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Aus Angst vor Corona: Apple-Fertiger lassen Arbeiter in Fabrik übernachten

Corona bedeutet nach wie vor ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die weltweite Industrieproduktion. Mancherorts finden die Fertiger aber offenbar für die Belegschaft recht unbequeme Wege, das Risiko eines möglichen neuen Ausbruchs zu minimieren. Die Beschäftigten werden kurzerhand genötigt, in der Fabrik zu schlafen.

Im letzten Jahr konnten wir eindrucksvoll beobachten, wie die sich ausbreitende Corona-Pandemie weltweit die Produktion im Industriesektor lähmte und die Lieferketten unter Druck gerieten. Inzwischen läuft die Produktion in weiten Teilen der Welt wieder normal, aber die Anspannung bleibt. Immer wieder flackern kleinere Corona-Ausbrüche unter Beschäftigten von Auftragsfertigern auf, so etwa zuletzt in Indien auch bei einem Apple-iPhone-Bauer, wie wir in einer früheren Meldung berichtet hatten.

Wenn ein solcher Ausbruch nicht rechtzeitig genug erkannt und eingedämmt wird, kann er sich schnell zum Flächenbrand ausbreiten und legt die Produktion eventuell für Wochen lahm, abgesehen von der personellen Komponente: Ausfälle in den Schichten über einen längeren Zeitraum sind oft die Folge. Um dieses Risiko auszuschalten, geht man nun teils kreative Wege, wie die Agentur Bloomberg berichtet.

In Vietnam schlafen die Arbeiter in der Fabrik

So wird etwa aus Vietnam, wo Apple seit einigen Jahren vermehrt fertigen lässt, nun berichtet, dass die Belegschaft gehalten ist, auch am Arbeitsplatz zu schlafen. In zwei nördlichen Provinzen, in denen etwa Samsung und einige Apple-Zulieferer fertigen, nächtigen laut Behördenangaben rund 150.000 Beschäftigte inzwischen regelmäßig in den Werkhallen, um eine Ausbreitung von Corona zu vermeiden. Hierfür haben die Fabrikbetreiber Etagenbetten – teils auch Kinderbetten – einfach auf den Beton gestellt, heißt es weiter.

Produktion - Symbolbild

Produktion – Symbolbild

Diese erzwungene Quarantäne endet erst nach Ende eines Arbeitseinsatzes, der zumeist auf eine feste Zeit befristet ist. Hieraus müssen die Arbeiter am Schluss schließlich mit einem negativen Test freigetestet werden.

Die Impfkampagne in Vietnam schreitet unterdessen voran: Rund 400.000 Impfdosen sollen bislang unter den Beschäftigten der Industrieparks in den Provinzen Bac Ninh und Bac Giang verabreicht worden sein, allerdings drängten die Auftraggeber auf die unbedingte Aufrechterhaltung der Produktion, da sie sich ohnehin schon mit Engpässen aufgrund der Halbleiterkrise konfrontiert sehen.

In Vietnam gelang es lange, die Corona-Zahlen niedrig zu halten, doch seit April beginnen die Zahlen zu steigen. Dies erzwang unter anderem die zeitweise Schließung von Standorten von Foxconn und Luxshare Precision, beides Unternehmen aus Apples Lieferkette, wie wir in einer früheren Meldung berichtet hatten.

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Roman van Genabith
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2 Kommentare zu dem Artikel "Aus Angst vor Corona: Apple-Fertiger lassen Arbeiter in Fabrik übernachten"

  1. applefan 6. Juli 2021 um 16:56 Uhr ·
    Absolut unmöglich…lasst die Arbeiter doch bitte nach Hause gehen. Das ist moderne Sklavenarbeit!!!
    iLike 11
  2. Maxi 6. Juli 2021 um 20:07 Uhr ·
    Finde sowieso das es ein Wahnsinn ist, jedes Jahr ein neues Smartphone raus zu bringen. Alles 2 Jahre würde genau so reichen. Vorteile zb: Weniger Ressourcen Verschwendung von Dingen die eh schon knapp sind und die Umwelt belasten und dann würden wir uns alle 2 Jahre über wirklich gelungene Fortschritte freuen, oder!?
    iLike 7

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