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#DeleteFacebook | Aktie crasht | Aktionäre klagen: Der Facebook Skandal erklärt!

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Egal welches Online-Medium oder welche Tageszeitung man aktuell zur Hand nimmt: Die Facebook Krise steht überall auf der ersten Seite. Dabei verliert man schnell den Überblick und viele Journalisten werden unsachlich. Manche sehen sogar eine Existenzkrise für alle sozialen Medien. Diese eindeutig zu kurz gedachte Analyse wollen wir jedoch nicht weiter stricken und stattdessen einmal auf die Fakten blicken. Was ist denn los bei Facebook?

Das geht gerade ab

Am Montag ließ die Facebook Aktie am Nasdaq rund sieben Prozent nach. Der Abwärtstrend ging am Dienstag weiter, sodass binnen weniger Stunden 35 Milliarden an Börsenwert vernichtet wurden. Das ist in etwa das Doppelte des gesamten Wertes von Snapchat!

Die Börsianer sind verzweifelt und es machte sich das breit, was sich meistens breit macht, wenn sich negative Schlagzeilen überschlagen: Angst. Doch auch abseits der Börsenparkette weltweit herrscht seit Tagen Trubel: Der #DeleteFacebook ziert sekündlich neue Posts auf Twitter. Das Ganze kam so richtig ins Rollen durch einen Tweet des WhatsApp Gründers Brian Acton, der zum Löschen von Facebook aufgerufen hat. Ausgerechnet WhatsApp, das Facebook 2014 übernommen hatte.

Seit Montag hagelt es nur so an negativen Berichten. The Verge titelt sogar mit „How to delete Facebook“. Der Standard in Österreich glaubt, der Skandal münde in einer Existenzkrise.

Was war also passiert?

Die Sache ist sehr verstrickt und komplex, weshalb wir niemals alle Einzelheiten beachten können. Wir haben versucht, euch einen Überblick und eine Erklärung des Wichtigsten zu geben:

Es geht um Datenmissbrauch, wie immer. Und noch konkreter um Cambridge Analytica, eine Datenanalyse Firma, die bekanntlich im Präsidentschaftswahlkampf der Vereinigten Staaten 2016 massiv Einfluss genommen hat. Soweit der Konsens.

An die Datensätze soll das Unternehmen indirekt über Facebook gekommen sein. Das hat The Guardian jüngst exklusiv aufgedeckt. Damit kam die ganze Sache ins Rollen. Ein Schneeball, der immer größer und wuchtiger wurde.

Auf Facebook soll ein britischer Professor über eine App Persönlichkeitstest angeboten haben. Mit einigen Tricks gelang es dem Team so, an die Datensätze von rund 50 Millionen Facebook Nutzern heran zu kommen. Die Nutzer wurden darüber natürlich nicht im Detail in Kenntnis gesetzt. Die Daten wurden anschließend heimlich an Cambridge Analytica weitergegeben, die damit unter anderem den Wahlkampf in den USA in unbekanntem Ausmaß gelenkt haben sollen. Die Firma arbeitete bekanntlich für den jetzigen US-Präsidenten Donald Trump.

Am Freitag gab Facebook bekannt, man hätte Strategic Communication Laboratories (SCL) und die Tochterfirma Cambridge Analytica von der Plattform verbannt, da man sich nicht an die Richtlinien von Facebook gehalten hätte. Im Endeffekt ist das für Facebook natürlich der Super GAU. Selbst wenn man nicht aktiv zum Datenmissbrauch beigetragen hat und sich die Kriminellen über Persönlichkeitstests unrechtmäßig Zugang zu Dutzenden Millionen Profildaten verschaffen haben, stellte Facebook doch die Grundlage für die kriminelle Tat zur Verfügung und konnte durch Sicherheitsmängel eine solche Datenkrake nicht verhindern.

Die Frage ist nun: Was, wenn dies schon öfters passiert ist? Welche Wahlen, Abstimmungen usw. wurden unbemerkt mittels riesiger Datenmengen manipuliert? Facebooks Verantwortung ist hier abnormal groß und dessen ist man sich vielleicht nicht so ganz bewusst. Darum dreht sich der Skandal.

Die Klage und Zuckerberg meldet sich zu Wort

Vor kurzem wurde schließlich auch noch bekannt, dass einige Aktionäre Facebook verklagen, weil man dem Konzern unwahre Aussagen im Fall des laufenden Datenskandals vorwirft. Dies beschleunigte in Folge den Aktien Crash.

Der berühmte Facebook Gründer und jetzige CEO ließ lange auf ein Statement von sich warten. Doch angesichts der unheimlichen Flut an Berichten, konnte er gestern Abend nicht mehr anders. Er entschuldigte sich, räumte Fehler in der Aufarbeitung des Falls ein und versprach, in der nächsten Zeit an einer Verbesserung der ganzen Plattform zu arbeiten: Mit dem Satz „I know it takes longer to fix all these issues than we’d like, but I promise you we’ll work through this and build a better service over the long term.“ endet sein Post, der mittlerweile knapp 135k Likes, 23k Comments und 50k Shares zählt.

Zuckerberg schrieb darin überdies, dass er die Plattform gestartet habe und letztendlich verantwortlich dafür sei, was darauf geschieht.

Hier klicken, um den Inhalt von Facebook anzuzeigen

Nun, wir werden den Fall gerne weiter für euch beobachten und euch auf dem Laufenden halten. Uns interessiert aber natürlich auch, was ihr darüber denkt. Nutzt ihr Facebook eigentlich (noch) aktiv? Oder habt ihr euren Account sogar deshalb gelöscht?

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Lukas Gehrer
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6 Kommentare zu dem Artikel "#DeleteFacebook | Aktie crasht | Aktionäre klagen: Der Facebook Skandal erklärt!"

  1. Peter 22. März 2018 um 11:56 Uhr ·
    Eigentlich könnte es dem Zuckerberg egal sein, der hat genug Kohle, aber das Ego … Ich hätte den Drecksladen längst verkauft als Milliardär. Aber dem fällt ja nix Neues ein. Facebook war nicht neu, sowas gab es schon Jahre davor und er war wie alle diese Pseudogenies auch nicht allein bei seiner „Erfindung“. Allein kriegt der eh nix auf die Reihe. Facebook ist wertlos, die leben nur von der Werbung; ob die Daten der Kunden wirklich Geld bringen, ist schwer zu sagen. Offiziell dürfen sie damit nicht viel anfangen, zumindest diese nicht verkaufen. Facebook ist eine Blase, die steht und fällt mit der Werbebranche. Nach Facebook kommt eben etwas Neues.
    iLike 5
  2. Michel2397 22. März 2018 um 11:58 Uhr ·
    Habe schon länger mit dem Gedanken gespielt meinen Facebook Account zu löschen. Dieses Thema hat nun den Ausschlag gegeben, es zu tun.
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  3. Joe 22. März 2018 um 12:14 Uhr ·
    Es ist schon komisch, wie verschieden die Sichtweisen sind. Offenbar regen sich die meisten darüber auf, dass (wie auch immer) durch den „Datenklau“ Einfluss auf den amerikanischen Wahlkampf genommen worden sein soll. Bisher habe ich noch keine schlüssige Erklärung lesen können, in welcher Form das überhaupt tatsächlich möglich gewesen sin soll. Durch ein paar „maßgeschneiderte Werbeeinblendungen“? Das ist doch lächerlich. Ich rege mich eher über den „Datenklau“ an sich auf, das ist in meinen Augen der eigentliche Skandal, auch wenn man Facebook natürlich nie trauen durfte. Jetzt liegt es wenigstens mal richtig offen da. Ich wünsche jedem Facebook-Aktionär, dass sowas in die Scheiße rutscht, dass er nicht mehr rauskommt.
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    • Peter 22. März 2018 um 12:18 Uhr ·
      Ich kann dir nur zu 100% Recht geben, Joe! Ja, sowieso versuchen alle die Wähler und Kunden zu beeinflusse. Dafür hat man ganze Armeen an Psychologen und Soziologen. Die Menschen wollen aber in der Illusion weiterleben, dass sie einen freien Willen hätten. Ob die Russen die Schafe manipulieren oder die US-Politiker ist doch im Grunde egal. Beweise scheint heutzutage niemand zu brauchen. Man ging auch in den Irak wegen ominöser Chemiewaffen, die man nie fand. Es zählt nur mehr, wer gut reden kann und sympathisch ist.
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  4. pseudo 22. März 2018 um 15:07 Uhr ·
    Bin seit 4 Jahren nicht mehr bei FB und zufrieden damit. Man muss nicht überall vertreten sein und verpasst habe ich bisher auch nichts.
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  5. Ricardo Seifert 22. März 2018 um 15:53 Uhr ·
    Ja, via andere schon gesagt haben es ist und war immer deutlich, dass wir keine Meinung haben. Wir haben keine Wahl und die nutzen unsere Daten für alles was sie wollen. Mir ist egal und ich habe schon damit gerechnet und habe nie diese Vorstellung, dass meine persönliche Daten irgendwie geschützt sind. Bei Facebook bin ich sei 2010 und bleibe noch nutze aber nur für einige spezifische Sachen, wie Sprache lernen zum beispiel und nicht für was es ursprünglich gegründet war, also Soziales-Sharing oder was.
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