In Deutschland ist Apple Pay seit 2018 verfügbar und es hat das Online-Bezahlen über Apple-Geräte revolutioniert. Der Bezahlvorgang wurde vereinfacht, was mobile Kaufabbrüche enorm reduzierte. Wir schauen uns an, wie der Zahlungsdienst das Bezahlverhalten im Internet verändert hat und wo er heute steht.
Der schleichende Abschied von der Plastikkarte
Wer in der Vergangenheit online mit Kreditkarte bezahlen wollte, musste seine Kreditkartendaten manuell eintippen. Das bedeutete die Eingabe der 16-stelligen Kreditkartennummer, des Ablaufdatums, des Prüfcodes und meist noch eine zusätzliche Bestätigung über die Banking-App.
Entsprechend hoch war die Abbruchrate, da die Kreditkarte nicht immer griffbereit war oder das Eintippen einfach zu lange dauerte. Mittlerweile ist das iPhone dank Apple Pay wie eine digitale Geldbörse. Sowohl Kreditkarten als auch die eigene Girocard sind mit der Wallet von Apple verknüpft.
Einfachheit für mehr Käufe
Ein einfacher Online-Kauf brauchte früher mindestens fünf Interaktionen. Mit Apple Pay sind im Internet nur noch zwei Aktionen erforderlich: der Doppelklick der Seitentaste des Geräts und die biometrische Bestätigung per Face ID oder Touch ID.
In der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 sind zwei voneinander unabhängige Faktoren für Zahlungen im Internet vorgeschrieben. Die Kombination aus Hardware und Biometrie erfüllt diese Bedingungen, ohne dass eine zusätzliche Banking-App erforderlich ist.
Der Kaufabschluss wird durch Apple Pay deutlich vereinfacht, was zu einer geringeren Abbruchquote führt.
Maximale Sicherheit durch Verschlüsselung sensibler Daten
Die echte Kreditkartennummer wird niemals an den Händler übermittelt. Sie wird auch nicht auf den Servern von Apple gespeichert. Stattdessen wird eine gerätespezifische, verschlüsselte Pseudo-Nummer (die DAN) direkt auf einem Sicherheitschip im Apple-Prozessor gespeichert.
Für jede Transaktion wird ein eigener, dynamischer Sicherheitscode generiert. Dadurch wird beim Händler selbst niemals die eigentliche Kartennummer gespeichert. Somit könnten selbst Hacker nur die wertlosen, verschlüsselten Token einsehen, wenn sie die Datenbank eines Händlers angreifen.
Reibungslose Abläufe bei digitalen Diensten
Zahlungen für digitale Dienste sind theoretisch sofort verfügbar. Rein technisch ist keine Wartezeit für die Abwicklung der Zahlung erforderlich. Besonders wichtig ist auch für Nutzer, dass keine sensiblen Karteninformationen hinterlegt werden müssen. Beispielsweise können Nutzer im Online Casino mit Apple Pay somit ohne die Befürchtung einzahlen, dass die Kartendaten von den Betreibern einsehbar sind.
Das ist für viele Nutzer auch beim Streaming und bei Käufen direkt in Apps wichtig. Oftmals sollen einfach schnelle Zahlungen getätigt werden, ohne erst zu recherchieren, wie die Zahlungsinformationen aufbewahrt werden.
Die aktuelle Situation in Deutschland und der EU
Lange wurde Apple Pay in Deutschland aktiv von den Banken blockiert, da sie eigene Bezahlsysteme etablieren wollten. Erst 2019 kam es zum Wendepunkt, als die Sparkassen den Dienst für Kreditkartenzahlungen integrierten. Dann wurde 2020 auch die deutsche Girocard in Apple Pay eingebunden.
Damit wurde der Zahlungsdienst schlagartig massentauglich in Deutschland. Eine Umfrage zeigte, dass in Geschäften und Restaurants etwa 44 % der Menschen Apple Pay nutzen. Online sind es immerhin rund 17 %, wobei PayPal jedoch noch immer die beliebteste Zahlungsmethode im Internet ist.
Was kommt nach der Apple Wallet?
Beim einfacheren Bezahlen hört das Unternehmen längst nicht auf. Stattdessen lösen die Technologie und Hardware zunehmend auch klassische Passwörter beim Anmelden auf Webseiten ab.
Außerdem können iPhones selbst ohne Kartenterminal Zahlungen von iPhones mit Apple Pay entgegennehmen. Das macht den Dienst noch beliebter, da er ganz ohne zusätzliche Hardware von kleinen Händlern integriert werden kann.
In den USA und in Großbritannien können direkt über Apple schon Kontostände in Echtzeit angezeigt werden. Immer mehr verschmelzen Banking, Zahlungen und der Identitätsnachweis miteinander in einer einzigen App auf den Geräten des Konzerns.

