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Zwei Buchstaben von Steve Jobs – eine berührende Geschichte

Immer wieder tauchen interessante Geschichten über den verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs auf. Erst vor ein paar Tagen wurden Fotos von Steves‘ Rückkehr zu Apple veröffentlicht. Heute tauchte ein weiterer, zwar kleiner, aber umso herzergreifender, Teil seiner Geschichte auf. David Gelphman, der gut 12 Jahre für Apple arbeitete, veröffentlichte in seinem Blog einen kurzen E-Mail-Verkehr zwischen ihm und seinem Chef, zu dem er nie persönlichen Kontakt gehabt hatte – bis zum März 2010.

Damals stand das erste iPad kurz vor der Veröffentlichung und Gelphman hatte eines und damit auch einen Grund, direkt mit Steve Jobs Kontakt aufzunehmen. Eine Freundin des Apple-Mitarbeiters, die er noch aus seiner Zeit bei Adobe kannte, litt an einer schweren Lebererkrankung und lag deshalb im Sterben. Er wollte sie in San Francisco besuchen, um sie zu sehen und mit ihr zu sprechen, solange es noch möglich war. Da sie sehr interessiert an Technik war, dachte er, es wäre schön, ihr ein iPad zu zeigen. Aber natürlich durfte er das Gerät ohne die ausdrückliche Erlaubnis des Apple-Managements niemanden zeigen, bevor es nicht offiziell verkauft wurde.

Er sah als einzigen Ausweg, Steve um Erlaubnis zu fragen, da niemand seiner direkten Vorgesetzten das Risiko eingehen würde. Auch die hochrangigen iOS-Entwickler würden seine Anfrage mit einem einfachen „Nein“ abtun. Deshalb entschied er sich, Steve Jobs zu schreiben:

From: David Gelphman <gelphman@apple.com>
Subject: unusual request
Date:
March 23, 2010 9:04:55 AM PDT
To: Steve Jobs <sjobs@apple.com>
Hi,
Today (Tuesday) I’m visiting a terminally ill friend in the hospital in San Francisco. I’ve been told that she will likely not survive until this Friday. She had a liver transplant in late February and we all had high hopes but unfortunately she has not recovered.Apple has given me carry permission for the [REDACTED] software for the iPad and I take Apple’s security very seriously. I was hoping to get permission from you to show her photos on the iPad even though it is not due to be released until April 3rd. Under normal circumstances I would not make such a request, nor would I expect that such a request might possibly be granted.Thank you for considering this request.

David Gelphman

Er schrieb die E-Mail in letzter Sekunde, kurz vor seiner Abreise. Er erwartete, vor allem in diesem Zeitraum, keine Antwort. Doch nur drei Minuten nachdem er seiner Nachricht abgeschickt hatte, erhielt er eine Antwort:

From: Steve Jobs <sjobs@apple.com>
Subject: Re: unusual request
Date:
March 23, 2010 9:07:04 AM PDT
To: David Gelphman <gelphman@apple.com>

OK

Sent from my iPhone

Er beschreibt, wie glücklich ihn nur diese zwei Buchstaben gemacht hatten. Er war erfreut, dass er seiner Freundin das iPad zeigen durfte, selbst wenn es nicht den Regeln entsprach.

Leider war David Gelphmans Freundin die ganze Zeit bewusstlos, während er da war. Deshalb blieb das iPad in seiner Tasche und niemand erfuhr, dass er es mitgebracht hatte. Sie starb noch am selben Tag. Doch er beschreibt, es hätte ihn sehr bewegt einfach da zu sein, als ihr Leben zu Ende ging.

Auch wenn es eine sehr traurige Geschichte ist, die recht wenig mit Steve Jobs zu tun hat, zeigt sie doch, wie wichtig es Steve war, Menschen an Apples Technologie teilhaben zu lassen. Durch seine eigene Krebserkrankung konnte er die Situation wohl sehr gut nachvollziehen und ging daher vor der Veröffentlichung des iPads ein hohes Risiko ein und vernachlässigte eines von Apples obersten Geboten – die Geheimhaltung.

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Oliver Kleinstück
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11 Kommentare zu dem Artikel "Zwei Buchstaben von Steve Jobs – eine berührende Geschichte"

  1. Franko 30. März 2013 um 09:13 Uhr ·
    Wow
    iLike 0
    • Moritz 30. März 2013 um 09:17 Uhr ·
      Rest in Peace <3
      iLike 0
  2. Mark 30. März 2013 um 09:16 Uhr ·
    Klasse geschrieben echt – wie ein Buch :)
    iLike 0
  3. Anton 30. März 2013 um 09:21 Uhr ·
    ähmm…wurde das iPad nicht am 27. Januar 2010 veröffentlicht? …
    iLike 0
    • Mark 30. März 2013 um 09:29 Uhr ·
      03 April war Marktstart
      iLike 0
      • Anton 30. März 2013 um 13:25 Uhr ·
        achso
        iLike 0
  4. Chrizkro 30. März 2013 um 09:33 Uhr ·
    Super Story! Vorgestellt war das iPad 1 zu diesem Zeitpunkt, aber niemand in der Öffentlichkeit hatte bis dahin eins in der Hand, weil es halt noch nicht verkauft wurde.
    iLike 0
  5. Che 30. März 2013 um 11:19 Uhr ·
    Kann kaum verstehen, dass man hier soviel Begeisterung für ein trockenes „OK“ hat. Klar, es war nett von ihm, aber nur weil rational betrachtet eh keine Gefahr von der todkranken Frau ausgehen konnte. Wäre Steve wirklich ergriffen, hätte er wenigstens seine Besserungswünsche hinzugefügt. Steve war genial, aber nicht zuletzt weil er ein knallharter Geschäftsmann war; also keine falschen Illsusionen bitte! RIP Steve
    iLike 0
  6. Uli 30. März 2013 um 11:37 Uhr ·
    Klugscheiß Modus an: Überschrift falsch übersetzt. Muss heißen „2 BUCHSTABEN von Steve“. Klugscheiß Modus aus
    iLike 0
  7. Ahz77 30. März 2013 um 19:09 Uhr ·
    @sehr emotional@heul@
    iLike 0
  8. Hinweis 30. März 2013 um 21:35 Uhr ·
    Nur gut das es ihn nicht mehr gibt. [Gekürzt. Bitte sachlich bleiben!]
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