Steigende Konkurrenz: Facebooks „News Feed“ wird teurer

Von Neuigkeiten kann man eigentlich kaum noch sprechen, wenn Facebook mal wieder verkündet, an seinem News Feed zu arbeiten – schließlich sieht das Unternehmen seine Arbeit selbst als Dauereinsatz zur stetigen Verbesserung der Plattform, dennoch informiert das soziale Netzwerk gern über die aktuellen Veränderungen:

Das Ziel des News Feeds ist es (noch immer), den Nutzern vor allem die Beiträge zu zeigen, die für sie am relevantesten sind, um nicht in der täglichen Flut der Beiträge von Freunden, Bekannten und abonnierten Seiten zu ertrinken. Ein Algorithmus bestimmt die Relevanz eines jeden Beitrages für den Nutzer und zeigt die wichtigsten (und die best bezahlten) ganz oben an.

Facebook

Dabei hält sich Facebook laut eigener Aussage an ein paar zentrale Werte:

Beiträge von Freunden und der Familie werden demnach zuerst gezeigt, damit die Nutzer nicht ewig scrollen müssen, um mit den wichtigen Personen aus ihrem Leben in Kontakt zu bleiben. Dabei lernt das Programm aus unserem Verhalten: Liked man z.B. häufig Fotos seiner Schwester, werden diese künftig als wichtiger erachtet und stehen weiter oben.
Doch Facebooks „Forschung“ hat noch zwei weitere wichtige Erwartungen an den Newsfeed aufgezeigt: Zum einen soll er informieren – das können je nach Nutzerinteresse lokale Nachrichten, ein bevorstehendes Ereignis, Neuigkeiten über einen Promi oder auch ein Rezept sein. Zum anderen soll der News Feed die Nutzer unterhalten. Dazu können für den einen Nutzer Beiträge eines Sportlers dienen oder Live-Videos oder lustige Fotos für einen anderen.

Was ein Nutzer zu sehen bekommt hängt dabei ausschließlich von seinen eigenen Interessen ab. Man betont in den eigenen Richtlinien, dass alle Quellen gleich behandelt werden und Facebook keine Meinung bevorzugt – nicht nur, weil man glaubt, damit das Richtige zu tun, sondern auch, weil es gut für's Geschäft ist: Wenn die Nutzer Inhalte sehen, die ihnen gefallen, verbringen Sie mehr Zeit im News Feed und sehen mehr Werbung. Gewisse Gemeinschaftsstandards für ein respektvolles und sicheres Zusammenleben müssen natürlich gewahrt bleiben.

Authentische Geschichten bekommen die größte Resonanz, wie das Feedback aus den Nutzer-Umfragen ergab. Diese gilt es von irreführenden und reißerischen Beiträgen und von Spam zu unterscheiden, von denen die Nutzer in Zukunft weniger sehen sollen. Mit Funktionen wie „entfolgen“, „verbergen“ und „als erstes anzeigen“ können Nutzer schon länger aktiv mitbestimmen, wie ihr News Feed aufgebaut ist.

Hin und wieder passt Facebook seinen News-Feed-Algorithmus aber auch selbst an Veränderungen an. Scheinbar haben sich bei den Umfragen viele Nutzer beschwert, sie würden zu wenig von Ihren Freunden sehen, was bei der Steigenden Zahl von Facebook-Seiten wenig verwundert. Um die bereits beschriebenen Grundsätze zu erfüllen, wurden daher bereits im April drei Änderungen vorgenommen:
Beiträge von Freunden erscheinen weiter oben im News Feed, damit Nutzer, die viele Seiten abonniert haben, diese nicht verpassen.

Facebook Interaktion

Interaktionen von Freunden mit Seiten (also Likes und Kommentare) sollen dafür nicht mehr so häufig angezeigt werden. Beides dürfte Seitenbetreibern sauer aufstoßen, da die Reichweite von Seiten (also z.T. von zahlenden Kunden) darunter leiden kann. Als kleine Gegenmaßnahme wurde eine Regel aufgeweicht, die verhindert, dass von einer Seite mehrere Beiträge direkt nacheinander gezeigt werden. Das war vor allem bei (neuen) Nutzern ein Problem, die zu wenig Kontakte und verknüpfte Seiten aufwiesen, um den News Feed zu füllen. Ansonsten verweist Facebook auf seine Best Practices, die Seitenbetreiber beherzigen sollen, um die Qualität und damit die Reichweite ihrer Seiten zu steigern.

Da sich die Umfrageergebnisse seit dem ersten Update nicht wie gewünscht verbesserten, kündigte man nun an, diese Entwicklung in einem erneuten Update noch zu verstärken. Das Update wird vermutlich – wie alle Änderungen des sozialen Netzwerks – erst nach und nach bei den Nutzern ausgespielt werden. Für Seitenbetreiber bedeutet das wohl in Zukunft noch weniger organische Reichweite und ein stärkerer Trend zur immer teueren Bewerbung der eigenen Inhalte.

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Marcel Gust
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4 Kommentare zu dem Artikel "Steigende Konkurrenz: Facebooks „News Feed“ wird teurer"

  1. Leonard 30. Juni 2016 um 14:27 Uhr ·
    Gruselig.
    iLike 4
  2. OnSmash 30. Juni 2016 um 14:52 Uhr ·
    „Teuerer“ – ernsthaft? Heißt es nicht „teurer“ bei einer Steigerung? (Kommentar nach Kenntnisnahme bitte löschen)
    iLike 1
    • Hu 30. Juni 2016 um 15:37 Uhr ·
      Und im letzten Satz muss es dann auch „immer teureren Bewerbung“ heißen.
      iLike 1
  3. Christian 30. Juni 2016 um 15:11 Uhr ·
    Facebook ist doch nur noch ein Werbekatalog. Hat mit Netzwerk für Freunde nichts mehr zu tun.
    iLike 4

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