Schockierendes Video: Der tragische Alltag von Facebook Moderatoren

Warnung: Das folgende YouTube Video enthält Beschreibungen von Gewalt gegen Menschen und Tiere, Ausführungen über sexueller Misshandlung und andere potentiell verstörende Inhalte.

Ein wirklich unglaubliches Video hat das Mediennetzwerk The Verge am Wochenende auf YouTube geteilt. Die Kollegen haben verschiedene Facebook Dienstleister recherchiert und Undercover Analysen durchgeführt. Herauskamen verstörende Aufdeckungen über den Alltag von Tausenden Menschen, die Facebooks Content „moderieren“.

Sogenannte Facebook Moderatoren filtern unzulässigen Content von sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Was der KI Algorithmus vorsortiert, wird ihnen dann „zum Moderieren“ vorgeworfen. Ihr Job ist es also, den ganzen Tag Facebook Fotos und Videos zu posten, die illegale Handlungen, entwürdigende Inhalte, Misshandlungen, Gewaltakte und dergleichen zeigen. Diese müssen dann nach etlichen Regeln entweder gelöscht oder umsortiert und weitergeleitet werden. Erreicht man keine Trefferquote von 98%, die Facebook vorgibt, droht eine Kündigung. Und das für wenig Geld und ohne ausreichenden psychologischen Beistand.

The Verge deckt auf, wie der Alltag in einem der schlechtesten Dienstleister, der für Facebook diese Arbeiten übernimmt, aussieht: Cognizant in Florida, USA. Dort sollen Hunderte „Content Moderatoren“ arbeiten. Insgesamt sind für Facebook knapp 15.000 Content Moderatoren tätig.

Unglaubliche Arbeitsbedingungen

Im Video interviewt Casey Newton von The Verge ehemalige Mitarbeiter von Cognizant, die von ihrem Horror-Alltag erzählen. 30 Minuten Mittagspause, kaum psychologische Betreuung, ausbleibende Tests über die psychische Gesundheit vor, während und nach der Arbeit, fehlende Toiletten, harte Vorgesetzte, verrottende Gebäude.

Die Ex-Mitarbeiter erzählten von unerträglicher psychischer Belastung durch den Job, den ganzen Tag dermaßen verstörende Videos ansehen zu müssen. Ängste und schlaflose Nächte gehörten für sie zum Alltag. Und vor der Kündigung fürchtete man sich noch mehr, vor dem Hintergrund der drohenden Arbeitslosigkeit.

Der Job ist scheinbar nötig, wenn wir soziale Netzwerke in diesem Ausmaß weiter nutzen möchten. Doch braucht es eine angemessene Bezahlung, psychologischen Beistand, Tests, Regeln und vieles mehr, sodass eine gesunde Arbeitsatmosphäre gesichert werden kann.

Wir möchten hier gar nicht zu sehr ins Detail gehen, wollten aber zumindest darüber informieren. Details dazu gibt es im Video von The Verge. Es ist allerdings nichts für schwache Nerven.

via The Verge

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Lukas Gehrer
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7 Kommentare zu dem Artikel "Schockierendes Video: Der tragische Alltag von Facebook Moderatoren"

  1. QRi2 22. Juni 2019 um 08:45 Uhr · Antworten
    Darüber kam auch schon vor über einem Jahr mal eine Doku bei arte. Wir können froh sein dass wir solche Jobs nicht machen müssen.
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  2. Schmitty 22. Juni 2019 um 10:29 Uhr · Antworten
    Schon heftig unter welchen Bedingungen die den ganzen Misst der Menschheit aufräumen. Und wie krank muss man sein all das Zeugs bei Facebook zu Posten. Aus den Psychopathen die sowas Posten werden andere dann noch für wenig Geld selbst zum Psychiater gehen müssen. Ich weiß, jeder kann sich seinen Job selbst aus suchen, aber manchmal hat man wohl keine Wahl. Gut das ich einen guten Job habe. Zu dem gehöre ich zu den Millionen die so einen Müll nicht Posten geschweige denn besitzen. Das Internet ist die zweite große Mülldeponie, neben den Weltmeeren, der Menschen!
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  3. Chris 22. Juni 2019 um 11:39 Uhr · Antworten
    Alles natürlich sehr schlimm, nur über die Mittagspause braucht man nicht meckern. Ich hab auch 30 Minuten Mittag und das reicht vollkommen 😁
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    • George 24. Juni 2019 um 11:52 Uhr · Antworten
      Und diese Mittagspause benutze ich nicht mal :D
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  4. neo70 22. Juni 2019 um 14:26 Uhr · Antworten
    Wenn ich mit meinem Job nicht zufrieden bin, kann immer nur ich selbst etwas daran ändern. Das gilt aber nicht nur für den Job, sondern in allen Lebenslagen.
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  5. MarcelFox 22. Juni 2019 um 15:54 Uhr · Antworten
    Ich frag mich, wie viele Negativschlagzeilen es noch braucht bis die Leute Facebook endlich verlassen. :X
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    • TG 24. Juni 2019 um 15:32 Uhr · Antworten
      Ich würde nicht darauf wetten, dass es bei den anderen social Media „Kläranlagen“ anders läuft, solche Abgeilungen werden in vielen Companys gerne mal outgesourced.
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