Kinder schürfen Kobalt für Apple und Tesla: Menschenrechtler reichen Sammelklage ein

Kinder in Afrika - PixaBay

Apple findet sich gemeinsam mit anderen Tech-Giganten auf einer Liste von Unternehmen, die für Kinderarbeit in Afrika an den Pranger gestellt werden: Das Kobalt, das in den Akkus vieler Geräte steckt, wird zu großen Teilen in afrikanischen Konfliktregionen geschürft, unter teils erbarmungswürdigen Umständen. Apple weist die Kritik.energisch zurück.

Apple sieht sich aktuell einer Sammelklage gegenüber, in der dem Unternehmen vorgeworfen wird, Kinderarbeit zu tolerieren. Sie wurde von der Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates vor einem Gericht in Washington eingereicht und auf der Anklagebank sitzt Apple nicht allein. Auch Tesla, die Google-Holding Alphabet, Dell und Microsoft werden in der Klage erwähnt.

Darin wird vor allem die Verwendung von Kobalt durch die genannten Unternehmen diskutiert. Das Metall wird bei der Herstellung von Batterien eingesetzt. Es ist möglich, den benötigten Anteil an Kobalt in modernen Akkus zu drücken, vollkommen darauf zu verzichten, ist derzeit in Consumer-Geräten aber nicht praktikabel.

Die weltweit größten Kobalvorkommen liegen auf dem Gebiet der Demokratischen Republik Kongo, einer von jahrzehntelangen blutigen Bürgerkriegen gezeichneten Region. Hier wiederum sind industrielle Konsortien und Kleinschürfer gleichermaßen am Werk, um das wertvolle Metall aus dem Boden zu holen. Auf diese Kleinschürfer zielt die Klage der Anwälte, die laut Medienberichten 14 afrikanische Familien vertreten: Diese arbeiten unter gefährlichsten Bedingungen und oft ohne jede Schutzausrüstung in selbst gegrabenen Tunneln und Stollen, wo viele der minderjährigen Arbeiter schwere Verletzungen erleiden oder getötet werden.

Apple weist Kritik zurück

Bis zu 20% des Kobalts, das aus dem Kongo ausgeführt wird, wurde von unabhängigen Kleinschürfern gewonnen. Für Abnehmer wie Apple ist es schwierig, die äußerst komplizierten Lieferketten bis zu ihrem Ausgangspunkt zurückzuverfolgen. Fraglos setzt sich Apple mit am energischsten dafür ein, möglichst konfliktarme Rohstoffe zu beziehen und drängt seine Zulieferer regelmäßig zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Es laufen auch Bemühungen seitens Apple, Kobalt direkt von den örtlichen Minenbetreibern zu kaufen, apfelpage.de berichtete. Darauf verweist das Unternehmen auch erneut anlässlich der eingereichten Klage. Wenn Zulieferer die von Apple definierten Mindeststandards nicht einhalten können oder wollen, fliegen sie aus der Lieferkette.

Realistisch ist eine völlige Transparenz der Kobaltlieferungen aus Afrika an den Endabnehmer allerdings nicht.

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Roman van Genabith
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10 Kommentare zu dem Artikel "Kinder schürfen Kobalt für Apple und Tesla: Menschenrechtler reichen Sammelklage ein"

  1. Mip 19. Dezember 2019 um 10:04 Uhr ·
    Typisch Apple , mal wieder so tun als sein sie so gut und haben damit nichts zu tun , und wissen auch mal wieder von nichts .
    iLike 31
    • Devil97 19. Dezember 2019 um 11:42 Uhr ·
      Typisches Gebäsche, von nix ne Ahnung was dahintersteckt aber einfach mal meckern
      iLike 16
      • Ghost987 19. Dezember 2019 um 21:42 Uhr ·
        Erzähl mal ! Du Fanboy
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  2. Peter R. 19. Dezember 2019 um 12:51 Uhr ·
    Ich persönlich habe mich entschieden meine iPhones solange wie möglich zu benutzen. Solange man nicht mit Bestimmtheit sagen kann das die iPhones z.B. ohne Kinderarbeit usw. Fair produziert werden. Es wird Zeit, auch wegen der Umwelt, das da ein Umdenken statt findet, brauche ich wirklich jedes Jahr ein neues iPhone? Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden finde ich, darüber nachdenken sollte allerdings jeder mal finde ich.
    iLike 16
  3. MacWulf 19. Dezember 2019 um 14:16 Uhr ·
    @Mip: Ich gehe jetzt mal davon aus, das dein Kommentar ironisch gemeint war.
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  4. Mip 19. Dezember 2019 um 16:17 Uhr ·
    🤦🏼‍♀️
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  5. Numsi 19. Dezember 2019 um 18:32 Uhr ·
    Ich zitiere aus einer ZDF Doku: „Rund zwei Drittel der globalen Kobaltproduktion von gut 100.000 Tonnen (2017) stammt aus dem Kongo. Hauptförderer sind der schweizer Rohstoffhändler Glencore und die Tochterfirma Katanga. Deren kongolesische (Kupfer-)Minen liefern circa 40 Prozent der Kobalt-Weltjahresproduktion. Auch chinesische Firmen sind im Kongo aktiv sowie „Selbergräber“ (zehn bis 20 Prozent).“. Da die Ankläger alle aus dem Bereich der Sitz Krebber stammen sollte natürlich Apple und alle sonstigen in Verdacht geraten Unternehmen sofort sich von diesen trennen sofern sie überhaupt mit den zu tun hatten oder es wissen und sich an die Lieferanten halten die vermutlich auch andere Ausbeutemethoden haben sie sich unserer Kenntnis entziehen so blauäugig bin ich nicht. Und das große Gebiet der Immobilität kommt denn jetzt als neuer großer Faktor dazu da auch diese Batterien bis jetzt noch Kobalt mit Gebrauchen.Um bis unsere Entwicklung so weit ist das vom kennst mich drauf verzichten kann vergehen noch einige Jahre.
    iLike 1
    • Numsi 19. Dezember 2019 um 18:36 Uhr ·
      Nachtrag da keine Fehlerkorrektur möglich ist: ich bitte dieses zu entschuldigen der Sinn ist hoffentlich verständlich.👋🏼
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  6. Chef vom Dienst 19. Dezember 2019 um 23:41 Uhr ·
    Weiß man eh schon lange, dass überall auf der Welt noch Menschen versklavt werden. Was Kinderarbeit per se anbelangt, sollte man nicht vergessen, dass auch auf Bauernhöfen Kinder arbeiten müssen. Und das tut ihnen gar nicht schlecht. Wenn man schon keine Schule besuchen kann, dann sollte man wenigsten Geld verdienen können. Wichtig ist vor allem, wie diese Kinder behandelt und bezahlt werden. Und genau da liegt ja das Problem. Die werden versklavt und die Gesundheit der Kinder interessiert auch niemanden. Das ist das Problem, nicht Kinderarbeit per se. Wie viele Familienbetrieben lassen ihre Kinder mitarbeiten? Wieso werden die Minen nicht vom Staat Kongo selbst kontrolliert? Weil man Geld verdienen will. Wer liefert, weiß man ja, man müsste nur dort hinfahren und Kontrollen durchführen. Aber es will ja jeder Geld mit den Sklaven verdienen.
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  7. Gast 20. Dezember 2019 um 08:31 Uhr ·
    Macht sich einer von den Dummschwätzern mal gedanken darüber das die Kinder arbeiten damit ihre Familien was zu fressen haben …… Ewig dieses Theater für nix , es glaubt doch wohl keiner das Apple oder andere Firmen irgendwas daran ändern können wenn Warlords in Afrika Kinder zur Zwangsarbeit missbrauchen . Meine güte macht die Augen auf.
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