US-Behörde fordert Fahr-Modus für Smartphones

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen ist seit Anfang der 70er aufgrund schärferer Gesetze – aber auch dank des technischen Fortschritts fast kontinuierlich gesunken. Mit stabileren Chassis, besseren Reifen, Airbags aber auch Fahrerassistenzsystemen wie ABS, ESP, Totwinkel- und Abstandswarner oder Spurwechselassistenten kommen heutzutage fünfmal weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben als 1970, obwohl sich die Zahl der zugelassenen Kraftfahrezuge mehr als verdreifacht hat.

Verkehrstote in Deutschland bis 2015

Doch in den letzten Jahren stagnierte der sinkende Trend. Im letzten Jahr stieg die Unfallzahl sogar um 4,6 Prozent auf 2,5 Millionen. Davon waren 3.459 tödlich – ein Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch in diesem Jahr steigen die Todeszahlen weiter: Im September beispielsweise um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr – die Zahl der Verletzten sogar um zehn Prozent.

Paradox: Daran könnte ebenfalls die liebe Technik schuld sein. In der amtlichen Statistik für Deutschland werden noch keine Daten über Straßenverkehrsunfälle erhoben, bei denen die Fahrer zum Beispiel durch das Telefonieren oder Empfangen bzw. Senden von Mitteilungen abgelenkt waren. Studien aus den USA legen diese Unfallursache jedoch nahe. So sei das Unfallrisiko um das 3,6-fache erhöht, während man mit dem Handy herumhantiert.

Handy am Steuer / im Verkehr: Shutterstock 501675012323

Bild: Shutterstock

Die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hat sich nun diesen Studien angenommen und zum ersten Mal Richtlinien für die Hersteller von Smartphones und anderen mobilen Geräten ausgearbeitet, welche die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen sollen. Die US-Behörde fordert darin, eine Funktion in Smartphones und andere portable Geräte zu integrieren, die erkennt, ob der Nutzer gerade Auto fährt. In dem Fall soll nämlich ein spezieller Auto-Modus aktiviert werden, der den Fahrer weniger ablenkt. Dazu könnten einige Funktionen blockiert und Menüs z. B. mit weniger aber dafür größeren Schaltflächen speziell an die Fahr-Situation angepasst werden. Dies dürfte vor allem solche Funktionen betreffen, die den Blick des Fahrers von der Straße lenken – also neben dem Schreiben von Nachrichten beispielsweise auch das Ansehen von Bildern oder Videos und das Surfen im Internet oder sozialen Netzwerken. Der Sprachsteuerung könnte in diesem Modus eine größere Bedeutung zufallen.

Die Schwierigkeit für die Hersteller dürfte darin bestehen, zu erkennen, ob der Nutzer gerade Auto fährt. Schließlich könnte er auch nur als Beifahrer im Auto sitzen. Für den Anfang könnte der Fahr-Modus daher auf Freiwilligkeit setzen und müsste – wie der Flugmodus – manuell vom Nutzer aktiviert werden. Es ist jedoch fraglich, wie viele der bisherigen Handy-Sünder die Selbstbeherrschung und Vernunft besitzen, den Modus zu aktivieren. Systeme wie Apples CarPlay scheinen diesbezüglich mehr Erfolg zu verprechen, weil sie weniger Einschränkend wirken. Die NHTSA kann aber ohnehin nur Vorschläge unterbreiten. So bleibt abzuwarten, ob daraus ein verbindliches Gesetz beschlossen wird.

Laut einer Studie der TU Braunschweig halten 4,5 Prozent der Verkehrsteilnehmer während der Fahrt ihr Handy in der Hand. Wie gefährlich das ist, zeigt z.B. das Aufklärungsvideo der Landesverkehrswacht Niedersachsen. Verkehrsminister Dobrindt will dem Problem mit höheren Strafen begegnen. Ob das ausreicht?

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Marcel Gust
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20 Kommentare zu dem Artikel "US-Behörde fordert Fahr-Modus für Smartphones"

  1. . 24. November 2016 um 11:51 Uhr ·
    Einfachere Lösung: Handy in der Tasche lassen
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    • maruso 24. November 2016 um 20:23 Uhr ·
      Ich bin raus
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    • Einfachkoch 24. November 2016 um 21:31 Uhr ·
      Noch einfachere Lösung: Die Autohersteller dazu bewegen endlich flächendeckend „CarPlay“ & „GoogleAuto“, oder wie die Systeme alle heißen, zu integrieren. Dort sind die Menüs groß genug, diverse Dinge während der Fahrt deaktiviert und alles lässt sich per Sprache steuern! Ach nee… dann kauft ja keiner mehr die überteuerten Schrottsysteme der Autohersteller selbst, die sie mit Millionen für was auch immer entwickelt haben und oft überhaupt nicht kompatibel oder Nutzerfreundlich sind.
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      • bmbsbr 26. November 2016 um 15:12 Uhr ·
        @Einfachkoch Lieber Einfachkoch, ich bin Deiner Meinung, dass in alle Autos Systeme reingehören. Aber bitte nicht mit Unwissenheit argumentieren. Es liegt nämlich nicht nur an den Autoherstellern, sondern auch an der Kompatibilität und Preisvorstellung auf Software-Hersteller-Seite.
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  2. Gast 24. November 2016 um 12:26 Uhr ·
    Höhere Strafen führen zu nichts , das Problem wird nur verstärkt. Nehmen wir eine alltägliche Radarfalle , 1000 werden geblitzt , 30 davon bekommen eine Strafe mit Punkten in Flensburg und möglichem Führerscheinentzug . Das sind auch 30 Gerichtsverfahren und Zeit der Beamten mit vorangegangener 1-2 stündiger Protokolle schreiben. Wir benötigen also erst einmal einen richtigen Strafkatalog der A schnell umgesetzt und B wenig bürokratischen und gerichtlichen Aufwand hat. Also sollte man Essen und Trinken , Rauchen , Babys stillen , Schminken und die Haare machen , Bildzeitung lesen ( LKW -Fahrer) und das Handy wärend der Fahrt mit 100€ ohne Punkt in Flensburg und mit einem Fotobeweis vor Ort (einfache Straßenkontrolle) bestrafen.Wiederholungstäter das doppelte bis er keine lust mehr hat. Dies sollte man auch mit dem Anschnallen so machen. (Ich bin kein freund vom Gurt ..aber ) Auch wird bei Geschwindigkeitsüberschreitung zu schnell die Punkteregel erreicht. Hoffentlich kommt die PkW-Maut mit extra gesetzen nur für die Össis…wie die die Leute abzocken in ihrem Bergstaat ist schon sehr frech.
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    • Holger 24. November 2016 um 18:36 Uhr ·
      Ach Gast, gibt es nicht immer 100 Gründe erst mal irgendetwas nicht zu tun? Und ehrlich… die paar Toten mehr oder weniger. Solange es keine Freunde oder Familienangehörige sind. Aber wenn es dann passiert ist, dann wird gebrüllt, warum denn niemand verboten hat auf sein Handy zu schauen. Freie Fahrt für freie Bürger… ? Ob das Wort „Freitod“ daher kommt? ?
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    • Einfachkoch 24. November 2016 um 21:34 Uhr ·
      Statt einem festen Bußgeld, eher wie in der Schweiz. Ein Bußgeld gemessen an dem Einkommen des Sünders! Denn die 100€ tun dem LKW Fahrer weh und dem Durchschnittsbürger, aber nicht dem Geschäftsmann im Aufi auf der linken Spur mit Blinker links und Handy am Ohr!
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  3. Max 24. November 2016 um 12:42 Uhr ·
    Das sage mal den ganzen durchgeknallten Smombies. Manche haben vermutlich sogar das Handy während dem Sex in der Hand oder beeilen sich extra damit sie dann wieder chatten können. ?
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  4. sportiv 24. November 2016 um 14:03 Uhr ·
    Naja, wenn Abstandradars mal Serie sind, gehen Devices einfach in „Standby“ bei kritischen Situationen.
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    • Holger 24. November 2016 um 18:38 Uhr ·
      Genau… und während der Nutzer noch überlegt warum das Smartphone aus ist, rauscht er auch schon in eine Gruppe Schulkinder die über den Bürgersteig geht….
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  5. inu 24. November 2016 um 18:48 Uhr ·
    Das ist der falsche Weg für ein richtiges Ziel. Wenn Handys schon zugunsten der Verkehrssicherheit erkennen sollen, ob der Benutzer fährt, oder nicht, so sollte sich a) diese Erkennung auch darauf erstrecken, ob der handyphonierende Nutzer Fahrer oder nur Beifahrer ist, und b), bei Erkennung des Nutzers als Fahrer, eine automatische Meldung an die jeweiligen Bußgeldstellen abgeben. Wetten, daß (nur) so der Verkehrssicherheit gedient wäre? …
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  6. Heinrich 24. November 2016 um 21:47 Uhr ·
    Nur weil ihr zu blöde seid Auto zu fahren , und dabei zu telefonieren . Mit freisprech darf man es , und mit dem Handy am Ohr nicht , das ist sowieso der größte blödsinn .
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    • inu 25. November 2016 um 01:43 Uhr ·
      Heinrich, DIR möchte ich im Straßenverkehr nicht begegnen. Denn ich hänge an meinem Auto – und an meinem Leben.
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      • Heinrich 25. November 2016 um 07:34 Uhr ·
        Dann fahre u Bahn du Pfeife !!!
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      • Heinrich 25. November 2016 um 11:35 Uhr ·
        @….fresse halten ??
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  7. bmbsbr 25. November 2016 um 07:40 Uhr ·
    Die NHTSA ist ja süß… In den USA ist in den meisten Staaten das Telefonieren mit dem Handy am Ohr erlaubt. Schon interessant, dann die Mobil-Industrie aufzufordern etwas zu entwickeln.
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    • Heinrich 25. November 2016 um 08:01 Uhr ·
      Hoffentlich liest das nicht inu ??? Er hat Angst um sein Auto Opel Corsa ????????
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      • .....::.... 29. November 2016 um 07:26 Uhr ·
        Ich fahre vw Polo ???
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    • .....::.... 29. November 2016 um 08:47 Uhr ·
      Meinte mit wir hier , alle Fanboys und Applejunger ??? Ich liebe Apple wie meinen Freund ??
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  8. Heinrich 29. November 2016 um 08:48 Uhr ·
    Ach noch schwul der der Fanboy ?
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