Apple HomePod: Erstes Hands-On, Klangeindrücke, Stereo-Sound und Limits [Kurztest]

HomePod schwarz und weiß

Was man in den USA, Großbritannien und Australien schon seit Februar zu hören bekam, ist ab heute auch in Deutschland käuflich erwerbbar. Die Rede ist natürlich vom HomePod und in unserer Redaktion sind gleich zwei Stück aufgeschlagen für einen Stereo-Test. Jedenfalls war das der Plan…

HomePod schwarz und weiß mit Netzteil

Installation geht leicht von der Hand

Zweifelsfrei habt ihr bereits das eine oder andere Video gesehen, wie der HomePod eingerichtet wird. Es ist jedenfalls sehr einfach: Stecker in die Steckdose, kurz warten, iPhone in die Nähe bringen und dann den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Wer schon einen Kopfhörer mit W1-Chip hat, wird sich gleich wie zu Hause fühlen, die Einrichtung funktioniert nämlich ganz genauso. Am Ende der Einrichtung steht eine kurze Einweisung – Siri stellt sich vor und möchte kurz zurückgegrüßt werden. Sie sagt, dass sie allerlei Dinge könne, man solle es doch direkt mal ausprobieren: Hey Siri, spiele Musik. Und schon geht es los. Was Siri verschweigt: Die Zwangsmusik ist ebenfalls Teil des Setup-Prozesses. Denn mit der Musik, die abgespielt wird, wird gleichzeitig der Raum vermessen.

Erster Eindruck des Sounds: Boah.

Es ist nicht immer ganz einfach, den Klang in Worte zu fassen. Man muss es hören, um wirklich mitreden zu können. Als Benchmark dienen die Logitech Z623-Lautsprecher (2.1-System mit Subwoofer und THX-Zertifikat), die am Mac via Klinke angeschlossen wurden. Halten wir uns gar nicht groß mit Details auf: Der HomePod rockt die Bude, genau wie Phil Schiller es versprochen hat. Und das ist beeindruckend: Auf das Volumen des Subwoofers der Logitech passen zwei HomePods und dennoch lässt der HomePod die Logis ziemlich dumm aus der Wäsche schauen. Es klingt fast so, als wenn sich das Logitech-Soundsystem auf seinen Subwoofer verlässt, der aber zuweilen nicht so recht weiß, was er abspielen soll. Im Gegensatz zum HomePod. Der Sound ist satter, klingt voller und besser balanciert. Hut ab, Apple!

Doppelt hält besser: Stereopaar

Schauen wir uns die positiven Seiten an: Dass wir in Deutschland so lange auf den HomePod warten mussten, hat den Vorteil, dass wir vom ersten Tag an in den Genuss von Stereo-Sound aus dem HomePod kommen. Die Einrichtung ist noch einfacher – das System fragt, ob die beiden zusammen genutzt werden sollen und wenn ja, ob der zweite links oder rechts steht. Die Hey-Siri-Vorstellung entfällt. Und der Sound ist immer noch überragend – jedenfalls dann, wenn man sich in der Mitte der beiden HomePods befindet.

Der Mac ist das Sorgenkind

Genug des Lobes, denn das endet, wenn man nicht mit iOS oder Siri arbeiten möchte. Der HomePod soll schließlich auch als kabelloser Lautsprecher arbeiten. Tut er. Problemlos? Nun. Der erste Verbindungsversuch ist mit einer Fehlermeldung gescheitert. Der zweite hat funktioniert. Sound ist toll, der Lag der Übertragung bei Videos wird genau wie bei Beats-Kopfhörern ausgeglichen, ist aber wesentlich größer. Nicht eine halbe Sekunde, sondern ca. 3 Sekunden vergehen vom Klick auf Play bis zum Ton aus dem Lautsprecher. Ähnlich lange dauert es, wollte man die Wiedergabe stoppen.

Was leider nicht funktioniert, ist die Verwendung zweier HomePods als Stereopaar vom Mac aus. Unter iOS werden die beiden HomePods als ein Gerät zusammengefasst und anerkannt, auf dem Mac sind beide einzeln auswählbar und individuell benutzbar. Aber eben nicht gleichzeitig mit Stereo. Das ist schon etwas enttäuschend, die Hoffnung besteht immerhin, dass Mojave daran etwas ändert (testen konnten wir das nicht, weil das Mojave-MacBook derzeit einen neuen Akku erhält und deshalb außer Haus ist).

HomePod Ausgabe über iTunes mini macOS

HomePod Ausgabe über iTunes mini macOS

HomePod Ausgabe macOS über den Lautstärkeregler

HomePod Ausgabe macOS über den Lautstärkeregler

Ebenfalls nicht in Stereo: Telefonie. Also eigentlich gibt es gar keine Telefonie, jedenfalls nicht von Siri. Beim Kommando jemanden anzurufen verweist Siri darauf, nicht helfen zu können. Schade! Aber man kann mit dem iPhone telefonieren und das HomePod-Stereopaar als Ausgabemedium verwenden – dumm nur, dass einer der beiden dabei still bleibt. Auch hier sollte Apple nachbessern.

Erstes Fazit: Sound top – Features verbesserungswürdig

Gut, dass Siri nicht die Hellste ist, haben wir jetzt alle gehört und das wird sich wohl auch nicht so bald ändern. Aber der Sound ist sehr, sehr gut und das ist das Wichtigste … Oder ist es das? Jedenfalls dann, wenn man nur Musik hören möchte oder überwiegend mit iOS-Geräten arbeitet. Dann funktioniert alles wie es soll. Aber mit dem Mac ist die Unterstützung verbesserungswürdig.

Ist der HomePod sein Geld wert? Schwer zu sagen. Es gibt sicherlich Lautsprecher, die für einen ähnlichen Preis schlechter klingen. Es gibt vermutlich auch welche, die (für weniger Geld) besser klingen. Was man mit dem HomePod kauft, ist die Integration ins Apple-Ökosystem. Dabei ist es aus-ge-sproch-en schade, dass Apple genau das verpatzt und den Mac momentan nur halbherzig unterstützt. Denn da wäre mehr drin.

Für mich ist der HomePod sein Geld des Sounds wegen wert. Aber ich bin ernsthaft am Überlegen, den zweiten (vermutlich den weißen) zurückzugeben – weil eigentlich habe ich mich auf grandiose AirPlay-Lautsprecher für den Mac gefreut und das funktioniert allenfalls mono (mit emuliertem Stereo).

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Toni Ebert
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14 Kommentare zu dem Artikel "Apple HomePod: Erstes Hands-On, Klangeindrücke, Stereo-Sound und Limits [Kurztest]"

  1. Kuni 18. Juni 2018 um 20:10 Uhr · Antworten
    Was aus solchen Mohrenköpfen und anderen blödsinnigen „smarten“ Lautsprechern kommt, kann man nicht als Sound bezeichnen.
    iLike 1
  2. kalle 18. Juni 2018 um 20:14 Uhr · Antworten
    HABEN WILL 😍😍😍
    iLike 10
  3. ettex 18. Juni 2018 um 20:32 Uhr · Antworten
    Ihr hättet das ganze noch mit einem apple tv testen können das würde mich zb interessieren wie filme darüber laufen ob Stereo sound da dann geht
    iLike 6
    • Toni Ebert 18. Juni 2018 um 20:35 Uhr · Antworten
      Problem an der Sache: Ich habe leider kein Apple TV :(
      iLike 2
    • Keno 18. Juni 2018 um 21:10 Uhr · Antworten
      Habe zwei….allerdings in unterschiedlichen RÄumen…habe sie beide mal neben dem Fernsehr gestellt und den Sound über ein Apple TV 4k getestet…funktioniert super 😃 Ton und Bild sind perfekt in Sync
      iLike 7
      • Carsten 18. Juni 2018 um 21:41 Uhr ·
        Das ist das Problem was ich mit meiner Sony Soundbar habe….läuft nicht richtig synchron über Bluetooth 🤣
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      • Keno 19. Juni 2018 um 16:04 Uhr ·
        AirPlay läuft ja über WLan…zum Glück
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    • Veräppler 18. Juni 2018 um 21:50 Uhr · Antworten
      Ja das geht flüssig und Problemlos, gibt ausreichend Material auf YouTube:)
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  4. Blub 18. Juni 2018 um 20:44 Uhr · Antworten
    Also wie befürchtet, lohnt sich ein Kauf momentan auf jeden Fall noch nicht. Apple hat zu viele Baustellen die vermutlich erst mit TopfOS 2 oder 3 verbessert werden. Ich hatte schon genug Theater mit AirPlay, damit ich mir das freiwillig nochmal antun will. Ich warte auf Gen 2 oder sogar erst 3.
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    • Tri 18. Juni 2018 um 20:50 Uhr · Antworten
      Welcher Topf? Pod heißt nicht Topf auf Deutsch…
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  5. Rolf 18. Juni 2018 um 20:47 Uhr · Antworten
    Mit dem Apple TV funktioniert der HomePod im Stereo Modus unglaublich toll. Bis jetzt konnte ich das testen bei den Filmen auf Netflix und mit der App von Zattoo. Mit der Musik Bibliothek läuft das natürlich auch. Der Ton kann im oberen Balken bei Audio ausgewählt werden.
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  6. Roman 18. Juni 2018 um 20:52 Uhr · Antworten
    Sehe ich das richtig im zweiten Bild, dass dort kein Schuko Stecker montiert ist? 🤔 Also ein „Schweizer“ Stecker? Falls ja wann kommt er intlich in die Schweiz und warum nicht schon jetzt wenn es der passende Stecker wäre?
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    • Toni Ebert 18. Juni 2018 um 20:54 Uhr · Antworten
      Das ist ein normaler Euro-Stecker, der noch in seiner Papp-„Verpackung“ steckt, weshalb die Kontakte nicht sichtbar sind.
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      • Roman 18. Juni 2018 um 21:46 Uhr ·
        Oo denn doch kein Schweizer Stecker somit das warten geht weiter. Schade schade danke für die Aufklärung.
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