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Tim Cook im Interview: Sideloading am iPhone ist wie Auto ohne Gurt

Tim Cook auf September-Keynote 2018 - Apple

Apples Haltung zu Sideloading ist hinreichend bekannt, allerdings wollen wir einige Argumentationsansätze von Tim Cook zum Thema euch dennoch nicht vorenthalten. So empfiehlt er Kunden, die Apps außerhalb des App Stores laden möchten, sich doch einfach ein Android-Smartphone zu kaufen. Auch seine sonstigen Thesen sind für seine Verhältnisse ungewöhnlich bissig.

Für Apple geht es momentan um viel: Das Services-Segment des Unternehmens trug im letzten Quartal wieder kräftig zum Wachstum des iPhone-Konzerns bei und erzielte neue Rekorderlöse, wie wir in dieser Meldung berichtet hatten. Apples neue Dienste wie Apple TV+ oder Apple Arcade tragen hierzu allerdings noch nicht viel bei, nach wie vor ist es der App Store, der deutlich mehr einspielt, als Apple an laufenden Kosten für dessen Betrieb anfallen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass Apple schwere Geschütze auffährt, um sich diesen Cashflow nicht abdrehen zu lassen. Applechef Tim Cook hat sich hier einige interessante Thesen und Sichtweisen zu eigen gemacht. Im Gespräch mit Andrew Ross Sorkin erklärte er unter anderem recht klar, wie er über Sideloading denkt, also die Möglichkeit, Apps auch von außerhalb des App Stores zu laden.

Kunden hätten die freie Wahl, so Cook: Entweder sie kaufen sich ein iPhone mit dem App Store, wie er heute ist, oder sie greifen zu einem Android-Modell – diese seien, wie Apple erst jüngst wieder erklärte, der Flut von Malware aus dem Internet schutzlos preisgegeben, Apfelpage.de berichtete.

Sideloading ist wie Auto ohne Sicherheitsgurt

Noch bemerkenswerter ist indes ein weiterer Ansatz Cooks, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. Ein Smartphone mit Sideloading zu verkaufen, sei ungefähr so, als würde ein Autobauer ein Fahrzeug ohne Gurt und Airbag auf die Straße bringen.

Apple wird ab Dezember verpflichtet sein, zumindest auch alternative Zahlungsmöglichkeiten außerhalb von iTunes zuzulassen, das schreibt eine entsprechende Verfügung vor, wie wir in einer weiteren Meldung berichtet hatten. Apple versucht, dies mit einer Berufung wieder zurückzudrehen, eine Entscheidung könnte noch Jahre entfernt sein.

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Roman van Genabith
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6 Kommentare zu dem Artikel "Tim Cook im Interview: Sideloading am iPhone ist wie Auto ohne Gurt"

  1. mööp 15. November 2021 um 20:14 Uhr · Antworten
    Ganz unrecht hat er da nicht. Für mich war genau das vor Jahren der Grund mir ein iPhone zu holen. Sicherheit ist mir wichtig.
    iLike 23
  2. Wessalius 15. November 2021 um 23:50 Uhr · Antworten
    Zumindest was die Zahlung angeht könnte Apple doch sagen, dass Alternative Zahlungsmöglichkeiten erlaubt werden, solange man den Nutzern die Wahl lässt auch Apples Zahlungsweise zu benutzen. Beispiel Netflix: Ich erstelle Konto über die APP und hab dann die Wahl mein Abo über Apple laufen zu lassen oder über Netflix.
    iLike 3
  3. Andy68 16. November 2021 um 07:47 Uhr · Antworten
    Hier wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Ich bin überzeugt, nur die wenigsten Benutzer würden Sideloading überhaupt nutzen. 90% der Benutzer nehmen ihr Handy so wie es ist und basteln nicht dran rum. Müsste Apple den ganzen Google Ramsch zulassen, wäre das eine Katastrophe. Ich weiss nicht was die Wettbewerbshüter da vorhaben. Die selber wohl auch nicht, ausser ihre Kassen wieder mal klingeln zu lassen.
    iLike 4
    • Aydin Appleseed 16. November 2021 um 19:06 Uhr · Antworten
      Glaube es geht darum diese Backdoor überhaupt zu öffnen 👆🏻
      iLike 1
  4. Skythe 19. November 2021 um 17:03 Uhr · Antworten
    Natürlich hat er komplett unrecht, mööp. Der Vergleich ist hanebüchen. Ein Auto ohne Gurt und Airbag ist eine Gefahr bei jeder Fahrt und für jeden Fahrer. Sideloading ist das nicht. Das wird nur nutzen, wer Ahnung von Handys hat und überhaupt weiß, dass es eine Welt außerhalb des App Stores gibt. Ist also eher wie eine Profi-Version des bisherigen Autos, um damit über Stock und Stein zu fahren. Klar, kann man damit einen Unfall bauen, aber man kommt auch an alle Stellen, an die man vorher nicht kam.
    iLike 0
    • Roman van Genabith 19. November 2021 um 17:04 Uhr · Antworten
      Sehr schön auf den Punkt gebracht.
      iLike 0