Überraschung? Auch Twitter verkaufte Daten an Forscher hinter Cambridge Analytica-Skandal

Twitter Logo

Vermutlich dürfte an kaum einem von euch der Facebook Datenskandal vorbei gegangen sein. Wie nun das soziale Netzwerk Twitter eigenhändig einräumt, ist Facebook nicht der einzige, der Daten an Personen in Verbindung mit der berühmt gewordenen Datenanalyse Firma Cambridge Analytica verkauft hat.

Twitter habe an einem bestimmten Tag im Jahre 2015 dem Psychologen Aleksandr Kogan von der Cambridge University Zugang zu etlichen Twitter Nutzerdaten gewährt. Jedoch nur für einen Tag und gegen Bezahlung. Kogan hatte im Vorjahr knapp 87 Millionen Facebook Nutzerdaten an Cambridge Analytica verkauft, was als Auslöser für den riesigen Skandal rund um Facebook und den Datenschutz gilt. Wir berichteten damals ausführlich über die Hintergründe.

Twitter Inc. sold data access to the Cambridge University academic who also obtained millions of Facebook Inc. users’ information that was later passed to a political consulting firm without the users’ consent.

Keine persönlichen Daten weitergegeben

Obgleich Kogan für sämtliche Nutzerdaten bezahlt habe, seien dabei keine persönlichen Daten von Twitter Nutzern weitergegeben worden, erklärte Twitter im Statement. Ferner habe man Cambridge Analytica und einigen anderen Firmen die Lizenz als Werbefirma entzogen. Damit haben die Unternehmen keinen Zugang mehr zu den Twitter Daten.

Twitter steht in der Öffentlichkeit in Sachen Datenschutz zwar bedeutend besser da als etwa Facebook. Das Netzwerk ist nicht nur viel kleiner, es machte mit 2,44 Milliarden US-Dollar in 2017 auch nur ein Bruchteil soviel Umsatz. Dennoch rückt auch Twitter immer mehr ins schlechte Licht. Bots und Fake News machten dem Unternehmen erst vor wenigen Monaten schwer zu schaffen. Die Beeinflussung der Öffentlichkeit durch Millionen von automatisierten Tweets wurden der Firma damals zur Last gelegt.

Die Offenlegung der Datenweitergabe an Kogan kommt heute nicht sonderlich überraschend und wird überdies keinen groben Einfluss haben. Die Aktie liegt aktuell sogar im Plus.

-----
Willst du keine News mehr verpassen? Dann folge uns auf Twitter oder werde Fan auf Facebook. Du kannst natürlich in Ergänzung unsere iPhone und iPad-App mit Push-Benachrichtigungen hier kostenlos laden.

Oder willst du mit Gleichgesinnten über die neuesten Produkte diskutieren? Dann besuch unser Forum!

Gefällt Dir der Artikel?

Lukas Gehrer
twitter Google app.net mail

3 Kommentare zu dem Artikel "Überraschung? Auch Twitter verkaufte Daten an Forscher hinter Cambridge Analytica-Skandal"

  1. kalle 30. April 2018 um 18:48 Uhr ·
    Was ist der Nutzen von Twitter ?
    iLike 2
    • Tom 30. April 2018 um 19:30 Uhr ·
      @kallle: um persönlichen Quatsch in die Welt zu posaunen!
      iLike 6
  2. docpaule 30. April 2018 um 19:07 Uhr ·
    Überrascht mich nicht, wahrscheinlich wird auch whatsapp alles verkaufen, ebenso Microsoft, Apple und Google… wir stimmen doch alle immer nur einfach zu… nur wir haben es in der Hand, lehnt ab, nehmt nicht teil und seid sicher, oder stimmt zu und seid eine öffentliche Person..ö
    iLike 3

Leider kann man keine Kommentare zu diesem Beitrag mehr schreiben.