Handelskrieg: Wird Apple von den Chinesen unterbewusst boykottiert?

Symbolbild China | MaoNo / Pixabay

Apple könnte in China einer aufkommenden anti-amerikanischen Stimmung zum Opfer fallen. Diese wird maßgeblich durch die Handelspolitik der Trump-Administration befördert und könnte mit zu den schrumpfenden iPhone-Verkäufen beigetragen haben.

Nein, dies ist keine von Tim Cook oder seinem Team aufgestellte Theorie, um die schleppenden Verkäufe des iPhones in China zu erklären, im Gegenteil: In Cupertino hat man im Management inzwischen zu einer Art Sprint aufgerufen, um Kunden wieder mehr von den eigenen Produkten zu überzeugen. Es ist die in der Regel bei Wirtschaftsfragen gut orientierte Agentur Bloomberg, die auf einen Umstand hinweist, der Apple in China derzeit das Geschäft vermiesen könnte. Dabei ist der Schlüsselfaktor nur indirekt ein wirtschaftlicher Aspekt.

Der Handelskrieg schadet Volkswirtschaften rund um die Welt, aber er hat womöglich auch eine Art psychologische Komponente.

Boykottieren die Chinesen das iPhone?

Chinesische Kunden scheinen im Moment vermehrt zu einheimischen Marken zu greifen. Wer sich ein neues Smartphone gönnt, schaut zurzeit eher in Richtung Huawei, Oppo oder Xiaomi, auch Samsung wird noch gern gekauft. Apples iPhone ist womöglich bald schon aus den Top3 der beliebtesten Smartphonemarken der Chinesen verschwunden. Die Verbraucher dort könnten zu einem informellen Boykott von Apple, aber auch vieler anderer amerikanischer Produkte neigen, vermutet Bloomberg und zitiert Analysten von Bank of America Merrill Lynch. Bei Apple falle das momentan lediglich besonders deutlich auf.

Zwar ruft die chinesische Führung in den Staatsmedien nicht zu einem solchen Verhalten auf, sondern schlägt eher beschwichtigende Töne an, ein US-kritisches Kaufverhalten scheint es dennoch zu geben und der Handelskrieg sei der Auslöser dafür. Und dann kommen noch wirtschaftliche Faktoren hinzu: Die chinesische Landeswährung hat durch den Handelskrieg zuletzt deutlich abgewertet, was teure Produkte aus dem Westen weniger wettbewerbsfähig macht.

In Indien wirkt sich dieser Umstand ebenfalls aus und dort geht es Apple bereits länger recht schlecht, wie wir hier zusammengefasst hatten.

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Roman van Genabith
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5 Kommentare zu dem Artikel "Handelskrieg: Wird Apple von den Chinesen unterbewusst boykottiert?"

  1. Devil97 8. Januar 2019 um 16:06 Uhr ·
    Was genau ist denn „unterbewusst“? Ich kenne nur „unbewusst“
    iLike 9
    • Hmbrgr 8. Januar 2019 um 18:43 Uhr ·
      Weil das Substantiv „Unterbewusstsein“ ist. Deshalb unterbewusst. Unbewusst, unterschwellig… Alles ähnlich! Siehste, haste wieder was dazugelernt!! 🙈😂😂
      iLike 5
  2. Tom 8. Januar 2019 um 18:35 Uhr ·
    Ein Phänomen dass offensichtliche Idioten Staaten lenken dürfen. So muß es wohl auch in DE 1933 gewesen sein?! Nur warum lernt niemand daraus?
    iLike 1
  3. Thomas 8. Januar 2019 um 22:49 Uhr ·
    Ich wiederhole es nochmal: das ist der besondere chinesische Nationalismus. Politischer Dissens mit anderen Ländern (in dem Fall den USA), wird von den Konsumenten tatsächlich, messbar und belegbar bestraft. Letztes deutsche Unternehmen, dass das betraf: Mercedes. Die haben eine für Chinesen beleidigende Werbung geschaltet (im politischen Sinne): das wurde genauso bestraft.
    iLike 2
  4. Wolfgang D. 9. Januar 2019 um 23:15 Uhr ·
    Sind halt nicht so krass selbstbezogen wie die Wessis, denen alles egal ist Hauptsache Iphone hat Empfang, und mögen außerdem keine Beleidigungen der Nation. Wenn also das Zücken des Phones schlechtes Karma auch für die Familie einbringt, wird es eben nicht mehr gekauft.
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