Apples Zahlenwerk: Weniger ist manchmal mehr

Quartalszahlen 2017

Apple hat zuletzt etwas weniger iPhones als im Vorjahr verkauft. Trotzdem stiegen Umsatz und Gewinn: Weniger aus mehr? Das schaffte Apple mit einem sehr teuren iPhone X.

Phil Schiller spricht gern über Produkte, Tim Cook lässt sich gelegentlich auch interviewen und gibt dabei gern das Orakel und Luca Maestri, der hat die Zahlen im Blick. Von Apples Finanzvorstand hört man sonst kaum etwas, nur zur Verkündung der Quartalszahlen ist er an Cooks Seite, so auch gestern. Und es hat immer etwas leicht hypnotisches, wenn Maestri wie ein Roboter beginnt, die vorher vorgelegten Zahlen noch einmal abzuspielen. Und was der erfahrene Manager gestern verkünden durfte, ist im Kern: Mehr durch weniger.

Apple hat im letzten Quartal 77,3 Millionen iPhones verkauft, das ist etwa eine Million weniger als im Vorjahreszeitraum. Dennoch steigerte Apple seinen Umsatz und Gewinn und übertraf sogar seine eigene Prognose. Möglich gemacht haben dürfte dies das iPhone X, das so teuer ist wie kein iPhone zuvor und auch den Durchschnittspreis der verkauften iPhones in die Höhe trieb. Das iPhone X war auch Apples beliebtestes iPhone, seit es auf dem Markt ist und Apples Umsätze mit dem iPhone erreichten ein neues Allzeit-Hoch, ein Umstand, den man durchaus mit einer gewissen Skepsis betrachten kann.

Das iPad verkaufte sich im letzten Quartal ebenfalls etwas weniger oft als von Analysten im Vorfeld erwartet, die hatten auf gut 14 Millionen verkaufte Einheiten getippt, tatsächlich waren es aber etwa 13,17 Millionen Tablets, dennoch steht unterm Strich im dritten Quartal in Folge ein kleines Plus, was bemerkenswert in einem Marktsegment ist, in dem es derzeit schwer fällt zu wachsen. Hier unterstrich Apple auch den aktuellen iPad-Marktanteil von 46% in den USA.

Service-Segment weiter auf Wachstumskurs

Der Mac verkaufte sich zwar etwas besser als im Vorjahreszeitraum, doch musste Apple hier leichte Umsatzverluste hinnehmen.

Apple blieb seiner Tradition treu, nichts konkretes zu den Absatzzahlen der Apple Watches zu sagen, lediglich von 50% mehr verkauften Uhren als im Vorjahresquartal war die Rede. Die Apple Watch Series 3 soll zuletzt doppelt so gut weggegangen sein wie ein Jahr zuvor die Apple Watch Series 2, das deckt sich einigermaßen mit früheren Analysteneinschätzungen, die eine hohe Beliebtheit der LTE-fähigen Watch sahen.

Der Bereich der anderen Produkte, zu dem auch immer noch die verstaubten iPods gehören, spielte 5,49 Milliarden Dollar ein und wuchs um 36%.

Apples Services-Segment, zu dem Apple Music, iTunes und der App Store gehören, wuchs unterdessen weiter. Im letzten Quartal trug der Geschäftsbereich 8,47 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz bei, ein Plus um 18%. Besonders der unter iOS 11 überarbeitete App Store begeistere die Kunden, so Apple. Dieser enthalte zuletzt rund 2.000 AR-Apps, eine beeindruckende Zahl, in deren Schatten aber einige Fragezeichen lauern, wie wir zuletzt ausführten.

240 Millionen Kunden hatten zuletzt einen kostenpflichtigen Apple-Dienst gebucht.

Die Zufriedenheit der Kunden mit dem iPhone lag laut Apple zuletzt bei 99%, ein Wert, der im Grunde nicht mehr steigerungsfähig ist. 77% aller Smartphonekunden wollen im nächsten Quartal ein iPhone kaufen, hofft Cupertino zumindest.

Alles in allem waren die Anleger zufrieden: Die Apple-Aktie wurde nicht abgestraft und stieg im nachbörslichen Handel sogar etwas.

Im laufenden Quartal rechnet Apple mit einem Umsatz von 60 bis 62 Milliarden Dollar, damit liegt Cupertinos Prognose recht dicht bei denen der Analysten.

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Roman van Genabith
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7 Kommentare zu dem Artikel "Apples Zahlenwerk: Weniger ist manchmal mehr"

  1. nighty 2. Februar 2018 um 13:24 Uhr ·
    Man sollte erwähnen, dass das Quartal vor einem Jahr 14 Wochen hatte und dieses nur 13 Wochen. Die hätten also locker noch eine Millionen Geräte verkaufen können.
    iLike 3
    • gast22 2. Februar 2018 um 14:47 Uhr ·
      Leider „vergessen“ das die meisten Medien zu erwähnen. Ist irgendwie peinlich. Ich jedenfalls fühle mich irgendwie manipuliert. Alle (Medien) labern den selben Quatsch. Nur damit sie ihre Story haben. Und sogar im Radio quaken die „Analysten“ und „Insider“ und „Hochstudierten Finanzgenies“ so etwas. Es ist unglaublich. Fazit: Die Dimensionen sind bei 14 Wochen noch viel enormer als wie jetzt schon dargestellt. Und das in allen Kennziffern!
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    • M.K. 3. Februar 2018 um 07:08 Uhr ·
      Im Verhältnis gesehen nicht. Das ist das Entscheidende.
      iLike 1

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