iPhone-Modems: Qualcomm zahlte Bestechungsgelder an Apple, um Konkurrenten auszubooten und muss nun zahlen

Qualcomm kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Nicht nur Apple und andere Branchengrößen stören sich an dessen Geschäftspraxis, Regulierungsbehörden bewerten sie ebenfalls kritisch. Nun hat die EU-Kommission eine Strafzahlung von knapp einer Milliarde Euro gegen Qualcomm verhängt: Das Unternehmen soll Bestechungsgelder an Firmen gezahlt haben, damit diese Qualcomm-Produkte einsetzen.

Absurde Lizenzzahlungen, Nötigung, aggressive Patentrechtsklagen, das sind die unschönen Schattenseiten von Qualcomm. Der Chipentwickler baut die fortschrittlichsten Mobilfunk-Modems, die derzeit auf dem Markt sind und seine Snapdragon-Prozessoren zählen zum besten, was in Smartphones zum Einsatz kommt. Doch das Unternehmen hat zu reichlich abseitigen und auch illegalen Mitteln gegriffen, um seine Produkte zu verkaufen. Es hat Unternehmen hohe Bestechungssummen bezahlt, damit sie seine und keine Konkurrenz-Chips in deren Produkte einbauen.

Diese Praxis war nun Gegenstand eines Wettbewerbsverfahrens der EU-Kommission. Diese hat ihre Prüfung nun abgeschlossen und eine Strafzahlung in Höhe von 997 Millionen Euro, knapp 5% des Jahresumsatzes von Qualcomm, gegen das Unternehmen verhängt. Im konkreten Fall ging es um ein Abkommen mit Apple, das die ausschließliche Nutzung von Qualcomm-Modems in iPhones vorgesehen haben soll.

Dieser Vorgang habe die Konkurrenz über fünf Jahre davon abgehalten, Modems an Apple zu liefern und stelle somit einen argen Wettbewerbsverstoß dar, so die Kommission. Die erstmals 2011 geschlossene und 2013 bis Ende 2016 verlängerte Absprache schadete in erster Linie Intel, das so davon abgehalten wurde, seine Modems in Apples iPhones zu bringen. Apple habe dem Vernehmen nach bereits zuvor erwogen, mit seinen Modem-Orders zu Intel zu wechseln, hätte dann aber Geld an Qualcomm zurückzahlen müssen.

Qualcomm konnte das unvermeidliche aber nur aufschieben: Aufgrund der immer weiter eskalierten Auseinandersetzungen mit Apple hat Cupertino nun anscheinend final die Abkehr von Qualcomms Modem-Chips eingeleitet. Der Chipentwickler möchte die Strafzahlung aber wenig überraschend vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten.

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Roman van Genabith
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1 Kommentar zu dem Artikel "iPhone-Modems: Qualcomm zahlte Bestechungsgelder an Apple, um Konkurrenten auszubooten und muss nun zahlen"

  1. Gast 24. Januar 2018 um 19:47 Uhr ·
    Qualcomm ist der verlängerte Arm der CIA und NSA. Hier wird sich irgendwann ein neuer Zugang zu unseren Daten zeigen. Intel hatten wir schon nun wird auch bald Q die Hosen runterlassen. Intel wäre sicher genau so gut oder besser müssten Sie nicht auf Patente und Lizensen von Q Rücksicht nehmen oder könnten sie umgehen. Apple geht den richtigen Weg mit dieser Spio ….firma. Was allerdings im Text oben so steht ist schon sehr weit weg von der Wirklichkeit. Mit absurden Lizenzzahlungen und Nötigung verdient Q sein Geld. Lange genug zugesehen und die Klappe gehalten. Ist wie in D mit dem Diesel . Auf dieser Kugel mit Wasser und Bäumen geht es nur um eins Macht und Geld 💰 .
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