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Rogue Amoeba SoundSource im Test: Virtuelles Mischpult für macOS | REVIEW

Es gibt wirklich wenig, was ich seit meinem Umstieg auf Mac wirklich vermisse. Ein Sound-Manager gehört aber definitiv dazu – so etwas hat Apple bis heute nicht auf die Reihe gebracht. Das Programm SoundSource von Rogue Amoeba zeigt sich im Test als findige Möglichkeit, eure einzelnen Tonquellen am Mac detailliert zu regeln. Der Preis liegt bei einmaligen 46 US-Dollar, was für die gebotenen Features absolut in Ordnung ist. 

Wofür ein Sound-Manager?

Gerade im Home-Office hat man häufig mehrere Programme gleichzeitig laufen, die Audio ausspielen. Man verfolgt zum Beispiel das große Townhall-Meeting über bigmarker.com und plaudert nebenbei mit den Kollegen in Microsoft Teams. Oftmals reichen die Lautstärkeregler des jeweiligen App-Interfaces aber nicht aus – folglich ist ein Programm entweder viel zu laut oder viel zu leise.

Hier setzt eine App wie SoundSource an. Über ein eigenes virtuelles Mischpult könnt ihr die geöffneten Programme einzeln steuern, stummschalten oder sogar klanglich verändern. 

Umfassende Steuerungsmöglichkeiten 

Der von Windows 7 bekannte Sound-Manager sitzt standardmäßig im Kontrollmenü an der rechten unteren Seite. Als Mac-Programm mischt sich SoundSource jedoch unter die anderen Icons des Kontrollzentrums rechts oben – zumindest solange man das nicht ändert.

SoundSource ist standardmäßig im Kontrollzentrum von macOS platziert - genau wie die systemeigene Tonsteuerung.

SoundSource ist standardmäßig im Kontrollzentrum von macOS platziert – genau wie die systemeigene Tonsteuerung. (Bild: Valentin Heisler)

Mit einem einfachen Mausklick oder einem Shortcut öffnet man das Programm und findet einen mischpultartigen Aufbau vor. Dieser ist fast selbsterklärend und präsentiert sich in einer sehr chicen Optik. 

Über Schieberegler, Einstellungsmenüs und Sound-Effekte kann man den Sound-Ausgang sowie -Eingang steuern und anpassen. Sogar für kompliziertere Anwendungsfälle ist man gewappnet: So könnte man etwa jede Audioquelle einem eigenen Ausgang zuordnen, z. B. wenn man einen Receiver mit mehreren Line-Outs verbunden hat. Über eine „Boost“-Taste könnt ihr den Sound einer App nochmals etwas pushen. Dadurch holt SoundSource noch mehr aus euren Lautsprechern heraus und verbessert den Klang teils erheblich.

Die Audioausgabe wird dank "Magic Boot" viel voller und lauter.

Die Audioausgabe wird dank „Magic Boot“ viel voller und lauter. (Bild: Valentin Heisler)Neben diesen Standardfunktionen bildet die smarte Anwendung fast alle Optionen der macOS-Soundeinstellungen ab. Ihr müsst also nicht mehr dringend in die System-Settings gehen. SoundSource zentralisiert alles über einen direkten Zugriff. 

Was passiert mit dem Klang?

Die oben erwähnten Anpassungen über die Schieberegler betreffen hauptsächlich die reine Lautstärke der Audioquelle. Zusätzlich erhält man aber noch eine umfangreiche Auswahl zur Klanganpassung. 

So hat jeder Ausgang einen 10-Band-Equalizer sowie die Möglichkeit, Audio-Unit-Effekte (AU v3 wird unterstützt) anzuwenden. Besonders wird das diejenigen erfreuen, die auf dem Mac bereits Audio-Unit-Plugins nutzen. Auch für Kopfhörer gibt es einen separaten Equalizer.

Man kann den Sound seiner Apps nach Wunsch verändern und beispielsweise die vorinstallierten Presets nutzen.

Man kann den Sound seiner Apps nach Wunsch verändern und beispielsweise die vorinstallierten Presets nutzen. (Bild: Valentin Heisler)

Nativ auf Apple Silicon

Der Entwickler hält die Anwendung stets aktuell und fügt bei großen Major-Updates neue Funktionen hinzu. In Version 5 passt sich das Lautsprecher-Icon im Kontrollzentrum dynamisch an Lautstärke eures System an – so wie es das normale macOS-Symbol auch macht. Außerdem ist das komplette Design nun etwas minimalistischer und aufgeräumter. Der neue Automatikmodus bewegt Apps, die Audio ausgeben, direkt in den „Applications“-Bereich. Stoppt man die Sound-Ausgabe, entfernt SoundSource diese wieder – außer man favorisiert die jeweilige Anwendung mit dem Sternchen.

Auch an die Early-Adopter der Apple-Silicon-Macs hat man gedacht: So laufen SoundSource und allen anderen Rogue-Amoeba-Apps bereits nativ auf den Systemen mit Apples eigener CPU (zum Weblog-Artikel). Dadurch profitieren die Programme nicht zuletzt von der maximalen Performance der neuen M1-Prozessoren. 

Faire Preisstruktur

Zum aktuellen Zeitpunkt kann man SoundSource für einmalig 46 US-Dollar (ca. 38 Euro) auf der Website des Herstellers erwerben.

Das mag auf den ersten Blick zwar recht viel klingen. Alternativen, die einige Funktionen bereits abdecken, gibt es schon für weniger Geld. Hier wäre etwa Sound Control von Static Z Software zu nennen. Dieses Programm liegt bei knapp 20 US-Dollar.

Wenn ihr allerdings die eierlegende Wollmilchsau wollt, kommt ihr an Rogue Amoeba fast nicht vorbei. SoundSource deckt so gut wie alle Ansprüche an eine solche Anwendung ab und bietet etliche Funktionen sowie Schnittstellen. Nicht zuletzt gibt es vom selben Hersteller weitere nützliche Audio-Tools, die in der kombinierten Anwendung recht viele Synergien bilden.

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Valentin Heisler
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3 Kommentare zu dem Artikel "Rogue Amoeba SoundSource im Test: Virtuelles Mischpult für macOS | REVIEW"

  1. macer 3. Januar 2021 um 19:44 Uhr ·
    Sehr interessant
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  2. macer 4. Januar 2021 um 08:56 Uhr ·
    Aber sehr teuer. Vor allem an einer Lizenz
    iLike 0
  3. Blackbirdxx9 4. Januar 2021 um 17:36 Uhr ·
    Wie sieht es mit der Latenz aus? Für Live-Musiker und professionelle DJs ein hochwichtiges Thema.
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