Smart Home Vol. 3: So gelingt der einfachste Einstieg

Hallo und herzlich willkommen zurück zu unserer Smart Home Serie, der nunmehr dritten Ausgabe. Vor knapp zwei Woche haben wir uns ein bisschen mit den verschiedenen Sprachassistenten, welche „Vorgehensweisen“ und Unterschiede sie haben und welche Ansätze die verschieden Hersteller verfolgen, befasst. Bis hierher war es eher „graue Theorie“, doch heute wollen wir endlich in die Praxis einsteigen.

Bevor wir aber anfangen, muss ich um Entschuldigung bitten, dass es diese Woche etwas länger dauerte. Das Weihnachtsgeschäft ist ziemlich stressig und so bleibt doch viel zu wenig Zeit gerade.

Doch kommen wir nun zurück zum Thema und steigen mit der Beleuchtung ein. Jeder von uns hat Lampen zuhause und hier lässt sich meiner Meinung nach auch der größte „Aha“-Effekt nach Installation und Einbindung von Smart Home Leuchtmitteln erzeugen.

Dies hat mehrere Gründe die ich euch hier kurz anführen will:

  • Vergleichsweise einfache Installation durch aufgegriffene Standards – auch für Anfänger geeignet
  • Smarte Beleuchtung hat eine unmittelbare Auswirkung auf euer Wohlbefinden
  • Smarte Beleuchtung spart Energiekosten durch den Einsatz von stromsparenden LEDs und individuellen Ansteuerung
  • Mehr Komfort
  • Und für alle Tech Freaks – Man(n) kann nahezu unbegrenzt mit Einstellungen und Co. spielen

Nachfolgend gehe ich einmal kurz die genannten Punkte an und im Anschluss stelle ich Euch die beiden wichtigsten Beleuchtungssysteme vor.

Man greift auf bewährte Anschlussstandards zurück

Da der Umstieg durch die verwendeten Technologien der Leuchtmittel mit einem gewissen finanziellen Aufwand verknüpft ist, ist es umso wichtiger, dass sich diese neuen Leuchtmittel ohne größeren Aufwand in bestehende Lampen einbinden lassen. Dafür ist die Lampenfassung verantwortlich. Die Anbieter verwenden die gängigen Bauformen E14, E27 und GU10.

Dabei steht E14 für das schmale Schraubgewinde, während E27 das deutlich dickere Schraubgewinde kennzeichnet. GU10 ist dabei eine Steckverbindung für eingelassene Spots in der Decke. Damit sollte eigentlich eine größtmögliche Kompatibilität gewährleistet sein. Zudem bieten die Hersteller noch sogenannte Lightstrips oder gänzlich eigene Lampen an, die sich oftmals spielend leicht installieren lassen. Nämlich einfach über die Steckdose. Oftmals legen die Hersteller zusätzlich auch die notwendigen Schrauben usw. dazu.

Wohlbefinden steigert sich direkt

Nachdem man die Komponenten aufgebaut, angeschlossen und eingerichtet hat (dazu in einer späteren Folge mehr) kann man direkt schon anfangen mit dem Licht bzw. deren Einstellungen zu experimentieren. Dabei fällt uns auf, dass wir sowohl Helligkeit als auch die Intensität oder die „Farbwärme“ einstellen können. Dabei gilt der Grundsatz, je kälter die Farbwärme desto intensiver und „greller“ wird die Farbwärme dargestellt.

Was das nun mit unserem Wohlbefinden zu tun hat? Ganz einfach: Schon mal in den vergangenen Tagen bei dem kaltgrauen Wetter morgens aufgestanden und das gleißende Halogenlicht eurer traditionellen Nachttischlampe „genossen“? Das ist wahrlich kein Vergnügen und ich komme dabei so gar nicht aus dem Bett. Denn unser menschliches Auge ist dieses künstliche Licht von Natur aus nicht gewöhnt und erst recht nicht nach dem Aufwachen. Das Sonnenlicht ist ja morgens ein orangefarbener Ton.

Mit smarten Leuchtmitteln können wir genau das einstellen, denn durch die verbauten LED´s sind sie in der Lage 16,7 Mio. Farben darzustellen. Und da wir auch wissen, dass wir morgens Licht brauchen um in den Tagesrhythmus zu kommen, fahren wir die Farbwärme langsam aber stetig von warme in kalte Farbtöne um. Wir sind also ausgeruhter und frischer – haben also unser Wohlbefinden gesteigert.

Beim Arbeiten kann man dann zum Beispiel kaltes, blaues Licht erzeugen. Dies regt in uns Konzentration und Fokus an. Die Möglichkeiten liegen also weit über der reinen Spielerei oder dem optischen Nutzen.

Mit LED den Stromkonzernen ein Schnippchen schlagen – zumindest ein bisschen

mein örtlicher Energieversorger hat mal wieder an mich gedacht und mir einen Brief geschickt um mich daran zu erinnern, dass er nur mein Bestes will – mein hart verdientes Geld einzusacken. Dementsprechend hat man die turnusmäßige Preiserhöhung angekündigt.

Doch dank den Smart Home Leuchtmitteln kann ich da etwas gelassener sein. Das liegt nämlich am Stromverbrauch und an den sogenannten Arbeitsstunden. Letzteres bezeichnet die allgemeine Brenndauer eines Leuchtmittels, bevor es ausgetauscht werden muss. Gerade hier spielt LED seine Trümpfe aus: Bis zu 25.000 Stunden Brenndauer sind möglich und dabei liegt die Leistungsaufnahme bei gerade einmal 8 Watt. Die gute alte, klassische Glühbirne braucht mit einer Leistungsaufnahme von 60 Watt rund 7,5x soviel Energie – und hält gerade einmal 1.500 Betriebsstunden durch.

Natürlich muss man auch die höheren Anschaffungspreise berücksichtigen sowie den (geringen) Stromverbrauch der jeweiligen Bridge. Doch die deutlich gesteigerte Effizienz der LED-Leuchtmittel rechnen sich mittelfristig. Die nächste Strompreiserhöhung ist nämlich so sicher wie das Amen in der Kirche.

Mehr Komfort – durch Automationen

Wir können mit Smart Home Leuchtmittel unser Wohlbefinden steigern, mit Ihnen dank deutlich verbesserter Energieeffizienz bares Geld einsparen und mit einer Kombination aus den beiden Punkten mehr Komfort erreichen. Wenn wir morgens nach dem Aufstehen noch schlaftrunken durch unsere Wohnung taumeln könnte doch beim Betreten eines Raumes das Licht angehen bzw. an sein. Möglich macht das beispielsweise ein Bewegungsmelder der im betreffenden Raum installiert wird – natürlich ist da auch möglich, wenn wir in der Nach auf WC gehen müssen. Wie oft hat man sich denn da den Zeh irgendwo angestoßen?!

Oder man programmiert einfach eine Routine, bestehend aus Zeit und Wiederholung, damit das Licht in der Küche schon an ist. Die Liste ist eigentlich fast endlos und führt uns zum letzten Punkt meiner Aufstellung.

Männer sind Männer

Für diesen Punkt gibt es so unendlich viele Möglichkeiten, doch ich möchte Euch dazu eine Anekdote erzählen. Einer meiner Kunden, dem ich eine Soundbar einrichtete, war komplett mit Smart Home ausgestattet.

An seinem WC hing ein Kasten aus Holz, indem mit „Danger“ und „Good“ zwei Worte ausgesägt waren; welche direkt mein Interesse weckten. Ich fragte nach, was es damit auf sich hat. Tja, dahinter waren jedenfalls zwei Birnen angebracht. Zudem hatte der Kunde einen Raumsensor in seinem Bad aufgestellt. Ihr könnt es euch denken. Dieser maß also tatsächlich die Luftqualität auf seiner Toilette, sodass die Lichter draußen andere wissen lassen, ob es ratsam ist, ein anderes WC aufzusuchen.

Welche Lichtsysteme für Smart Home empfehle ich?

Der gängigste und, meiner Meinung nach, auch beste Hersteller ist Signify mit Philips Hue. Es bietet die größtmögliche Kompatibilität hinsichtlich Plattformen und Drittanbieter-Leuchtmitteln.

Zum Einen lassen sich in das Philips Hue System viele Leuchtmittel anderer Hersteller wie Koogek oder Osram Lightify einbinden. Und zum Anderen ist Philips Hue selber über unglaublich viele Plattformen einbindbar: Es spielt nämlich keine Rolle, ob ihr HomeKit, Amazon Alexa, Google Home, Quivicon (Telekom Magnet Smart Home, E wie Einfach, Innogy und Co), HomeMatic IP, Devolo HomeControl, Bosch Smart Home, Samsung SmartThings oder Homee nutzt.

Möglich wird das über den Funkstandard ZigBee und der eigenen Hue-Bridge. Diese ist für den Betrieb von Philips Hue Voraussetzung, auch wenn das etwas dem Ansatz von HomeKit widerspricht. Doch gerade diese Bridge ist der eigentliche Clou an der Sache. Sie muss lediglich am Strom und mit einem Netzwerkkabel am Router angeschlossen werden. Anschließend wird die App heruntergeladen, die Kopplungstaste auf der Bridge gedrückt und der Spaß kann losgehen. Wem das iPhone dafür zu klein ist darf selbstverständlich auch das iPad zur Hand nehmen.

Vor allem aber gibt es wahnsinnig viele freie Apps für Philips Hue im iOS App Store mit denen ihr die Puppen tanzen lassen könnt – und zwar fast wortwörtlich. Gerade in Kombination mit Musik ist da Einiges möglich.

Leider hat Philips Hue auch einen kleinen Nachteil – es ist recht preisintensiv. Zwar gibt es diverse Starterkits mit drei Lampen, der Bridge und einem Dimmschalter und immer mal wieder Angebote. Doch alle anderen Leuchtmittel bleiben wahnsinnig preisstabil. Noch ein Wort zu den Leuchtmitteln, da gibt es nämlich genau drei Sorten:

  • Color: Meiner Meinung nach die sinnvollste Option. Nur hier stehen neben den Weißtönen auch die 16,7 Mio Farben zur Verfügung mit dessen Hilfe eine vollständig individualisierte Lichtsteuerung für jeden Wohn- und Lebensbereich möglich ist.
  • White Ambiance – Hierbei können nur die Weißtöne in kalter oder warmer Farbtemperatur eingestellt werden. Dadurch können aber auch Funktionen des „Peace of Mind“ genutzt werden; also die Lampen beispielsweise für ein angenehmes Aufwachen genutzt werden.
  • White – Das stellt die kleinste Variante da und sollte lediglich nur als Ergänzung in ein bestehendes Philips Hue System in Betracht gezogen werden; beispielsweise für Vorratsräume oder ähnliches. Denn in dieser Produktkategorie lassen sich lediglich intelligente Regelungen, Lichtpläne oder die Fernsteuerung umsetzen.

Einen „exotischen“ Hersteller lege ich euch noch ans Herz, der Kleingeld vorausgesetzt. Die Rede ist von Nanoleaf. Deren Leuchtmittel sind der Knaller. Warum? Man kann dort nämlich aus kleinen Drei- und Vierecken sich seine eigene Lampe nach seinen individuellen Wünschen zusammensetzen. Auch ein Bau um die Ecke ist theoretisch möglich. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auf jeden Fall etwas, was ich persönlich auch haben möchte.

Günstige Alternative

Gerade bei letzterem gibt es eine mehr als interessante Alternative, die zudem deutlich preisgünstiger ist. Die Rede ist von der Trådfri-Serie vom schwedischen Möbelkonzern IKEA. Die Schweden punkten mit typisch skandinavischem Design, guter Qualität und sie konzentrieren sich bei den Leuchtmitteln auf das klassische Farbe Weiß.

All das hilft, die Kosten und dementsprechend die Preise günstig zu halten. gerade die FLOAD genannten LED-Panele sind unglaublich flexibel einsetzbar. Ob über dem Tisch oder mit handwerklichem Geschick als indirekte Schrankbeleuchtung eingesetzt liefert das Trådfri ein stimmungsvolles Weiß. Dabei muss man zudem ehrlich sagen, die runde Fernbedienung macht schon ein bisschen mehr her als der Dimmschalter von Philips Hue. Und dank erfolgter HomeKit- und Amazon Alexa Integration lässt sich das super entspannt einrichten. Über einige kleinere Umwege lässt sich Trådfri auch in Philips Hue mit einbinden. Voraussetzung dafür ist allerdings das separat erhältliche Trådfri Gateway; wie IKEA seine Bridge nennt.

Aus diesen Gründen empfehle ich bei einer Beleuchtung in Weiß, sich die Leuchtmittel von IKEA einmal anzuschauen. Es könnte sich lohnen und ist einfach deutlich preisgünstiger. Natürlich gibt es auch Leuchtmittel von anderen Herstellern, doch sind diese oftmals mit einigen Einschränkungen verbunden. Osram wäre hier beispielsweise zu nennen. Sie haben es eine lange Zeit über den Preis versucht, sind aber letztlich gescheitert. Koogek habe ich noch angesprochen, allerdings noch nicht selbst zum Test da gehabt.

Damit soll an dieser Stelle auch Schluss sein, denn es ist doch wieder etwas länger geworden.

Welche Lampen nutzt ihr denn so? Schon smarte oder etwa noch die gute alte Glühbirne?

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Patrick Bergmann
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6 Kommentare zu dem Artikel "Smart Home Vol. 3: So gelingt der einfachste Einstieg"

  1. Malleralle 30. Januar 2019 um 21:16 Uhr ·
    Hallo Freunde, eine Frage treibt mich seit einiger Zeit um. Es wird berichtet, daß LED recht unangenehm für die Augen sind. Forschungen haben ergeben, altersbedingte Makuladegeneration wird durch den erhöhten Anteil blauen Lichtes in den LED beschleunigt bzw. verursacht. Erbitte Info. Gruß an alle Smart Home Fans.
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    • Patrick Bergmann 7. Februar 2019 um 08:47 Uhr ·
      Hallo Malleralle, zunächst einmal vielen Dank für deinen Input und ich bitte die verspätete Antwort zu entschuldigen. Deine Frage ist nämlich recht interessant und ich habe versucht dort etwas zu recherchieren. Zunächst einmal ist das beschriebene Blaulicht grundsätzlich nicht so gesund für das menschliche Auge, was allerdings mittlerweile auch im Alltagsbewusstsein angekommen ist. Die von Dir beschriebene Forschung konnte ich leider nicht ausfindig machen, jedoch sollten wir nicht vergessen, dass wir in Philips Hue zum einen einen qualitativ hochwertigen Hersteller haben, der LED´s in einer deutlich fortgeschrittenen Generation zum Einsatz bringt und zum anderen bisher dazu noch keine verlässlichen Langzeitstudien existieren. Last but not least setzt die überwiegende Mehrheit Philips Hue auch als indirekte Beleuchtung ein; also die Lampen werden in die Fassungen eingeschraubt, hinter Blenden angebracht usw. Damit sollte der Blaulichtanteil schon deutlich nach unten geschraubt werden. Trotzdem ist dein Einwand ein gutes Beispiel dafür, dass wir neuen Technologien offen aber mit einer gesunden, kritischen Einstellung begegnen sollten.
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  2. goldin 31. Januar 2019 um 12:59 Uhr ·
    Ich nutze Hue LEDs seit mehr als einem Jahr in meinen beiden Nachttischlampen im Schlafzimmer und beiden Stehlampen im Wohnzimmer. Meinen Augen scheint es bisher nicht geschadet zu haben aber mein Wohlbefinden hat sich, wie im Artikel beschrieben, tatsächlich deutlich gesteigert. Auch der Komfort, z.B. das Licht beim Lesen, Fernsehen oder nur zum Smalltalk oder beim Musik hören, zu variieren, ist fantastisch. Ich möchte nicht darauf verzichten, eher noch weiter ausbauen.
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  3. rreuhl 31. Januar 2019 um 18:27 Uhr ·
    Hoffentlich hört der Stress des Weihnachtsgeschäfts bald aus. Es ist ja bald schon wieder Advent
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  4. Jörg 1. Februar 2019 um 11:48 Uhr ·
    Alles Philips Hue außer Kühlschrank natürlich.
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  5. Luke 3. Februar 2019 um 00:02 Uhr ·
    Habe auch diverse Philips Hue Leuchten im Einsatz und bin bisher sehr zufrieden. Ikea hatte ich mir auch angeschaut und würde ich für weisslicht vielleicht verwenden, aber das Sortiment von Philips war größer und passender.
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