FaceTime-Bug zwar geschlossen, doch US-Politik verlangt Antworten von Apple

Tim Cook auf der WWDC 2018

Die US-Politik nimmt sich Apple vor: Die Abgeordneten wollen von dem Unternehmen wissen, wie lange der Bug in den Gruppenanrufen von Facetime bereits bekannt war. Dieser hat Apple bereits eine Klage und Ermittlungen der New Yorker Staatsanwälte eingebracht.

Die Schwachstelle in Apples Videotelefoniedienst FaceTime zieht für Apple noch weitere Kreise, zumindest in den USA. Dort ist nun auch die Bundespolitik auf den Vorfall aufmerksam geworden, nachdem zuvor bereits die Generalstaatsanwältin des Staates New York Ermittlungen gegen Apple eingeleitet hatte, wie wir hier berichteten. Nun wollen auch einige Abgeordnete im Kongress Apple zu dieser Thematik befragen. In einem Brief wird Applechef Tim Cook eine Frist bis zum 19. Februar gesetzt, auf die Fragen ausführlich zu antworten.

War Apple transparent genug?

Vor allem wollen die Demokraten im US-Kongress, in dem sie seit kurzem wieder die Mehrheit haben, von Apple wissen, ob man dort mit dem schwerwiegenden Problem transparent genug umgegangen ist. Dabei zielt die Frage konkret darauf ab, wie lange man bei Apple von dem Bug Kenntnis gehabt hat. Diese Frage war unter anderem aufgekommen, nachdem bekannt geworden war, dass die Mutter des Entdeckers der Schwachstelle Grant Thompson sich schon eine Woche vor der Abschaltung der Gruppenanrufe bei Apple gemeldet hatte, dort aber ignoriert worden war, Apfelpage.de berichtete. Wieso Apple nach dieser Meldung noch gut eine Woche brauchte, um auf das Problem zu reagieren. Wollen die Abgeordneten wissen.

Sicherheit - Symbolbild

Sicherheit – Symbolbild

Ferner interessiert sie, ob der Teenager womöglich nicht der erste war, der dieses Phänomen entdeckte und man bei Apple womöglich schon im Bilde gewesen war. Sodann verlangen die Politiker von Tim Cook einen Zeitplan zur Beseitigung des Problems, das dürfte sich mit dem kürzlich erfolgten Release von iOS 12.1.4 und des ergänzenden Updates für macOS nun recht entspannt gestalten, sowie ferner ein Konzept, wie künftig mit vergleichbaren Problemen umgegangen werden wird. Auch die Frage einer möglichen Entschädigung betroffener Nutzer greifen die Forderungen auf, aber diesem Punkt werden sich ohne Zweifel die bereits auf den Weg gebrachten Zivilklagen zuwenden, die in den USA in solchen Fällen quasi in einem Blinzeln aufgesetzt werden.

Ob die Antworten von Apple hilfreich sein werden, muss sich noch zeigen.

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Roman van Genabith
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3 Kommentare zu dem Artikel "FaceTime-Bug zwar geschlossen, doch US-Politik verlangt Antworten von Apple"

  1. Anwe 8. Februar 2019 um 17:24 Uhr · Antworten
    Scheint mir pure Arroganz vorzuliegen. Wohl nicht das Schlechteste, wenn sie sich mal rechtfertigen müssen.
    iLike 2
    • Tom 8. Februar 2019 um 23:30 Uhr · Antworten
      Am Ende kommt doch eh nur wieder sowas wie das Zuckerberg’sche „I’m sorry“🥴
      iLike 0
  2. Fanboy 9. Februar 2019 um 14:09 Uhr · Antworten
    Ich bin kein Programmierer,aber 1 Woche vom erkennen bis zum abstellen des Fehlers ist jetzt nicht sooo lang oder?ich denke,mal muss den Fehler doch erst einmal identifizieren und dann alles umschreiben…zumindest meine laienhafte Meinung dazu.Dann Tests durchführen…finde das jetzt nicht sooooo lang
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