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Instagram-Konkurrent EyeEm vor dem Aus nach Insolvenzantrag

Wer schöne Bilder im Netz online stellt, macht dies schon lange nicht mehr auf Flickr, sondern auf Instagram. Das war jedoch nicht das einzige Fotonetzwerk. Aus Deutschland stammt das Start-Up EyeEm, doch das einstige Unicorn aus Berlin steht vor dem Aus

EyeEm nach Insolvenzantrag vor dem Aus?

EyeEm galt mal als eines der sagenhaften Unicorns aus Berlin und konnte in den Download-Charts sogar den Wettbewerber Instagram hinter sich lassen. EyeEm war dabei ein Mix aus Fotonetzwerk und Bildagentur und konnte sogar Peter Thiel zu einem Investment bewegen.

Doch der Hype ebbte spätestens 2020 ab, nachdem die Gründer das Unternehmen verließen.  Nach  der Übernahme durch Talenthouse ist von EyeEm nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Die Berliner Bildagentur EyeEm Mobile GmbH meldete Anfang April offiziell Insolvenz an (Aktenzeichen: 36e IN 1953/23). Eine entsprechende Meldung gibt es dazu u.a. hier.

Fotografen warten seit Monaten auf ihre Auszahlungen

Anfangs konnte EyeEm wirklich begeistern, weil das Verkaufen von eigenen Bildern  unkompliziert und recht lukrativ vergütet wurde. Nach der Übernahme wurden die Tantiemen, von denen man 50% behalten durfte, immer weniger und seit mehr als sechs Monaten warten professionelle Fotografen auf ihre Auszahlungen. Dabei scheint EyeEm nur ein Bauernopfer zu sein, denn die Muttergesellschaft ist eigentlich in eine enorme Schieflage geraten. Talenthouse, die bis Ende 2021 noch New Value hießen, hat enorm an Wert an der Schweizer Börse verloren. Es scheint fast so, als wäre die Übernahme von EyeEm Mitte 2020 für rund 40 Mio. US-Dollar (ca. 37 Mio. Euro) und beständig wechselndes Management zu viel gewesen. Die Aktie von Talenthouse wurde an der Schweizer Börse für zuletzt 2 Cent gehandelt und es scheint so, als wolle man sich von Ballast trennen.

Wie geht es weiter?

Das Aus von EyeEm ist schade und stellt für professionelle Fotografen ein Problem dar. Denn der Dienst hat rund 9 Mio.  Bilder an Plattformen wie Adobe Stock, Getty Images lizenziert und es ist derzeit unklar, wie es um die Bildrechte steht und was mit den ausbleibenden Honoraren passiert. An der Berliner Geschäftsadresse scheint es nur noch einen Briefkasten zu geben, der bereits seit Wochen nicht mehr geleert wurde. Umso erstaunlicher ist es, dass sich nach wie vor Bilder hochladen lassen.

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Patrick Bergmann
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