Apple zieht iCloud-Konten chinesischer Nutzer in chinesisches Rechenzentrum um

Symbolbild China | MaoNo / Pixabay

Apple wird demnächst damit beginnen, iCloud-Dienste für chinesische Nutzer von einem in China aufgebauten Rechenzentrum aus auszuliefern. Es arbeitet dabei mit einem lokalen Unternehmen zusammen und versichert, nicht in den Betrieb und die Übertragungen einzugreifen.

Apple wird wie angekündigt ab kommendem Monat Daten in der iCloud chinesischer Nutzer auf Servern lagern, die in China stehen. Die chinesische Führung zwingt ausländische Unternehmen mit einem neuen Gesetz zur Cybersicherheit dazu, Daten chinesischer Nutzer auch in China zu speichern.

Es ist dies kein rein chinesisches Vorgehen, zahlreiche Regierungen versuchen sich an ähnlichen gesetzlichen Bestimmungen, die Auswirkungen sind jedoch durchaus verschieden: Während deutsche Firmen stets versuchen, mit einem besonders strengen Datenschutz nach deutschem Recht einen echten – oder vermeintlichen – Standortvorteil herbeizureden, ist eine Speicherung im Land immer auch ein Hebel für staatlichen Durchgriff auf Nutzerdaten, insbesondere in repressiven Regimen wie China oder Russland.

iCloud soll verlässlicher werden

Im Rahmen des Umzugs in das Rechenzentrum, das vom staatlichen Provider „Guizhou on the Cloud Big Data“ betrieben wird, wurde auch versichert, der Schutz der Nutzerdaten von Apple-Kunden werde davon nicht beeinträchtigt. Zuvor wurde noch berichtet, die Anlage werde unter der Aufsicht eines Kontrollgremiums betrieben, das mit Vertretern der kommunistischen Staatspartei besetzt ist.

So oder so sollten die mit dem neuen Cybersicherheitsgesetz verfolgten Intentionen klar erkennbar sein.

iCloud Logo

iCloud-Logo

Darüber hinaus gibt Apple an, die Verfügbarkeit der iCloud durch das lokale Rechenzentrum zu verbessern. Apple errichtet auch andernorts zahlreiche neue Rechenzentren für iCloud-Dienste, die die lokale Verfügbarkeit erhöhen soll. So entstehen etwa in Dänemark, unweit der deutschen Grenze, ebenfalls neue iCloud-Standorte, alle natürlich von regenerativen Energien gespeist.

Kunden werden dieser Tage über den Umzug benachrichtigt und die Geschäftsbedingungen für die Nutzung von iCloud-Diensten müssen erneut akzeptiert werden. Verweigert der Nutzer dies, muss seine Nutzung der Dienste enden.

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Roman van Genabith
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8 Kommentare zu dem Artikel "Apple zieht iCloud-Konten chinesischer Nutzer in chinesisches Rechenzentrum um"

  1. Peter 11. Januar 2018 um 14:07 Uhr ·
    Damit der große Parteiführer gleich vor Ort mal kontrollieren kann. Wenn Apple nicht spurt, kassieren die gleich die Festplatten ein. 👨‍🏭
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    • gast22 11. Januar 2018 um 16:51 Uhr ·
      Glatter Hasskommentar. Nichts als Vermutungen. Dabei weiß jeder, dass Unternehmen und Institutionen in Deutschland ausschließlich deutsche Server nutzen dürfen. Datenschutz, sagt man. Und warum dürfen das die Chinesen nicht auch verlangen? Weil sie Chinesen sind???
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      • Peter 11. Januar 2018 um 19:01 Uhr ·
        Also ich kann da keinen Hass herauslesen, höchstens etwas Angriffslust und nachvollziehbare Bedenken. Ja, ja, die Chinese machen sich Sorgen um die Daten ihrer Bürger. Ist China jetzt eine Demokratie? Jeder, der bis drei zählen kann, hat eine ganz gute Vorstellung davon, was die Partei vorhat. Und seit wann ist in der Demokratie das Hassen verboten? Ich kann so viele Hasskommentare verfassen, wie es mir beliebt, solange ich gewisse juristische Grenzen nicht überschreite. Ich kann auch Liebeskommentare verfassen, wenn mir danach ist. Wenn man lieben darf, muss man auch hassen dürfen. Das ist Ying und Yang. ☯️ Übrigen stehe ich auf meinen Mac mini. Aber lieben würde ich das nicht nennen.
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      • gast22 12. Januar 2018 um 22:46 Uhr ·
        Peter. Was ist eine Demokratie? Gute Frage. Ist das etwas, wo die Reichen immer reicher werden? Letztlich kann man Geld nur einmal verteilen. Bei uns steigen die Einkommen der Vermögenden exorbitant. Im Umkehrschluss müssen also alle anderen Verluste hinnehmen. Jetzt kannst du sagen: Haben doch selber Schuld, wenn sie die falschen Parteien wählen. Da fällt mir nur ein: Du hast die Macht der Medien vergessen. Schau dich selber an: Du warst sicherlich nie in China. Hast Deine Einstellungen von den Medien aufgesogen und findest sie richtig. Ob ein Partei wirklich 1,3 Milliarden Menschen durchleuchten will und kann ist die Frage. Ich denke eher, dass sie die Pflicht haben, dass dieses Riesenreich nicht zusammenfällt und ein Chaos mit schlimmen Folgen entsteht. Ist letzten Endes bei uns doch auch so, nur in kleineren Dimensionen. Sonst würden wir nicht so einen Schwachsinn lesen und hören, der die Welt in schwarz und weiß einteilt, obwohl jedes Kind weiß, dass unser großer Bruder in Übersee sehr viel Dreck am Stecken hat – und alles andere als ein Vorbild für Menschlichkeit und Freiheit ist. Von Demokratie will ich schon gar nicht sprechen. Rep oder Dem. Was anderes hat nie regiert und wird es auch nicht. Naja. Bleib bei deinen Meinungen und find sie toll. Deine Schlussfolgerung gehört jedoch eher in den Kindergarten.
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  2. Mahmud 11. Januar 2018 um 14:34 Uhr ·
    Ich persönlich nutze die iCloud schon lange nicht mehr
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  3. Sej 11. Januar 2018 um 15:10 Uhr ·
    So geil das Russland und China in einen Topf geschmissen werden. In welcher Scheinwelt lebt ihr? In keinem anderen Land der Welt wird das Internet so stark kontrolliert, wie in Deutschland. In Deutschland werden z. B. 20 mal mehr unerwünschte Einträge jeglicher Art gelöscht, die von der Regierung nicht gewünscht sind, als in Russland. Informiert euch erstmal bevor er so ein misst hier schreibt. Danke
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    • Gerhard 11. Januar 2018 um 16:48 Uhr ·
      Ja klar doch, und Schweine können Fliegen.
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    • Peter 11. Januar 2018 um 19:03 Uhr ·
      Hm, kann ich nicht beurteile das mit Russland und China, aber in Deutschland haben ja auch die US-Geheimdienste die Finger im Spiel. Ich frage mich, was bei uns in Ösistan so abgeht hinter den Kulissen.
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