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Dreame Z10 Pro im Test: Der überzeugende Alltagshelfer | REVIEW

Beim Dreame Z10 Pro handelt es sich um einen vielseitigen Saugroboter mit Wischfunktion. Die Besonderheit ist die Absaugstation, die den Staubbehälter des Roboters zuverlässig leert und selbst mit einem Staubbeutel ausgestattet ist. Besonders überzeugt die Hinderniserkennung, die die Anzahl an Kollisionen auf ein absolutes Minimum begrenzt. Die ausgeklügelte Navigation im Linien- bzw. Netzmuster sorgt für eine vollflächige Reinigung. Etwas Spiel nach oben bleibt bei der Saugleistung, die vor allem bei schwierigen Materialien und auf glatten Böden anderen Modellen unterlegen ist. Die Wischfunktion bezieht sich auf einen feuchten Lappen, der hinter der Hauptbürste hinterhergezogen wird. Für einen Gesamtpreis von 530 Euro macht der Dreame Z10 Pro sehr viel richtig und kann absolut empfohlen werden.

Bekannte Formen und gut zugängliche Komponenten

Das Design des Dreame Z10 Pro lässt wenig Spielraum für Spekulationen. Der bekannte runde Formfaktor verrät, dass es sich um einen Saugroboter handelt. Die Vorderseite verbirgt einige Öffnungen und durchsichtige Abdeckungen, hierbei handelt es sich um diverse Sensoren zur Hinderniserkennung. Auf der Oberseite befinden sich ein Bedienfeld mit drei Tasten und ein kleiner Aussichtsturm, unter dem die LiDAR-Technologie zur 3D-Einmessung eures Raumes steckt. Unter dem Deckel hinter dem LiDAR-Türmchen versteckt sich der Staubbehälter mit einem Volumen von 400 ml und ein Reinigungs-Tool. 

Dieses kleine Werkzeug besteht aus einer Pinselbürste und einem kleinen Cutter. Damit lässt sich die Reinigungsbürste des Staubsauger in wenigen Sekunden von eingewickelten Haaren befreien. Dafür kann man die Rolle mit nur einem Handgriff entfernen. Auch die dreiarmige Seitenbürste kann man einfach abziehen und somit leichter reinigen oder austauschen. Ebenfalls befinden sich an der Unterseite die Kontaktpunkte für die Ladestation und die separate Wischeinheit zum Einklicken. Die Ränder werden von Absturzsensoren geschmückt.

Die grauen Farbtöne verleihen dem Staubsauger eine moderne und saubere Optik.

Die grauen Farbtöne verleihen dem Staubsauger eine moderne und saubere Optik. (Bild: Dreame)

Der Dreame Z10 Pro besteht aus einigen Einzelteilen, weswegen er an vielen Stellen verschraubt ist. Das macht sich optisch aber keinesfalls negativ bemerkbar und hilft im Zweifel eher, wenn man ihn mal ausgiebig reinigen oder einzelne Bauteile austauschen möchte.

Besonderheit: Absaugstation

Wenn ich eines hasse, dann ist es das manuelle Leeren von Staubbehältern. Man mag mir diese unfassbare Umweltsünde nachsagen, aber ich setze bei meinen Alltagsstaubsaugern auf Beutel. Da kommt mir der Dreame Z10 Pro sehr entgegen: Denn seine Ladestation sorgt nicht nur für einen vollgeladenen Akku, sondern auch für einen leeren Staubbehälter. Nach dem Saugen des Roboters saugt die Station wiederum den Dreck aus dem Roboter und schickt ihn direkt in einen großen Staubsaugerbeutel. Das ist nicht nur unfassbar praktisch, sondern auch maximal hygienisch.

Dreame gibt an, dass dieser Beutel für bis zu 65 Saugtage ausreichen soll, in meinem Test hielt er sogar noch länger. Im Lieferumfang liegen insgesamt zwei Beutel bei, wodurch ihr erst einmal Ruhe habt, bevor ihr welche nachkaufen müsst. Zum Auswechseln hebt man einfach den Deckel der Station an, entfernt den alten Beutel und klemmt die Öffnung des neuen in die dafür vorgesehene Halterung.

Die automatische Absaugstation ist eine einfache und zugleich geniale Möglichkeit, den Roboter mühelos und ohne schmutzige Hände zu leeren.

Die automatische Absaugstation ist eine einfache und zugleich geniale Möglichkeit, den Roboter mühelos und ohne schmutzige Hände zu leeren. (Bild: Valentin Heisler)

Damit der Roboter gleichzeitig Laden und Absaugen kann, muss er eine kleine Rampe nach oben fahren. Das klappt jedoch ohne Probleme, da die Auffahrt Rillen hat, in denen die Räder guten Halt finden. An der Unterseite der Ladestation ist ein Service-Zugang, sollte im Inneren etwas verstopfen. Der Netzstecker, in der EU-Version natürlich ein Schuko-Stecker, kann durch eine Kabelhalterung nach Bedarf gekürzt werden. 

Einrichtung und App

Als Tochterfirma von Xiaomi profitiert Dreame enorm von der Erfahrung und den Investitionen des chinesischen Technologiegiganten. Das zeigt sich vor allem in der App Xiaomi home, die jede Menge Details zur Steuerung und Verwaltung des Roboters mitbringt. Wirklich intuitiv und zu 100 % verständlich ist sie allerdings nicht immer, und das liegt nicht nur an den teils schiefen Übersetzungen. Doch mal ganz von vorne: Bevor ihr euren Roboter überhaupt konfigurieren könnt, werdet ihr zum Anlegen eines Accounts gezwungen. Auch fordert die App teils unklare Berechtigungen wie den Mikrofonzugriff. Hier kann ich vorwegnehmen, dass ihr diesen getrost ablehnen könnt – ohne jegliche Funktionseinbußen.

Zur Einrichtung muss sich der Dreame im Kopplungsmodus befinden. Dafür drückt man die linke und rechte Taste des Bedienfeldes für etwa drei Sekunden. Wie bei allen anderen Smart-Home-Produkten haben wir auch hier die üblichen 2,4-GHz-Problemchen. Schaltet euer 5-GHz-Frequenzband also am besten kurzzeitig ab. Nach der Netzwerkverbindung kann man noch jede Menge Spielereien vornehmen. Diese betreffen zum einen übergreifende Funktionen wie das Teilen des Zuhauses mit anderen Personen, das Konfigurieren der Watch-App oder das Verbinden mit diversen Sprachassistenten. Für die europäischen Nutzer kommen hier aber wahrscheinlich nur Alexa und der Google Assistant in Frage. Zum anderen kann man auch am Roboter selbst viel einstellen: Ändern von Name und Sprache, Ein- und Ausschalten der Hinderniserkennung, Kindersicherung, Konfigurieren von Erinnerungen, Fernsteuerung, Protokollierung, intelligente Szenen und und und…

Wenn ihr euren Roboter zum ersten Mal losschickt, fährt er nach und nach jeden zugänglichen Raum eures Zuhauses ab und erstellt mit seinen Sensoren und Messinstrumenten eine äußerst präzise und genaue Karte. Bei mehrstöckigen Wohnungen oder Häusern kann man sogar mehrere Karten einspeichern und der Roboter erkennt von selbst, in welchem Geschoss er sich gerade befindet.

Beim ersten Reinigen scannt er die Wohnung Stück für Stück und erstellt eine Karte.

Beim ersten Reinigen scannt er die Wohnung Stück für Stück und erstellt eine Karte. (Screenshot: Valentin Heisler)

Anhand der Scans teilt die App die Wohnung selbstständig in einzelne Räume ein. Bei Bedarf könnt ihr in wenigen Sekunden eine individuelle Raumteilung vornehmen, zum Beispiel wenn der Flur in zwei separate Bereiche getrennt werden soll. Auch könnt ihr in den jeweiligen Räumen wiederum spezifische Zonen festlegen, etwa die Spielecke im Wohnzimmer. Anschließend könnt ihr den Saugroboter auch in einzelnen Bereichen fahren lassen, zum Beispiel wenn nur die Küche enorm dreckig ist.

Man kann in der App auch stets verfolgen, wo sich der Roboter gerade befindet. Das geht auch von unterwegs aus. Ebenfalls lässt die App es zu, verbotene Saug- und Wischzonen zu definieren (rot bzw. lila markiert). In unteren Beispiel soll der Sauger etwa nicht in die begehbare Dusche fahren und im Büro nicht wischen. Auf Wunsch kann euch die App über das erfolgreiche Beenden der Reinigung informieren. Auch alle anderen Benachrichtigungen, zum Beispiel wenn der Roboter festhängt, gibt die App verlässlich wieder.

Den einzelnen Räumen kann man Symbole sowie Namen zuordnen und eine zielgerichtete Reinigung starten.

Den einzelnen Räumen kann man Symbole sowie Namen zuordnen und eine zielgerichtete Reinigung starten. (Screenshot: Valentin Heisler)

Eine für’s Erste nützlich erscheinende Funktion ist das Monitoring der zu reinigenden und zu tauschenden Komponenten. Unter dem etwas kryptisch lautenden Abschnitt „Restzeit“ findet sich eine Auflistung des Filters, der Seiten- und Hauptbürste sowie der Sensoren. Verschiedene Prozentzahlen und eine verbleibende Lebensdauer geben an, wann man die Bauteile wechseln bzw. im Falle der Sensoren reinigen soll. Die Angaben basieren aber höchstwahrscheinlich auf Durchschnittswerten und können vom Nutzer nicht angepasst werden. In meinem Fall war etwa der Filter bereits bei einer verbleibenden Lebenszeit von 60 Prozent derart verstaubt, dass ich ihn wechseln musste. Seid also selbst auf der Hut und checkt regelmäßig eure Bauteile. Apropos: Zum Thema Ersatzteile komme ich ganz am Ende des Artikels zurück.

Hier und da wackelt es in der App und auch beim Roboter selbst gewaltig. Ab und zu lädt die Karte in der App nicht, wodurch man das zielgerechte Reinigen eines spezifischen Raumes vergessen kann. Einmal hat sich die Karte von jetzt auf gleich zurückgesetzt, weshalb ich die ganze Einmessung nochmals vornehmen musste. Manchmal krampft es auch an der Netzwerkverbindung und wenn der Roboter einmal aus dem WLAN fliegt, braucht es wirklich lange, bis er sich wieder gefangen hat.

Navigation und Hinderniserkennung (nahezu) in Vollendung

Das Kernelement einer geordneten und unfallfreien Roboterreinigung ist definitiv eine saubere Einmessung des Raumes. Noch vor wenigen Jahren durchkämmten selbst die Topmodelle die Wohnung nach dem Chaosprinzip. Moderne Sauger wie der Dreame Z10 Pro erkennen jedoch die Struktur und Beschaffenheit einer Wohnung. Beim ersten Durchgang fährt der Roboter behutsam und recht langsam die Kanten eures Raumes ab, um ihn grob einzumessen. Danach schlängelt er sich im Liniensystem durch den Raum, um festzustellen, wo Möbel und andere Hindernisse stehen. Die Ergebnisse werden gespeichert, was in späteren Durchläufen nicht nur Unfälle und Demolierungen verhindert, sondern auch zu einer effizienteren Reinigung führt. 

Die Laser und Scanner machen dabei wirklich einen hervorragenden Job. Fährt der Z10 Pro auf ein Hindernis zu, reduziert er zunächst seine Geschwindigkeit, tastet sich dann langsam an das Objekt oder die Wand heran und macht kurz davor kehrt. Es ist verblüffend, wie haarscharf er an Hindernissen vorbeifährt und dabei trotzdem maximal viel Bodenfläche reinigt. In meinem Test kam es nur äußerst selten vor, dass seine Kollisionsdämpfer tatsächlich etwas berührt haben – und wenn doch, waren es meist sehr schwierige Stellen wie Ecken oder eng stehende Möbel. Wirklich ‚gerammt‘ hat er nie.

Wie fast jeder Saubroboter ist auch der Dreame Z10 Pro gnadenlos zu flachen Gegenständen, wie etwa auf dem Boden liegende Socken oder Ladekabel. Diese kann er nicht erkennen und saugt sie kurzerhand auf. Bei einer inhalierten Socke meckert der Roboter zwar und stoppt vorerst, ein Kabel wird aber wie ein langes Haar um die Hauptbürste gewickelt oder in den Staubbehälter befördert. Präpariert eure Wohnung vor dem Saugen als entsprechend: Ladekabel, Vorhänge, Klamotten, Dekoartikel und kleines Spielzeug sind beliebte Aufsaugkandidaten.

Die schaufelartigen Räder des Dreame-Saugers überwinden laut Datenblatt eine Kante von bis zu 2 cm, in meinen Tests hat er sogar 2,5 cm geschafft. Das ist tatsächlich eine gute Leistung, solange es nur darum geht, vom einen in den anderen Raum zu fahren. Problematisch wird es, wenn mehrere Kanten nebeneinander sind oder aneinander angrenzen, zum Beispiel bei den verbundenen Stuhlbeinen eines Freischwingers: Sie kategorisiert er noch nicht als ‚unüberwindbares Hindernis‘ und meint, darüber fahren zu müssen. Die Folgen sind ein ständiges Hin- und Herwanken, eklige Geräusche durchdrehender Räder und Aufprallen auf den Holzboden. Auch bei niedrigen, tellerartigen Erhebungen wie den Grundplatten meiner Lautsprecherstative tut er sich sichtlich schwer. Solche Bereiche würde ich als verbotene Zonen markieren, um Beschädigungen zu vermeiden.

Viel Lob verdient die Navigation zwischen Roboter und Ladestation. Beim Verlassen fährt er sanft von der Rampe herunter, ohne ruppig auf den Boden zu scheppern. Bei der Rückkehr muss man etwas Geduld mitbringen: Etwa einen Meter vor der Station wird er langsamer, fährt einige Male im Kreis und dreht sich, um die richtige Flucht für die Auffahrt in die Station zu finden. Und tatsächlich klappt die Tour bis zu den Ladekontakten völlig problemlos. Das überrascht mich besonders, da der Seitenabstand zu den angrenzenden Kommoden lediglich 20 cm beträgt. Dreame gibt an, dass diese Abstände für eine zuverlässige Rückkehr zur Station mindesteins bei 50 cm liegen sollten.

Reinigungsleistung reicht aus

Zuerst einmal muss ich anmerken, dass für mich Saugroboter sowie Saug-Wischkombinationen Alltagshelfer und keine Wunderheiler sind – zumindest wenn man noch ein vernünftiges Verhältnis zum Preis haben möchte. Deswegen erwarte ich mir hier auch keine Reinigungsergebnisse wie beim Saugen oder Wischen von Hand. Dennoch habe ich einige Anforderungen, die der Roboter aber nur teilweise erfüllt.

In der Xiaomi-App kann man unter vier Saugeinstellungen (von „Leise“ bis „Turbo“) wählen. Nach einigen Durchläufen habe ich mich dazu entschieden, den Roboter nur noch auf der zweithöchsten oder höchsten Stufe (entspricht 4.000 Pa) laufen zu lassen. Denn bei niedrigeren Saugleveln blieb zu viel Dreck liegen. Ob das am zu schwachen Luftzug oder an der recht hoch liegenden Hauptbürste liegt, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es eine Kombination aus beidem. In der höchsten Stufe schreit der Roboter wie der 30-Jahre-alte Vorwerk meiner Oma, liefert dafür aber saubere Ergebnisse auf Teppichen ab. Auf Fließen und Echtholz hätte ich mir etwas bessere Resultate gewünscht, wobei es für den alltäglich anfallenden Dreck und Staub locker reicht. Die Eckenreinigung ist wie bei allen runden Robotern eher solala. Da hilft auch die Seitenbürste nichts.

Mit Haaren, Fusseln, Staub oder Bröseln hat der Roboter keine Probleme, bei ‚exotischen‘ Materialien wird es schon etwas spannender: Dazu zählt etwa Ziegel-, Beton-, Putzstaub, der nach kleineren Renovierungsarbeiten oder nach dem Bohren von Löchern auf dem Boden liegt. Da muss man ihn schon zwei- oder dreimal fahren lassen, bis das Zeug weg ist. Bei massiveren oder größeren Partikeln hat er hin und wieder Probleme, sie bis in den Staubbehälter zu pusten: Kleinere Tabletten saugt er problemlos auf, größere Multivitamin-Kapseln bleiben meist in der Kammer hinter der Hauptbürste liegen. Insgesamt liefert der Dreame Z10 Pro aber eine recht gute Performance ab, wenn man seine Einsatzgebiete kennt und keine allzu großen Erwartungen hat.

Der durch das Installieren neuer Steckdosen abgefallene Putz wird auch im Turbomodus nicht vollständig beseitigt.

Der durch das Installieren neuer Steckdosen abgefallene Putz wird auch im Turbomodus nicht vollständig beseitigt. (Bild: Valentin Heisler)

Wischfunktion für viele Leute ausreichend

Beim Dreame Z10 Pro handelt es sich um einen Staubsaugroboter mit Wischfunktion. Diesen Begriff verwenden die Hersteller von Saugrobotern mit gutem Grund: Er verleitet zum Kauf, da eine enorme Aufwertung des reinen Saugens suggeriert wird. Tatsächlich verbauen manche Hersteller rotierende Wischrollen, die denen in der Autowaschanlage ähneln, oder vibrierende Wischplatten, die gröberen Dreck durch die zuckende Bewegung abtragen können. Diese Mechanismen kommen schon recht nah an das eigentliche Wischen im klassischen Sinne, wo ein Mopp oder Putzlappen mit kreisenden oder schrubbenden Bewegungen über den Boden gezogen wird. Viele andere Roboter und so auch der Dreame Z10 Pro kommen mit einer Light-Version: Die Wischeinheit besteht lediglich aus einem feuchten Lappen, der hinterhergezogen wird. 

Mit echtem Wischen oder gar Putzen hat das wenig zu tun, wirklich schlecht muss dieses Feature aber gar nicht sein. Der feuchte Lappen – beim Z10 Pro übrigens durch eine aktive und mit drei Stufen regulierbare Wasserzufuhr regelbar – fungiert nämlich mehr als intensivierter Staubkiller. In meiner Innenstadtwohnung entsteht sehr schnell derart viel Staub, dass man mit manuellem Putzen gar nicht mehr nachkommt. Hier benötige ich also kein aufwendiges Wischen, da der Boden nicht ernsthaft dreckig ist. Das feuchte Nachziehen der Wischeinheit reicht meist vollkommen aus. Wenn es doch ernsthaft dreckig ist, greife ich zur guten alten Handwäsche. Hier kommt dann ohnehin Putzmittel zum Einsatz, was laut vieler Hersteller nicht mit den Robotern verwendet werden soll. Apropos: Ich fülle den Tank mit destilliertem Wasser, um die Leitungen und meinen Boden vor Verkalkung zu bewahren. Insgesamt gilt auch beim Wischen dasselbe Credo wie beim Saugen: Der Saugroboter ist ein Alltagsbegleiter und kein Tatortreiniger.

Der 150-ml-große Tank mag zunächst sehr klein klingen, in der Realität genügt die Füllmenge aber für eine 95-qm-Wohnung (ca. 62 qm Reinigungsfläche) bei mittlerer Wasserzufuhr und im Modus „Tägliches Wischen“. Stellt man auf „Tiefes Wischen“, fährt der Roboter nicht im Linien-, sondern im Schachbrettmuster. Dadurch verbraucht er logischerweise mehr Wasser und Akku. Testet die Zufuhr des Wassers die ersten Male unter Aufsicht. Denn je nach Material benötigt der Boden mal mehr, mal weniger Flüssigkeit. Auf meinem Holzboden darf es maximal die mittlere Stufe sein, um Muttis Leitsatz „Nur nebelfeucht wischen“ gerecht zu werden.


Akkulaufzeit ist okay

Dieses Thema ist natürlich höchst individuell und abhängig von den räumlichen Gegebenheiten, den gefahrenen Strecken, den Saug- und Wischstufen sowie sonstigen Einstellungen. Im maximalen Saugmodus „Turbo“ und bei mittlerer Wasserzufuhr benötigt der Roboter im Mittel 115 Prozent seines 5.200-mAh-Akkus, um meine Wohnung mit einer Netto-Reinigungsfläche von 62 qm zu reinigen. Das ist ein schöner Wert, wenn man bedenkt, was der Roboter alles leisten musst.

Beim Thema Laden fehlt mir aber der smarte Ansatz: Der Roboter unterbricht werksseitig immer (!) bei 15 Prozent Restlaufzeit seine Reinigung, selbst wenn er nur noch 5 qm zu reinigen hat. Hier könnte er doch einfach berechnen, dass er mit 15 Prozent locker noch ein paar Minuten Puffer hat, um die lächerliche Restfläche abzufrühstücken. Stattdessen fährt er zur Station zurück, um dort komplett (!) aufzuladen. Wieso lädt er denn bis auf 100 Prozent, wenn er vielleicht nur noch 10 oder 30 Prozent bis zur Vollendung einer Reinigung benötigt? Das wäre doch einfach zu implementieren: Wenn er die Wohnung schon öfter abgefahren hat, sollte er doch wissen, wie viel Akku er in welchem Bereich in etwa benötigt. In diesem Fall muss also der Mensch das Denken übernehmen und abschätzen, wie viel Batterie für die Restfläche ausreicht. Naja, hab ich immerhin auch etwas zu tun…

Einfach Zubehör nachkaufen

Gerade bei den asiatischen oder bei noch nicht allzu etablierten Marken ist das Thema Zubehör immer so eine Sache, ähnlich bei Dreame. Zwar gibt es im offiziellen Dreame-Shop auf Amazon eine Zubehör-Rubrik, die Auswahl an verfügbaren Artikeln ist jedoch überschaubar, vor allem für den Z10 Pro. Ansonsten existieren auf dem deutschen Markt keine ernsthaften Anlaufstellen für neue Wisch-Pads, Bürsten oder Beutel. Hier und da findet man einige Shops oder eBay-Verkäufer, die passendes Zubehörartikel anpreisen. Dabei handelt es sich jedoch um für Mondpreise angebotene Importware von Drittherstellern.

Und den Import kann demnach auch jeder selbst in Angriff nehmen. Schaut man auf die einschlägigen chinesischen Shopping-Portale finden sich zahlreiche Anbieter, die kompatibles Zubehör für alle Dreame-Produkte offerieren. Ich sage extra „kompatibel“, denn es handelt sich nicht um Originalware von Dreame.

Ich habe für euch einen Testkauf gemacht und für insgesamt 35 US-Dollar ein Komplett-Set erstanden. Darin enthalten: Zwei Hauptbürste, sechs Seitenbürste, vier Staubbeutel für die Absaugstation, drei Wisch-Pads, vier Filter und zwei verschiedene Reinigungstools. Ich gebe zu, dass die Wischtücher etwas größer sind als die originalen und auch die Seitenbürsten keine unfassbar gute Qualität haben. Aber ganz ehrlich: Für diesen unschlagbaren Preis kann man absolut nicht meckern.

Für sehr wenig Geld kann man jede Menge Drittanbieter-Zubehör kaufen, das bis auf Kleinigkeiten dem Original gleicht.

Für sehr wenig Geld kann man jede Menge Drittanbieter-Zubehör kaufen, das bis auf Kleinigkeiten dem Original gleicht. (Bild: Valentin Heisler)


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Valentin Heisler
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