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NURATRUE im Test: Personalisierter Klang und ANC | REVIEW

NURATRUE Ladecase mit Kopfhörern

Drei Wochen lang hatte ich die Möglichkeit, die NURATRUE-Kopfhörer der Marke Nura zu testen. Dabei handelt es sich um In-Ear-Kopfhörer ähnlich der AirPods Pro, die nicht nur eine Aktive Geräuschunterdrückung bieten, sondern auch einen personalisierten Klang. Aber können sich diese Funktionen auch im Alltagstest als nützlich erweisen? Im Folgenden stelle ich meine persönlichen Eindrücke und Erkenntnisse zu den NURATRUE vor.

Hier zunächst die NURATRUE im Überblick:

  • Verbindung: aptX™, Bluetooth® 5.0, Bluetooth QuickSwitch
  • Active Noise Cancellation (ANC) und Social Mode
  • Anpassbare Bassverstärkung durch Immersion Mode
  • In-ear- und Outer-ear-Mikrofone für Anrufe
  • Touch-Buttons
  • Gewicht: 2x 7,4g (Kopfhörer) + 37.1g (Lade-Case)
  • Akkulaufzeit: sechs Stunden bei konstanter Nutzung, 24 Stunden mit zwischenzeitlichem Aufladen in der Lade-Case
  • Schweißresistent
  • Erkennt, ob sich die Kopfhörer im Ohr befinden und ob sie einen guten Halt haben
  • Zubehör: USB-A auf USB-C-Ladekabel, 4x Silikon-Aufsätze, 1x-Schaum-Aufsätze, 2x sog. Flügel-Aufsätze, damit die Kopfhörer gut im Ohr sitzen
NURATRUE Verpackung

So sieht die Verpackung der NURATRUE von vorne aus. (Foto: Apfelpage / Ann-Kristin Stelter)

Verpackung und Inhalt

Die NURATRUE werden in einer recht minimalistischen Verpackung geliefert. Beim Öffnen dieser werden die Kopfhörer sofort sichtbar, das Zubehör befindet sich wiederum in einem separaten Kästchen darunter.

Was schnell auffällt, ist die Tatsache, dass die NURATRUE ohne eine seitenlange Bedienungsanleitung auskommen. Einzig auf der Verpackung des Zubehörs ist in drei Schritten aufgedruckt, wie man die Kopfhörer einrichtet. Doch dazu später mehr.

Abgesehen von den Kopfhörern befindet sich im Lieferumfang selbstverständlich auch ein Ladekabel, in diesem Fall ein USB-A auf USB-C-Kabel. Und auch vier verschiedene Aufsätze in unterschiedlichen Größen werden mitgeliefert. Hierbei handelt es sich um drei Paar Silikon-Aufsätze und ein Paar Aufsätze aus einem schaumartigen Material.

NURATRUE Verpackungsinhalt

Das Zubehör der NURATRUE. (Foto: Apfelpage / Ann-Kristin Stelter)

Setup

Das Setup ist dank der Nura-App denkbar einfach, aber aufgrund der Personalisierung auch ein wenig zeitintensiv. Zunächst muss die App, wie in der Verpackung beschrieben, auf dem Smartphone installiert werden. Anschließend können die Kopfhörer aus der Ladecase herausgenommen und aufgesetzt werden, um sie dann per Bluetooth mit dem Smartphone zu verbinden.

Wenn man nun die App öffnet, erkennt diese zwar, dass ein Paar Nura-Kopfhörer mit dem Smartphone verbunden wurden, aber leider nicht welche. Daher müssen im ersten Schritt die NURATRUE ausgewählt werden, worauf sogleich das Erstellen eines Hörprofils, also die Personalisierung des Sounds, folgt.

Dabei muss diesem zunächst ein Name vergeben werden, da in der App mehrere verschiedene Hörprofile gespeichert werden können. Demzufolge können dieselben NURATRUE-Kopfhörer auch von mehreren Personen verwendet werden. Danach wird man von einer Stimme durch die nächsten Schritte geführt.

Was nun passiert, ist hochinteressant: Die Kopfhörer spielen eine Reihe von Tönen ab, von ganz tiefen bis sehr hohen, um dann die Geräusche zu messen, die unsere Ohren als Antwort auf diese Töne aussenden. Genannt werden diese „Otoakustische Emissionen“ oder kurz OAE. Diese enthalten wiederum Informationen über unser Hörvermögen, welche die NURATRUE dazu nutzen, um ein individuelles Hörerlebnis zu kreieren.

Insgesamt zwei Minuten sollte man ungefähr für diesen Prozess einplanen, anschließend bekommt man allerdings umgehend die Möglichkeit, das Ergebnis zu testen. Und das war für mich tatsächlich schockierend: Als der Beispielsong gespielt wurde, ohne dass mein persönliches Hörprofil angewendet wurde, fand ich, dass dieser eigentlich ganz gut klang.

Doch als ich mein Hörprofil aktivierte, musste ich feststellen, dass das Hörerlebnis ungefähr hundertmal besser war. Im Vergleich dazu klang die neutrale Version nämlich nun blechern und fast, als benutze man Billigkopfhörer.

Im Anschluss daran kann der Immersion-Mode angepasst werden. Mit diesem kann man einstellen, wie sehr der Bass verstärkt werden soll. Nura selbst behauptet, eine höhere Einstellung führe dazu, dass man sich wie auf einem Live-Konzert fühle. Ich kann diese Ansicht leider nicht zu 100% teilen, aber dazu später mehr.

Zu guter Letzt können die Funktionen der Touch-Buttons individuell konfiguriert werden. Hierfür stehen insgesamt zehn verschiedene Funktionen zur Verfügung, die den Touch-Buttons zugewiesen werden können.

Das Problem besteht lediglich darin, dass nur vier dieser Funktionen gleichzeitig verwendet werden können, da jeder der beiden Kopfhörer nur auf ein einmaliges und ein doppeltes Drücken reagiert. So etwas wie beispielsweise ein langes Drücken der Touch-Buttons, was auch bei den AirPods Pro vorzufinden ist, wäre hier sinnvoll gewesen.

NURATRUE Setup

Die einzelnen Schritte des Setup in der Nura-App. (Foto: Apfelpage / Ann-Kristin Stelter)

Design, Tragekomfort und Bedienung

Was mir sofort positiv am Design der NURATRUE aufgefallen ist, ist die kleine Größe der Ladecase. Damit passen die Kopfhörer in jede Hosentasche und können überall mithingenommen werden. Verstärkt wird diese Handlichkeit auch durch die Tatsache, dass die Ladecase aus dünnerem Plastik besteht, wodurch sie weniger wiegt. Allerdings lässt sie dies meiner Meinung nach auch weniger wertig aussehen.

Die Kopfhörer selbst lassen sich gut aus der Hülle herausnehmen und ebenso gut in die Ohren einsetzen. Anschließend sitzen sie fest und haben einen guten Halt. Nach einiger Zeit spürt man die Kopfhörer jedoch deutlich im Ohr, was das Tragen weniger angenehm macht.

Bei der Bedienung hat mich zunächst gefreut, dass die NURATRUE automatisch erkennen, ob sich beide Kopfhörer noch im Ohr befinden. Wird einer der beiden herausgenommen, wird die Wiedergabe sofort angehalten, was beispielsweise auch bei Apples AirPods der Fall ist. Zudem informiert eine Stimme immer darüber, ob die Kopfhörer erfolgreich mit einem Bluetooth-Gerät verbunden werden konnten oder ob sie nun mit einem anderen Gerät gekoppelt wurden. Beim Wechsel zwischen ANC und Social Mode hingegen wird die Stimme durch einen kurzen Piepton ersetzt.

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Zu den Touch-Tasten, die auf der Oberfläche der NURATRUE angebracht sind, lässt sich sagen, dass ich diese zwar meist blind mit dem Finger treffen konnte, manchmal aber auch daneben getippt habe. Darüber hinaus können jeder Taste, wie oben erwähnt, nur zwei Funktionen zugewiesen werden, was ich etwas schade finde.

Außerdem habe ich die Erfahrung machen müssen, dass das Wechseln von Aufsätzen recht lange dauert und viel Konzentration erfordert. Denn obwohl die Stelle, an der die Aufsätze eingesetzt werden sollen, oval geformt ist, sind die Aufsätze selbst rund gestaltet, wodurch der Prozess erschwert wird.

Bezüglich der Akkulaufzeit gibt Nura diese mit sechs Stunden bei konstanter Wiedergabe sowie 24 Stunden unter Nutzung der Ladecase an. Im Test haben sich diese Werte tatsächlich als realistisch bewiesen.

NURATRUE Ladecase mit Kopfhörern

Die Größe Kopfhörer samt der Ladecase verglichen mit meiner Hand. (Foto: Apfelpage / Ann-Kristin Stelter)

Soundqualität und verschiedene Hörmodi

In Sachen Soundqualität leisten die NURATRUE meiner Meinung nach eine sehr gute Arbeit. Die Stimmen sind klar und die Differenzierung dieser von den Instrumenten ist gut, vor allem, wenn kaum Bass vorhanden ist. Des Weiteren weisen die Kopfhörer eine breite Klangbühne auf und, je nach Einstellung, auch einen gut durchdringenden Bass, aber dazu gleich mehr. Alles in allem würde ich sagen, dass der Sound besser und vor allem detailreicher ist als bei den AirPods Pro.

Immersion-Mode

Wie bereits erwähnt, kann mithilfe des Immersion-Mode die Stärke des Basses angepasst werden. Persönlich finde ich, dass eine höhere Einstellung vor allem bei basslastigen Songs dazu führt, dass das Hörerlebnis näher an das eines Live-Konzerts herankommt. Jedoch muss ich auch anmerken, dass dieses Erlebnis bei mittelstarken bis starken Hintergrundgeräuschen auch bei eingeschaltetem ANC ein wenig verloren geht.

ANC

Im Test hat sich die Aktive Geräuschunterdrückung der NURATRUE als gut, aber nicht als perfekt bewiesen. Befindet man sich beispielsweise im Zug, funktioniert diese praktisch einwandfrei, sodass 95% der Geräusche komplett ausgeblendet werden. Das gleiche gilt, wenn man auf einem Parkplatz steht und ringsherum ständig Autos vorbeifahren. Diese konnte ich bei laufender Musik nicht mehr wahrnehmen.

Geht es jedoch um stärkere Hintergrundgeräusche, dringen diese meist noch durch. So hatte ich zum Beispiel die Möglichkeit, die NURATRUE im Flugzeug zu testen. Dabei konnte ich nach wie vor ein leichtes Rauschen im Hintergrund wahrnehmen sowie auch zum Teil die Stimmen der anderen Passagiere.

Aber auch auf der Erde entstehen manchmal laute Geräusche, denen man nicht zwingend entkommen kann. Denn wer kennt es nicht: Man sitzt im Garten, hört Musik und plötzlich fängt der Nachbar an, den Rasen zu mähen. In solch einer Situation wird man mit den NURATRUE leider den Rasenmäher immer noch wahrnehmen können, vor allem, wenn eine Stelle in einem Song einen geringen Musikanteil aufweist.

Social Mode

Natürlich kann die Aktive Geräuschunterdrückung auch ausgeschaltet werden. Dann wird automatisch der Social Mode aktiviert, bei dem mithilfe von Mikrofonen Geräusche von außen durchgelassen werden sollen.

Im Test hat mich dieser Modus allerdings etwas enttäuscht. Beim Aktivieren konnte ich sofort ein starkes Rauschen wahrnehmen, was vermutlich von den Mikrofonen kam. Darüber hinaus war es für mich beinahe unmöglich, eine normale Konversation zu führen und währenddessen Musik zu hören, obwohl die Lautstärke auf einem Minimum stand.

Auch das Telefonieren in diesem Modus empfand ich nicht als sehr angenehm. Zwar konnte mein Gesprächspartner mich einwandfrei hören, aber für mich klang dessen Stimme ein wenig blechern. Zudem konnte ich mich selbst beim Sprechen nicht gut selbst hören.

Fazit

Am besten an den Kopfhörern gefallen haben mir die Soundqualität, die Akkulaufzeit, der feste Halt in den Ohren sowie die Personalisierung des Sounds. Dennoch gibt es auch einige Kritikpunkte, wie beispielsweise ein schlecht ausgeführter Social-Mode sowie die eingeschränkten Individualisierungsoptionen der Touch-Buttons. Aus diesem Grund empfinde ich den Verkaufspreis von knapp 230€ ein wenig zu hoch.



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Ann-Kristin Stelter
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1 Kommentar zu dem Artikel "NURATRUE im Test: Personalisierter Klang und ANC | REVIEW"

  1. Steckrüben 8. Oktober 2021 um 19:42 Uhr · Antworten
    sorry, aber das hat mich gerade mehrfach getriggert: es ist DAS Ladecase (das “Denglisch” ist schon schlimm genug ) Bitte nutzt die Artikel richtig, schließlich macht ihr das professio
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