Geld gegen Gefälligkeit: Britische Behörden ermitteln gegen Such-Deal von Google und Apple

Der Wettbewerb wird für kleinere oder neue Marktteilnehmer unangemessen erschwert. Aus diesem Grund ermitteln nun britische Aufsichtsbehörden gegen Apple und Google. Die Streitfrage ist nicht neu.

Apple nimmt von Google regelmäßig Überweisungen in Milliardenhöhe entgegen und erbringt dafür eine kleine, aber ungemein lukrative Leistung: Google ist die Standardsuche auf dem iPhone. Dieser Umstand hat nun die britische Marktaufsichtsbehörde Competition and Markets Authority auf den Plan gerufen. Die Behörde hat eine Untersuchung der Absprache zwischen den beiden Tech-Riesen auf den Weg gebracht, wie aus einem Tätigkeitsbericht der Behörde hervorgeht, der Anfang des Monats veröffentlicht wurde. Hintergrund sind die seit Jahren laufenden Zahlungen – hier bei uns im Archiv nachzulesen – und deren Auswirkungen auf den Wettbewerb.

Such-Deal macht der Konkurrenz unnötig das Leben schwer

Rund neun Milliarden Dollar soll Apple im vorletzten Jahr von Google erhalten haben, damit Googles Suche weiterhin auf dem iPhone voreingestellt ist. Für Großbritannien belaufe sich der Anteil auf immerhin noch 1,3 Milliarden Euro.

Apple und Google hatten sich nie zu diesen regelmäßig getätigten Zahlungen geäußert, anlässlich der nun angestoßenen Untersuchung hat sich Apple dann doch zu einem Statement genötigt gesehen und das fällt überraschend aus: Man nehme kein Geld von keinem Suchmaschinenbetreiber, um im Gegenzug eine entsprechende Voreinstellung vorzunehmen. Eine krasse Leugnung der Behauptung also? Die britischen Marktwächter halten dagegen, die Bezahlung erfolge mittels einer Umsatzbeteiligung von Apple an den durch Google erzielten Werbeeinnahmen, die über iPhones erlöst werden, eine indirekte Finanzierung also. So oder so: Sich eine periodisierte Sucheinstellung zu erkaufen, schwäche den Wettbewerb, da die meisten iPhone-Nutzer ihre Suchvoreinstellung nie ändern würden, so die Marktwächter. Anderen Anbietern werde so der Markteintritt erschwert.

Apple führte weiter aus, man habe Google schlicht als Suche voreingestellt, weil dessen Nutzererfahrung am überzeugendsten ausfalle. Die britische Behörde möchte nun gemeinsam mit anderen nationalen Regulierern neue gesetzliche Vorgaben erarbeiten, die Geschäfte dieser Art einschränken sollen. Wann und ob sich hier etwas ändert, ist indes ungewiss.

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Roman van Genabith
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3 Kommentare zu dem Artikel "Geld gegen Gefälligkeit: Britische Behörden ermitteln gegen Such-Deal von Google und Apple"

  1. Deformator 3. Juli 2020 um 15:20 Uhr ·
    Ganz einfach zu lösen: beim Start den Anwender wählen lassen. Der Bruttonormalverbraucher wird ohnehin weiter google nehmen. Aber das ist ja viel zu einfach gedacht…
    iLike 6
  2. applex 3. Juli 2020 um 18:42 Uhr ·
    Die Leute würden ohnehin ohne nachzudenken Google wählen, weil sie die anderen (besseren) Suchmaschinen noch nie benutzt haben.
    iLike 5
  3. ChrisTeXxL 5. Juli 2020 um 17:30 Uhr ·
    Welche sind denn „besser“? Bing und Yahoo kann man voll in die Tonne treten. Was bleibt da noch? Kenn keine anderen haha 😂
    iLike 1

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