus öffentlicher Hand bezahlen. Zähneknirschend stimmte die Politik hier wie dort zu, die Hoffnung: Neue Arbeitsplätze, wirtschaftliche Entwicklung. Eine enttäuschte Hoffnung?

Doch nicht nur die immer höheren Förderforderungen verärgern, dazu kommt, dass die Chips aus der neuen Fabrik deutlich teurer sein werden, als die in Taiwan gefertigten Halbleiter, dazu noch nicht einmal auf dem technisch neuesten Stand. Zudem hängt das Projekt deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück, Apfelpage.de berichtete.

US-Arbeiter sind faul und undiszipliniert

Was aber ist nun mit den vielen neuen Arbeitsplätzen? Zuletzt sorgte eine Entscheidung von TSMC für massiven Unmut in der Region um den neuen Standort, der Entschluss nämlich, 500 Mitarbeiter aus Taiwan einzufliegen, die den Aufbau beschleunigen sollen. Das sorgte für Irritation bei amerikanischen Gewerkschaften, die nun verlangen, dass den Taiwanern die Einreise verweigert wird.

Nun gießt ein taiwanischer YouTuber Öl ins Feuer: Der Kanal hat rund drei Millionen Abonnenten und verbreitete nun ein höchst provokatives Video, das einen US-Angestellten in der neuen Fabrik zeigen soll, der müßig am Handy daddelt, dazu die Feststellung, US-Arbeiter seien faul und disziplinlos. Begleitet wurde dieser Anwurf von anti-amerikanischen Aussagen in verschiedenen Facebook-Gruppen. Dem entgegen stehen Aussagen aus den Reihen einer amerikanischen Vereinigung von Elektrotechnikern, die von schlechten und gefährlichen Arbeitsbedingungen und chaotischen Zuständen auf der Baustelle sprechen, weshalb schon einige Beschäftigte wieder gekündigt haben sollen.

Ist die Chemie verseucht?

Es ist bekannt, dass die westliche Arbeitskultur sich deutlich von der asiatischen unterscheidet, einer der hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand immer wieder genannten Gründe, wieso Massenfertigungen von Smartphones, wie auch bestimmte Highend-Industrieprozesse nicht oder kaum in westlichen Ländern skalieren.

Am Beispiel von TSMC in Arizona zeigt sich, was die Folgen eines unguten Zusammentreffens kultureller Unterschiede, baulicher und planerischer Verzögerungen und wirtschaftlicher Sorgen sein können. Ob das Projekt noch zu einem positiven Bild in der öffentlichen Wahrnehmung zurückfinden kann, muss die Zukunft zeigen.

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Roman van Genabith
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4 Kommentare zu dem Artikel "Faule Amerikaner: TSMC-Fabrik sorgt für böses Blut in Arizona"

  1. Gast1 11. August 2023 um 15:15 Uhr ·
    Das könnte in Deutschland ebenfalls passieren.
    iLike 0
    • Apple Fan 12. August 2023 um 09:22 Uhr ·
      Ja
      iLike 0
  2. O laf 12. August 2023 um 09:05 Uhr ·
    Wird passieren!
    iLike 0
  3. iLutz 16. August 2023 um 18:23 Uhr ·
    Naja das gleiche Desaster mit US Arbeitern hatte doch auch BMW, was zeigt das an der Darstellung der Arbeitsmoral was dran ist. US Bürger sind dumm und faul sie sind doch gewohnt das der Rest der Welt für sie Arbeit.
    iLike 0

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