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Adobe ändert AGB und will Zugriff auf eure Dateien

Gegen Mitte Mai lieferte Adobe für seine Creative Cloud einen Schwung an neuen Features namens „Firefly aus, die hauptsächlich auf Künstlicher Intelligenz basieren. Hier hat Adobe nun auch seine AGB angepasst und die haben es in sich. 

Neue AGB – ohne Zustimmung kein Zugriff auf die eigenen Dateien

Vor dem Wochenende hat Adobe seine AGB geändert, so weit erst einmal nichts Ungewöhnliches. Doch die Änderungen sind nicht nur weitreichender Natur, sie dokumentieren auch eindrucksvoll die Abhängigkeit der Käufer von einer Software im Abo: Die neuen Richtlinien ermöglichen sowohl eine automatisierte Prüfung durch Algorithmen als auch eine manuelle Analyse durch Adobe-Mitarbeiter. Zudem sind maschinelle Lernanalysen der Inhalte vorgesehen, die wir als Training für „Firefly“ verstehen. Besonders umstritten ist Abschnitt 4.2, der Adobe eine kostenlose Lizenz zur Nutzung, Vervielfältigung und Veränderung der eigenen Werke einräumt.

Im Klartext bedeutet dies, dass Adobe sich jederzeit das Recht einräumt, bisher noch unveröffentlichte Werke zu analysieren. Dies gilt auch für selbst erstellte Werkzeuge oder Farbpresets. Im Grunde hebelt Adobe hier das Urheberrecht komplett aus, das ist aber noch nicht alles. Potenziell wird mit den neuen AGB auch der Industriespionage Tür und Tor geöffnet. Viele Firmen entwickeln Prototypen mithilfe der Programme aus der Creative Cloud oder arbeiten als Zulieferer für größere Firmen – mit denen sie Verträge hinsichtlich der Geheimhaltung eingegangen sind. Dies kann so mit den neuen AGB nicht mehr eingehalten werden.

Adobe geht besonders perfide vor

Das dem ganzen Vorgehen, negativ gesprochen, die Kirsche aufsetzt, ist die Art und Weise, wie Adobe die neuen AGB durchsetzt. Am Freitag und über das Wochenende ploppten die neuen AGB in den jeweiligen Programmen auf und mussten zunächst bestätigt werden, ansonsten schloss sich die jeweilige Applikation wieder – Kunden kamen ohne Bestätigung nicht einmal an ihre eigenen Projekte heran.

Nach dem massiven Shitstorm hat Adobe nun reagiert und eine offizielle Stellungnahme herausgegeben. Dort versicherte man, die Kundendaten nicht zum Trainieren seiner K.I.-Funktionen zu nutzen. Auch werde man keinen Urheberanspruch erleben. Die Formulierungen in den neuen AGB bleiben dennoch unverändert. Nicht nur wir beobachten das mit Sorge und können an der Stelle nur abraten, weiter auf Adobe zu setzen – zumal die Creative Cloud auch nicht kostengünstig ist

Affinity Suite als Alternative

Erst vor knapp zwei Wochen hat Canvas für die neu hinzugekaufte Affinity Suite ein recht umfangreiches Update herausgegeben und bisher wurde diese Software von uns Alternative genannt – zumal man aktuell wieder eine 50%-Rabatt-Aktion fährt. Doch gerade die Übernahme durch Canvas, ein Verfechter von Apps, lässt uns hier mit einer uneingeschränkten Empfehlung zögern.

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Patrick Bergmann
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1 Kommentar zu dem Artikel "Adobe ändert AGB und will Zugriff auf eure Dateien"

  1. Nator 10. Juni 2024 um 17:57 Uhr · Antworten
    Aber sicher doch 🙈
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