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Der Lockdown-Modus könnte gefährdete iPhone-Nutzer zu Zielscheiben machen

Der neue Lockdown-Modus des iPhones soll dessen Nutzern mehr Sicherheit bringen. Leider können besuchte Webseiten leicht erkennen, dass ein Besucher den Lockdown-Modus nutzt und so möglicherweise ein lohnendes Ziel sein könnte und Apple kann nichts dagegen tun.

Die Funktion ist womöglich eine der größten Sicherheitsverbesserungen am iPhone der letzten Jahre und Apple hatte sie nicht groß auf einer Keynote angekündigt, sondern vergleichsweise unauffällig im Rahmen einer schlichten Mitteilung: Der Lockdown-Modus macht das Surfen am iPhone besonders sicher. Er ändert hierfür eine ganze Menge Verhaltensweisen von Safari und deaktiviert verschiedene Funktionen, die potenzielle Angriffswege für Spyware sind.

Was alles beim Lockdown-Modus passiert, haben wir hier zusammengefasst. Dummerweise ergibt sich hieraus auch eine Möglichkeit, Nutzer des Features problemlos zu erkennen, so John Ozbay, CEO des Sicherheitsunternehmens Cryptee gegenüber US-Medien.

Schriftarten sind das Problem

Der Lockdown-Modus verhindert unter anderem, dass Safari individuelle Schriftarten laden kann, die von Websites bereitgestellt werden. Diese Eigenschaft deutet klar darauf hin, dass hier ein besonderes Sicherheitsniveau eingehalten wird. Zugleich übermittelt der Nutzer standardmäßig die IP beim Besuch von Websites. Cryptee hat innerhalb weniger Minuten ein Tool erstellt, das jeden Besucher einer Seite, auf der es eingebettet ist, als Nutzer des Lockdown-Modus erkennen kann.

Da dieser Modus vor allem von Nutzern verwendet werden dürfte, die staatliche Spionage fürchten, ergibt sich hieraus ein kleines Problem: Die betroffenen Nutzer könnten sich selbst eine Zielscheibe auf ihre virtuelle Präsenz zeichnen.

Allerdings: Diese Eigenschaft des Lockdown-Modus ist kein Fehler im Design des Features. TOR hat ähnliche, konzeptionelle Schwierigkeiten. Stets muss der Kompromiss zwischen Sicherheit und Funktionalität irgendwo gemacht werden. Noch immer verschafft der Lockdown-Modus seinen Nutzern mehr Sicherheit. Autoritäre Regime könnten allerdings den Aufspürungscode vermehrt auf Webseiten einsetzen, die mögliche Ziele unausweichlich besuchen müssen, etwa die Seiten von Visa-Bearbeitungsbehörden.

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Roman van Genabith
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