Apple und Google an Unterdrückung von Frauen in der arabischen Welt mitschuldig: Menschenrechtler fordern mehr Weitsicht

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Apple muss sich aktuell den Vorwurf gefallen lassen, an der Unterdrückung von Frauen in Saudi Arabien eine Mitschuld zu tragen. Auch Google sieht sich dieser Anschuldigung ausgesetzt. Grund dafür ist eine App, die im App und Play Store zu finden ist.

Frauen in Saudi Arabien führen kein freiheitliches Leben. In dem ultrareligiösen Land haben Männer weitreichende Verfügungsgewalt über Frauen, so dürfen sie etwa bestimmen, wohin eine Frau reisen darf und müssen jeder Reise ins Ausland zustimmen. Und dda Mann trotz aller Rückständigkeit nicht auf die Segnungen der Moderne verzichten möchte, heißt es auch hier: „There is an app for that“. Mit der App Absher, die von einer Unterorganisation des saudischen Innenministeriums herausgegeben wird, lassen sich die Bewegungen von Frauen über ihr Smartphone überwachen.

Apple und Google im Visier von Menschenrechtlern

Die Anwendung wurde im App Store von iOS mit 3,9 von fünf Sternen bewertet. Insgesamt soll sie rund eine Million mal installiert worden sein, wie aus Medienberichten hervorgeht. Die Männer können ihren Frauen in der App Rechte für Reisen zu bestimmten Zielen einräumen und diese auch widerrufen. Weichen die Frauen von diesen Routen ab oder versuchen das Land zu verlassen, etwa per Flugzeug, wird ein SMS-Alarm ausgelöst. In der App sind zudem die vollständigen Namen und Ausweisnummern der Frauen zu hinterlegen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch drängt Apple und Google, bei der Aufnahme von Apps in ihre Stores mehr darauf zu achten, ob durch diese Anwendungen Unterdrückung und Missbrauch ermöglicht oder befördert werden können. Besonders staatliche Apps sollten schärfer kontrolliert werden, doch hier dürften die Unternehmen reagieren wie üblich: Man befolgt lokale Gesetze. Diese Rechtfertigung führt Apple auch stets dann ins Feld, wenn es etwa für die Löschung von VPN-Apps aus dem App Store kritisiert wird, Apfelpage.de berichtete.

So hat das Unternehmen etwa im chinesischen App Store zielstrebig daran gearbeitet, die lückenlose Überwachung der Bürger durch ihren Staat noch weiter zu vervollkommnen.

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Roman van Genabith
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7 Kommentare zu dem Artikel "Apple und Google an Unterdrückung von Frauen in der arabischen Welt mitschuldig: Menschenrechtler fordern mehr Weitsicht"

  1. Blub 13. Februar 2019 um 13:33 Uhr ·
    Was kann der Rest der Welt gegen denen ihrer Gesetze? Was kann Google oder Apple dafür dass dort Frauen unterdrückt werden? Mal wieder faszinierend wie ausländische Mächte versuchen in anderen Ländern ihrer Politik Einfluss zu nehmen. Das heißt nicht das ich das gut finde, man sollte aber auch akzeptieren das andere Länder andere Sitten haben und nicht immer versuchen sein Weltbild anderen aufzuzwingen. Ich denke der Großteil der Frauen dort akzeptieren ihre Situation sonnt würde man das bestimmt mitbekommen.
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    • bindabei 13. Februar 2019 um 13:49 Uhr ·
      Sie haben sich ihre Welt, wir unsere!
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      • Veräppler 13. Februar 2019 um 21:03 Uhr ·
        Dass wir alle auf dem selben Planeten leben und dass Menschenrecht Menschenrecht ist, ist wohl hart an dir vorbei gegangen oder? Ich halte die Klage für angemessen, allerdings könnte man selbiges auch abgespeckt in der Familien In dem Einstellungen finden. Meiner Meinung nach gehören Apps die sowas zulassen in keinen Store und sollten nicht unterstützt werden.
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  2. neo70 13. Februar 2019 um 19:44 Uhr ·
    Haben die Menschenrechtler nichts besseres zu tun? Apple ist also schuldig, wenn in diesem Land nach Jahrhundlanger Tradition weiterhin die Frauen unterdrückt werde 🤔. Es gibt zig Beispiele auf der Welt, wo es Gräueltaten gibt und wir alle schauen weg. Ein Beispiel: China und Tibet. Wir tolerieren dies alle. Warum? Ach ja, China ist für unsere Wirtschaft so wichtig. Wir verlagern unsere Industrie dorthin, wir verkaufen Firmen dorthin, wir kaufen billige vergiftete Plastikmülprodukte bzw. die Schnäppchenjäger unter uns kaufen die ach so günstig Smartphones, welche von Papa Staat schön subventioniert werden.
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  3. Oldschool 13. Februar 2019 um 20:41 Uhr ·
    ich hab grade ernsthaft überlegt, die kommentare von blub und neo70 zu kommentieren. dann wurde mir klar, dass die zwei es nicht verstehen werden (bzw. wollen)… mitmenschlichkeit hat offensichtlich keine chance, wenn das geliebte unternehmen kritisiert wird.
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    • neo70 13. Februar 2019 um 21:10 Uhr ·
      Du hast es nicht verstanden was ich sagen will. Es geht nicht um Apple, sondern um die Scheinheiligkeit der Menschheit bzw. um das gekonnte Wegschauen, wenn es ums Geschäft geht.
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      • Oldschool 14. Februar 2019 um 00:48 Uhr ·
        ja, so kann man das lesen. dann: sorry! 🙇‍♂️🙏
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