Facebook in Deutschland: Bundeskartellamt will Datentrennung durchsetzen

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Das Bundeskartellamt hat Facebook weitreichende Einschränkungen bei der Verarbeitung und Verknüpfung von Nutzerdaten in Deutschland auferlegt. Daten verschiedener Facebook-Dienste und dritter Webseiten sollen nicht mehr zusammengeführt werden, doch Facebook wird die Entscheidung anfechten.

Facebook hat einmal mehr erfahren müssen, dass der Deutsche beim Datenschutz keinen Spaß versteht. Denn im Mutterland der Mülltrennung sollen auch Daten streng getrennt gespeichert werden: Das Bundeskartellamt hat Facebook nun weitreichende Auflagen für den Umgang mit den Daten seiner deutschen Nutzer gemacht. Daten, die in verschiedenen Diensten des Unternehmens wie WhatsApp oder Instagram anfallen, dürfen nur zusammengeführt werden, wenn der Nutzer vorher zugestimmt hat. Bei WhatsApp hatte es entsprechende Abfragen bereits gegeben, als damit begonnen wurde, die Kontakte mit dem auf dem Gerät genutzten Facebook-Konto abzugleichen, um so etwa passende Freundschaftsvorschläge machen zu können.

Bundeskartellamt: Facebook hat marktbeherrschende Stellung

Auch durch den Gefällt mir-Button auf vielen Webseiten sammelt Facebook Daten und auch diese Praxis steht seit langem in der Kritik. Das Bundeskartellamt hat sich insgesamt drei Jahre für diese Untersuchung Zeit gelassen, die als eine Art Musterprozess gesehen wird. Der Chef des Amtes Andreas Mundt ist überzeugt, viele weitere Wettbewerbsbehörden werden die Methodik der Untersuchung aufmerksam begutachten und eventuell eigene Konsequenzen ziehen. Das Bundeskartellamt hat Facebook in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung konstatiert. Facebook selbst will das so nicht sehen und sprach von einem starken Wettbewerb mit Konkurrenten wie Google oder Snapchat.

Innerhalb von vier Monaten soll Facebook ein Konzept zur Nachbesserung seiner Datenverarbeitung vorlegen, ein Jahr hat das Unternehmen Zeit, die Vorgaben der Wettbewerbshüter umzusetzen. Rechtskräftig ist die Entscheidung allerdings n noch nicht, Facebook kündigte umgehend an, beim zuständigen Oberlandesgericht Beschwerde einzulegen.

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Roman van Genabith
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6 Kommentare zu dem Artikel "Facebook in Deutschland: Bundeskartellamt will Datentrennung durchsetzen"

  1. johnhenry 7. Februar 2019 um 13:05 Uhr · Antworten
    Finde ich richtig und gut. Facebook hat damals beim Kauf von WhatsApp der Bedingungen zugestimmt, dass die Daten nicht zusammengeführt werden sollen
    iLike 13
    • Steve 7. Februar 2019 um 16:25 Uhr · Antworten
      Facebook macht was es will. Weder Nutzer noch Gesetze können da was dran ändern oder bewirken. Sie fühlen und handeln inzwischen immun und gottähnlich. Ich habe dem Datenabgleich bei WA seinerzeit widersprochen und nicht freigegeben. Dennoch fand er statt. Facebook habe ich gekündigt. Angeblich soll der Account nach 30 Tagen gelöscht werden. 6 Monate später konnte ich mich noch einloggen testweise, und alles war noch da. Erneut gekündigt, 1 Jahr später das selbe Spiel. Was die einmal haben, egal woher, löschen die nie mehr und führen alles zusammen, und geben nicht mehr her an den Besitzer. Nur noch an zahlende Firmenkunden. Dafür aber reichlich und gerne und alles und unbegrenzt. Kontrolle, in begrenztem Maße, gäbe es nur dann wieder, wenn facebook durch die US Behörden vollkommen zerschlagen wird, und die einzelnen Segmente massiv und verschärft kontrolliert und eingeschränkt werden. Bis das geschieht, hat keiner mehr Kontrolle über irgendwas, und die machen was sie wollen. Schöne neue Welt. Und solange die Jugend schön postet, und argumentiert „ich hab ja nix zu verbergen, was wollen die denn damit“, dreht sich das Rad weiter. Das Erwachen kommt später. Nur dann….
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  2. Catweazle 7. Februar 2019 um 13:56 Uhr · Antworten
    Wen wundert es, dass Face-Assibook sich natürlich nicht dran hält und die Daten von WhatsApp doch abgreift. Ob Facebook was verspricht oder der Teufel persönlich, beide halten es nicht und finden ein Hintertürchen zum betrügen. Facebook und vor Allem, der Bzw. die da hinter stehen, sind fast schlimmer als der Satan und für die Menschheit genauso verdärbenbringend.
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  3. Devil97 7. Februar 2019 um 14:59 Uhr · Antworten
    Durchsetzen ist gut aber wie wollen die das prüfen in den Computern in Amerika?
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  4. Tom 7. Februar 2019 um 15:14 Uhr · Antworten
    Der Daten-Schwall ist nicht mehr zu stoppen. Falls Einschränkungen drohen (gesetzlich o. ä.) werden die „Unverzichtbaren“ (FaceBook, Google&Co.) ihre Dienste soweit drosseln, dass die Nutzer alles freigeben um wieder dabei sein zu dürfen!
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  5. xhase 7. Februar 2019 um 18:36 Uhr · Antworten
    Die Nutzer werden derzeit im Internet als Datensklaven gehalten. Abhilfe wäre wenn der Nutzer per Gesetz pro Wort Information über sich selbst z.B. 1Cent / Monat bekommt
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