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Valco Headphones im Test: Leistung und ANC zum Top-Preis

Im Test beweisen sich die Valco Headphones als leistungsstarke Over-Ears mit einer exzellenten Soundqualität. Mit klaren Höhen, kräftigen Bässen und meist detailreichen Mitten machen sie so mancher Premium-Marke ernsthafte Konkurrenz. Der Tragekomfort und die Bedienung über die Tasten sind ausgesprochen gut gelungen. Die schier unermüdliche Akkulaufzeit sorgt für tagelangen Musikgenuss. Beim ANC haben die Finnen noch etwas Luft nach oben. Zudem vermisse ich eine Nackenerkennung. Dafür bietet der Valco-Kopfhörer für etwa 150 Euro ein spitzenmäßiges Gesamtpaket zum mehr als fairen Preis.

Valco Headphones auf einen Blick:

  • Bluetooth 5.0 mit APTX LL, SBC und AAC
  • Chipsatz: Qualcomm QCC3008
  • Active Noise Cancelling mit vier Mikrofonen
  • Verstärker der Klasse AB
  • Stereoelemente mit 40 mm
  • Gewicht: 250 g
  • Akku: 1.050 mAh
  • Ladezeit: 2-3h, USB-C-Anschluss
  • Akkulaufzeit: bis zu 45 Stunden konstantes Hören mit ANC, 40 Stunden bei Telefongesprächen
  • Unterstützung von Siri und Google Home
  • Freisprechtelefonate
  • Zubehör: beidseitiges 3,5 mm-Klinkenkabel, Flugzeugadapter, USB-C-Ladekabel

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Minimalistisch, praktisch, gut – VERPACKUNG UND INHALT

Die Kopfhörer kamen direkt in ihrem schwarzen Kunstleder-Case zu mir. Ist mir recht, unnötiger Verpackungsmüll muss einfach nicht sein.

Im Inneren der großzügigen Box befinden sich die zusammengelegten Headphones, ein USB-C-Ladekabel, ein 3,5 mm-Klinkenkabel sowie ein Flugzeug-Adapter. Vor allem letzteres ist durchaus sinnvoll und gehört nicht unbedingt zur Standardausstattung von Kopfhörern. 

Zuletzt findet sich noch etwas Paperwork mit Infos zur Bedienung und Einrichtung. Hier gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung mit garantiertem Lachanfall. Die Mischung aus Selbstironie, schwarzem Humor und nackter Ehrlichkeit sorgen für beste Unterhaltung – auch auf der Website.

Insgesamt ist das komplette Zubehör durchdacht und hinterlässt einen qualitativ hochwertigen Eindruck.

Der Lieferumfang ist ausgesprochen üppig.

Der Lieferumfang ist ausgesprochen üppig. Bild: Apfelpage / Valentin Heisler

Ich und mein Holz – DESIGN

Das Herzstück sind natürlich die Valco-Kopfhörer, die sich zusammengeklappt im Case befinden. 

Was sofort auffällt, ist die markante Holzoptik – ein guter Kontrast zum schwarzen Kunststoff der Bügel. Auch sieht das eingravierte Firmen-Logo ganz chic aus. Die komplette Oberseite ist mit weichem Kunstleder bezogen – ebenso die Ohrpolster. Insgesamt macht alles einen sehr hochwertigen Eindruck. 

Auf der Unterseite des linken Speakers ist der USB-C-Ladeanschluss sowie der Bedienschalter für ANC. Auf der anderen Seite sind die drei Steuerungstasten (für Musik, Sprachassistent usw.) sowie der 3,5 mm-Klinkenanschluss. Sehr auffällig sind leider die beidseitig in die Holzplatte gebohrten Mikrofon-Löcher, die für das ANC benötigt werden. 

Für Leute, denen das Design nicht gefällt, hat der Hersteller einen Tipp: Es ist echtes Holz – zur Not einfach anmalen.

Die Valco-Headphones haben ein schönes Echtholz-Finish.

Die Valco-Headphones haben ein schönes Echtholz-Finish. Bild: Valco

Den finnischen Holzfäller auf den Ohren – TRAGEKOMFORT UND HANDLING

Da es Over-Ear-Kopfhörer sind, umschließen sie das Ohr vollständig. Darum empfinde ich sie beim Tragen als sehr angenehm. Das Gewicht von 250 g entspricht etwa dem der Bose NC 700 oder der Sony WH-1000XM4 und liegt damit im absoluten Durchschnitt. Auch nach längerem Nutzen stören sie mich nicht. Das liegt nicht zuletzt an den weichen Polsterungen, die wirklich angenehm sind und einen gewissen ‚Memory‘-Effekt haben.

Leider fehlt den Headphones eine aktive Nackenerkennung, die die Wiedergabe automatisch pausiert bzw. startet.

Begeistert hat mich vor allem der Akku, der locker drei bis vier Tage durchhält. Wenn sich die Batterie dann doch dem Ende neigt, unterbricht erstmal nur die Musikwiedergabe, das ANC bleibt noch eine Weile aktiv. Irgendwann ist aber Feierabend und die Kopfhörer quittieren das mit lauten, hämmernden Klopfgeräuschen – wahrscheinlich ein Bug. Danach kann man nur noch mit dem Klinkenkabel weiterhören. 

Damit es erst gar nicht soweit kommt, warnt Euch eine dunkle Männerstimme – vor dem inneren Auge erscheint ein vollbärtiger Mann mit karierter Jacke und Axt – rechtzeitig vor. Apropos: Diese Personifikation der Holzfäller-Siri gibt Euch auch Bescheid, wenn Ihr die Kopfhörer ein- bzw. ausgeschaltet und mit einer Audioquelle verbindet. Mir persönlich fehlen jedoch passende Hinweistöne, die mir den aktuellen Sound-Modus verraten. Ein kurzes ‚Brumm‘ oder ‚Kling‘ wie bei den AirPods Pro fände ich durchaus hilfreich.

Das Bedienkonzept der Hardware-Tasten finde ich gut gelöst. Bei Over-Ears darf der Hersteller ruhig auf ein paar mehr Knöpfe zurückgreifen. Dennoch mag ich eine Touch-Steuerung inzwischen lieber.

PS: Der Gerätename der Headphones lautet übrigens „Valcoitus Bass“ – so so…

Die Steuerung ist gut, könnte mit Touch aber noch besser sein.

Die Steuerung ist gut, könnte mit Touch aber noch besser sein. Bild: Apfelpage / Valentin Heisler

Nicht zu viel versprochen – zumindest beim Sound – SOUND und ANC

Die 40-mm-Stereoelemente verleihen den Kopfhörern eine hervorragende Grundlautstärke. Dank der guten Isolierung der Ohrpolster genügen in ruhiger Umgebung 10-15% vollkommen. Bei viel Außenlärm sollten es mit ausgeschaltetem ANC mind. 30% sein. Schaltet man noch lauter, wird die Musik ab ca. 50% auch von anderen Personen deutlich wahrgenommen. 

Die Valco haben mich vor allem in den Höhen überrascht. Diese sind klar und äußerst detailreich. Bei Titeln wie Bohemian Rapsody hat man fast das Gefühl, jede einzelne Tonspur rauszuhören. Die Bässe sind sehr präzise und präsent, Songs wie Coño machen da wirklich Spaß. Dabei überschwemmen die Tiefen andere Frequenzen nicht. Die oftmals leidenden Mitten (z. B. bei Gesang mit wenig Instrumenten) sind bei den Valco nicht immer ganz on-point, machen bei den meisten Genres aber einen ordentlichen Job. Bei klassischen Stücken, manchen Metal-Songs und Action-Filmen sieht es schon schwieriger aus. Isolierte Sprachaufnahmen (z. B. Podcast, YouTube usw.) machen dafür einen guten Eindruck.

Die Stereoseparation fand ich auch top. Der Background-Chor in Neuer alter Savas klingt wirklich geil. Es entsteht eine durchaus brauchbare Räumlichkeit mit schönem Klangvolumen. Dafür sorgen unter anderem die schnell reagierenden Membranen – gut festzustellen im Intro von Money for Nothing.

Kurz zum Noise-Cancelling: Aktiviert man die Geräuschunterdrückung, verändert sich der Sound merklich. Es klingt dann dezent heller und weniger dumpf, was vermutlich am DSP liegt. Mit der allgemeinen Leistung der Geräuschunterdrückung war ich zwar zufrieden, wahre Wunder sollte man sich aber nicht erwarten. Entgegen der Aussage des Herstellers bemerke ich schon einen gewissen Unterschied zu anderen Geräten wie den Bose NC 700. Außerdem konnte ich ein klares Grundrauschen bei eingeschaltetem ANC feststellen.

Die Mikrofonqualität taugt durchaus für qualitative Telefonate. Der Gesprächspartner versteht das Gesagte gut und Umgebungsgeräusche sind nicht zu prominent.

Fast unschlagbar – PREIS

Der Preis ist wahrscheinlich das entscheidendste Argument der Valco-Geräte. Dieser liegt nämlich bei rund 150 Euro, eine echte Kampfansage in Richtung der Konkurrenz. Für Lieferungen innerhalb Europas verlangen die Finnen nicht einmal Versandkosten.

Für vergleichbare Kopfhörer, z. B. die oben erwähnten Bose NC 700, werden schon mal 100 Euro mehr fällig. Die Sony WH-1000XM4 kosten sogar knapp 2,5-mal so viel.

Valco platziert sich damit im absoluten Tiefpreissegment der Over-Ear-Geräte mit ANC. Noch günstiger wird es nur, wenn man einige Einbußen bei Sound und Features macht.


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Valentin Heisler
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4 Kommentare zu dem Artikel "Valco Headphones im Test: Leistung und ANC zum Top-Preis"

  1. Hans_Power 17. Oktober 2020 um 20:39 Uhr ·
    Jetzt fehlt noch der link für die Dinger oder?! 🤣
    iLike 0
    • Valentin Heisler 18. Oktober 2020 um 18:33 Uhr ·
      Aller aller aller aller aller erster Link im Review führt Dich ans Ziel ;)
      iLike 0
  2. Sharx 18. Oktober 2020 um 20:11 Uhr ·
    Nun ja, in Finnland bestellen. Und bei Rückgaberichtlinien nix konkretes. Zudem spricht die Website mich an als wären die „Lümmel“ (Achtung Wortwahl aus deren eigenen Text) seit Jahren gute Freuden von mir. Erinnert mich irgendwie an die unseriösen Anzeigen aus einem Nachrichten Magazin (F…s).
    iLike 0
    • Valentin Heisler 19. Oktober 2020 um 07:22 Uhr ·
      Ich finde, dass unter https://valco.io/pages/return-policy alle notwendigen Informationen stehen. Tatsache: Meine ersten Geräte hatten einen technischen Fehler und ich habe sofort ein Austauschprodukt erhalten. Mein altes Gerät musste nicht einmal zurückschicken. Was die Ansprache angeht, trifft das sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Ich fühle mich bestens abgeholt.
      iLike 1

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