StreamOn bald nicht mehr kostenlos? Wie die Telekom sich schon mal gegen BNetzA-Entscheidung warm läuft

Telekom StreamOn und Vodafone Pass - Zusammen gegen die Netzneutralität?

Kaum hat die Bundesnetzagentur der Telekom die Auflage erteilt, StreamOn auch im Ausland kostenlos und stets mit voller Videoauflösung anzubieten, spricht das Unternehmen vom Ende des Gratisangebots. Wenn man sich nicht anders einigen könne, könne die Option in ihrer bisherigen Form nicht weiter bestehen.

Die Deutsche Telekom darf StreamOn weiter anbieten, muss es aber so umgestalten, dass es auch im europäischen Ausland ohne zusätzliche Kosten genutzt werden kann. Außerdem ist es unzulässig, dass Videostreams – und zwar alle, nicht nur solche der StreamOn-Partner, auf 480P herunterkomprimiert  werden. Hier muss die Telekom nacharbeiten, dann ist alles in Ordnung, so entschied die Bundesnetzagentur nach Abschluss ihres monatelangen Prüfverfahrens. Das Unternehmen ging sofort gegen die Entscheidung an, die noch nicht rechtskräftig ist. Bis März läuft die Frist der Telekom zum handeln, doch der Konzern holt schon jetzt das große Gerät heraus.

Wir kämpfen für unsere Kunden

Als aller erstes erfolgte der Kommentar, wenn die getroffene Entscheidung so Bestand habe, könne StreamOn womöglich nicht mehr als kostenlose Zubuchoption angeboten werden. Das war genau das, was bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung der Wettbewerbshüter erwartet worden war. Sodann hat die Telekom in einem länglichen Statement ausgeführt, wieso es völlig in Ordnung sei, Videostreams aller Videodienste für StreamOn-Kunden herunterzurechnen: HD-Qualität sei gar nicht immer nötig. DVD-Auflösung reiche bequem für alle. Nicht nur hier sind Zweifel angezeigt.

Neue StreamOn Partner ab Oktober | Moritz Krauss

Neue StreamOn Partner ab Oktober | Moritz Krauss

Auch die Beschränkung auf das Inland sei völlig ok so, habe es doch von Kundenseite nie auch nur die kleinsten Beschwerden gegen diese Eigenart von StreamOn gegeben. – eine Behauptung, die faktisch nicht wahr ist. Die Beschwerden mögen nicht in Form eines Shitstorms über das Unternehmen hereingebrochen sein, leichter Unmut darüber, dass an den Landesgrenzen Schluss ist, kam aber hier und da sehr wohl auf. Für die Telekom ist das ökonomisch betrachtet eine klare Sache: Nach den GB-Großhandelspreisen im Roaming zahlt das Unternehmen bei jedem HD-Fußballspiel, das im Ausland geschaut würde, kräftig drauf. Und ist es nicht genau das, was das Unternehmen einst zur Einführung von StreamOn vollmundig versprochen hatte? StreamOn sei eine reine Kundenbindungsmaßnahme, hatte es da geheißen. Nach wie vor versucht die Telekom ihre StreamOn-Option weniger als gewinnorientiertes Produkt, als als Ausfluss reinsten Gutmenschentums darzustellen, aber nein:

„Das wäre das Ende des kostenlosen Angebots, weil es für uns nicht wirtschaftlich machbar ist.“

So heißt es immerhin relativ am Anfang der Mitteilung der Telekom. Und genau hier hätte sie eigentlich zu Ende sein müssen. Es wurde alles nötige gesagt, alles weitere klären die Gerichte. Stattdessen steigen die Autoren in die ausholende und überflüssige Rechtfertigung ein und es präsentiert sich uns ein weiteres verqueres Beispiel deutscher Unternehmenskommunikation.

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Roman van Genabith
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29 Kommentare zu dem Artikel "StreamOn bald nicht mehr kostenlos? Wie die Telekom sich schon mal gegen BNetzA-Entscheidung warm läuft"

  1. TundraPhil 18. Dezember 2017 um 14:47 Uhr ·
    .. na dann wird’s doch der Vodafone-Vertrag 🙈
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  2. krut 18. Dezember 2017 um 15:01 Uhr ·
    bereue auch meine vertragsverlängerung. habe eben in salzburg eine werbung erblickt , 19gb für 19€. habe nun meinen vertrag verlängert, aber bin von XL auf M gewechselt. weit weg von 19gb und 19€. und was weiterhin hinzu kommt, in berchtesgaden gibts alles andere als eine schnelle verbindung..was meinte die dame von der telekom, wir sind kein billiganbieter und können bei den preisen nicht mithalten. ist ja ok, aber wenn man mit den preisen nicht mithalten kann, spricht nichts gegen gescheite geschwindigkeit, überall ( wie angepriesen ) und gescheites datenvolumen!
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  3. RAMPUNK 18. Dezember 2017 um 15:04 Uhr ·
    Alles unnötig. Menschen bekommen den kleinen Finger und wollen immer gleich den ganzen Arm. Ich feier StreamOn richtig hart, denn es erleichtert meinen Konsum und das ganze noch ohne Mehrkosten. Wozu brauche ich im Ausland diese Option denn bloß kostenlos? Merken denn die Hater von StreamOn, dass es kostenlos ist?! Gierige und verschwenderische Gesellschaft!! Richtig engen Horizont, den ich persönlich bei den Hatern wahrnehme, wenn man mal im Vergleich betrachtet was die andern Konkurrenten auf den Markt gebracht haben… ohne Worte hier.
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    • TechTrooper 18. Dezember 2017 um 15:56 Uhr ·
      SteamOn ist ein klarer Verstoß gegen die Netzneutralität (was die Bundesnetzagentur leider nicht so sieht) und dabei ist es egal ob es kostenlos ist oder nicht. Die Telekom sollte lieber Tarife mit vernünftigen Konditionen anbieten, die nicht die Netzneutralität verletzten.
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      • Mahmud 18. Dezember 2017 um 16:33 Uhr ·
        Wo verletzt stream on die netz neutralität?
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      • Richard 18. Dezember 2017 um 16:42 Uhr ·
        Es bevorteilt eindeutig bestimmte Anbieter, warum sollte ich zu einem neuen und vielleicht besseren Musikstreamingdinst gehen wenn doch Spotify inklusive ist oder warum die Tagesschau gucken wenn dich RTLnow inklusive ist. Es beeinflusst einfach den Wettbewerb und stell dir mal vor wie es aussehen würde wenn die Telekom dafür von den Partnern noch richtig Geld haben will
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      • Richard 18. Dezember 2017 um 16:43 Uhr ·
        Und außerdem verletzt es die NN in dem Punkt, dass nicht alle Daten gleich behandelt werden, mache werden nicht berechnet und bei anderen wird die Qualität schlechter.
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      • RAMPUNK 18. Dezember 2017 um 18:14 Uhr ·
        Es ist kostenlos und steht jedem T-User ab einen bestimmten Tarif frei zur Nutzung. Wenn man ein Problem damit hat, dann einfach nicht nutzen.
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      • RAMPUNK 18. Dezember 2017 um 18:36 Uhr ·
        Sorry aber dein Argument ist aus meiner Sicht nicht am Puls der Zeit. Der Wettbewerb reguliert sich hier von ganz allein. Bevorzugung ist bei dem Angebot der Telekom nicht wirklich passend, wenn man bedenkt wie groß das Angebot schon ist und wie es stetig wächst und vor allem sind die Großen ja im Angebot vertreten… Es gibt sehr viel gravierendere Verstöße gegen die NN, vor allem von nicht deutschen Unternehmen und die geht kein Deutscher oder in Deutschland lebender so harsch an wie diese neue und sich entwickelnde Option der Telekom.
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    • RainerZufall 18. Dezember 2017 um 23:24 Uhr ·
      Hey RAMPUNK, also O² hat seine O² Free Tarife. Das Ganze ist m.M.n. um längen besser, da ich einfach ALLES mit angemessener Geschwindigkeit kann.
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      • RainerZufall 18. Dezember 2017 um 23:26 Uhr ·
        *nutzen kann
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    • Dario Wilmington 19. Dezember 2017 um 15:05 Uhr ·
      Sehr gut gesprochen
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  4. MRNONAME22 18. Dezember 2017 um 15:57 Uhr ·
    Ganz ehrlich, mir ist dieses auslands streaming und die Video Skalierung sowas von egal! Ich hätte aber ein echtes Problem mit der Telekom, wenn sie es nicht mehr „kostenlos“anbieten würde. Nur wegen StreamOn bin ich bei der Telekom geblieben. Hätte sonst gewechselt!
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    • Mahmud 18. Dezember 2017 um 16:35 Uhr ·
      Aber genau so wird‘s wahrscheinlich kommen wenn das so weiter gght
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  5. Richard 18. Dezember 2017 um 15:57 Uhr ·
    Ich sehe das Thema sehr gespalten, auf der einen Seite ist SteamOn eine tolle und praktische Sache vor allem für den Kunden. Auf der anderen Seite sehe ich es in Verbindung mit der Netzneutralität aber sehr kritisch und sehe den Beschluss der Netzagentur als richtig an. Am besten für alle wäre einfach ein größeres Datenvolumen (20GB für 20€ zum Beispiel) oder halt eine Reduzierung auf nur noch 1Mbit/s wie bei O2.
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  6. inuli 18. Dezember 2017 um 16:31 Uhr ·
    Versprechen und Halten geziemt Jungen und Alten. Diese Gleichung ist der Telekom unbekannt. MICH wundert das allerdings überhaupt nicht, paßt diese Haltung doch bereits perfekt in sämtliche (Kunden-) Erfahrungen, welche ich. mit diesem Unternehmen vor einer Dekade selber machen mußte: Wechsel auf einen seinerzeitig neu eingeführten günstigeren Telekom-Tarif (von CallAndSurfComfort mit Reziprozitätszuschlag zu EUR 49,95/Monat auf CallAndSurfComfort. ohne Reziprozitätszuschlag zu EUR 42,95/Monat) als Bestandskunde verweigert – Begründung: vertragliches Vertrauensverhältnis = Beharren auf einer damals noch fast ein Jahr weiter laufenden Mindestvertragslaufzeit. ABER im gleichen Zuge, ungeachtet von vertraglichem Vertrauensverhältnis (Mindestvertragslaufzeit): Wegfall des ausgedruckten EVN (Begründung Telekom: Ressourceneinsparung), ausgedruckte Rechnung nur gegen Zusatzgebühr. Dies trotz schriftlicher Widersprüche meinerseits. Ich habe damals daraufhin sämtliche Telekom-Verträge -meines Erachtens völlig zu Recht!- gekündigt, die Telekom wird mich lebenslang als Kunde nicht mehr wiedersehen – im Verein mit ihrer Firmentochter Congstar. O2, z. B., mag langsamer sein, ist aber auf jeden Fall billiger, und, zumal ohne Mindestvertragslaufzeit-Muß, auch insgesamt preiswerter/kundenfreundlicher. Ich hoffe, daß die Telekom über kurz oder lang die Erfahrung machen wird, daß Kundenabzocke, über kurz oder lang, nur nach hinten losgehen kann!
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    • Mahmud 18. Dezember 2017 um 16:38 Uhr ·
      Oh ja da stimm ich dir zu! Die ttelekom ist echt teuer!
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    • Devil97 18. Dezember 2017 um 17:25 Uhr ·
      Blödsinn! Es ist eine völlig neue Situation die neu bewertet werden muss. Es war klar dass das kommt. Ist doch ein ganz anderer Kostenfaktor
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      • inuli 18. Dezember 2017 um 18:02 Uhr ·
        Genau, Devil97, eine „völlig neue Situation“: die Telekom hat(te) ja keinerlei kundige Juristen, welche diese „völlig neue Situation“ im Vorfeld juristisch ausloten konnten – so ein Pech aber auch! Genau, Devil97 – und zwar für die Telekom-Kunden, zu welchen ich, glücklicherweise, nicht, und nie mehr, zähle.
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  7. Tom 18. Dezember 2017 um 18:16 Uhr ·
    Und was ist mit dem Konkurrenzangebot von Vodafone?
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  8. rewurt 18. Dezember 2017 um 19:03 Uhr ·
    In Deutschland wird wie immer alles kaputt geredet. Das ist manchmal schon echt zum kotzen. 😬😬
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  9. Bert 18. Dezember 2017 um 20:03 Uhr ·
    Ich bin froh das dieser inuli zu jedem Thema seinen scharfen Senf dazugibt, ein Hansdampf Experte in jedem Thema, Respekt
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    • inuli 21. Dezember 2017 um 16:52 Uhr ·
      Ja, Bert, das habe ich von Dir gelernt.
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  10. poke104 18. Dezember 2017 um 21:33 Uhr ·
    Er hat wohl nichts anderes zu tun 🤪
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    • inuli 21. Dezember 2017 um 16:53 Uhr ·
      Als Deinen sinnfreien Kommentar zu lesen, poke104?: Kontra!
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  11. Frank 19. Dezember 2017 um 07:36 Uhr ·
    Mal ganz einfach. 1) Gleiche Leistung, niedriger Preis ist gut 2) Gleicher Preis, mit mehr Leistung ist auch gut. Ich hatte schon Magenta M Tarif, und habe Stream-on dazu bekommen. 3) Gleicher Preis, gekürzte Leistung, ist schlecht. Stream-on wegnehmen ist also böse. Habt ihr es jetzt verstanden ? Und an die liebe Regulierungsbehörde. Kümmert Euch um 1) und 2) . Nicht 3) Sonst brauchen wir dich nicht.
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    • inuli 21. Dezember 2017 um 16:55 Uhr ·
      Frank, für 4) gilt: 1) und 2) kennt die Telekom bei ihren Bestandskunden leider nicht. 4) ist also auch böse.
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  12. Apfelnews 19. Dezember 2017 um 12:58 Uhr ·
    Ja , langsam soll es mal was kosten . Ich schlage vor 2,99 Pro Monat . Das wäre auch nicht zu teuer und realistisch .
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    • inuli 21. Dezember 2017 um 16:57 Uhr ·
      Genau, Apfelnews. Immer schön die Teuerung fördern. Wir alle haben ja schließlich unendlich Mittel.
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