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13. Juli 2026

Roman van Genabith

Geschenk an Trump: Apple bot Käufe von Intel-Chips aus den USA im Tausch gegen Zollvorteile

    • Apple bezieht künftig wohl seit Jahren erstmals wieder Chips von Intel.
    • Ganz freiwillig hat man in Cupertino diese Partnerschaft aber wohl nicht wiederbelebt.
    • Hinweise deuten darauf hin, dass Apples Chipkäufe bei Intel ein Geschenk an Trump und die US-Regierung waren.
    • Im Gegenzug versprach Washington, Apple von möglichen Importzöllen auf Halbleiter auszunehmen.

Apple könnte künftig einen Teil seiner Prozessoren von Intel in den USA fertigen lassen. Nach einem Bericht des Wall Street Journal steht dieser Schritt in direktem Zusammenhang mit einer Ausnahmeregelung bei US-Zöllen auf Halbleiter, die Apple im vergangenen Jahr erhalten hatte.

Dem Bericht zufolge stand Apple-Chef Tim Cook im Sommer vergangenen Jahres unter erheblichem Druck, als die US-Regierung unter Präsident Donald Trump plante, Einfuhrzölle von 100 Prozent auf importierte Halbleiter einzuführen. Eine solche Maßnahme hätte die Produktionskosten zahlreicher Apple-Produkte deutlich erhöht.

Tauschhandel: Zollausnahme gegen Hilfe für Intel

Im Zuge mehrerer Gespräche mit der Regierung setzte sich Apple erfolgreich für eine Ausnahme von den geplanten Zöllen ein. Im Gegenzug sagte das Unternehmen umfangreiche Investitionen in den USA zu. Nach Informationen des Wall Street Journal brachten Präsident Trump und Handelsminister Howard Lutnick dabei auch eine mögliche Zusammenarbeit mit dem US-Chiphersteller Intel ins Spiel.

Apple setzte lange Jahre auf Intel-Chips in seinen Macs und verbaute auch Modems von Intel im iPhone. Seit Jahren stecken nun die von Apple selbst entwickelten M-Series-Chips im Mac. Diese eigenen Designs wird man auch nicht aufgeben, viel mehr wird Intels Produktionssparte wohl als Auftragsfertiger die M-Series-Chips für Apple produzieren.

Apples Käufe bei Intel ein Geschenk an Trump

Rund ein Jahr später erklärte Trump über seine Plattform Truth Social, Apple werde künftig Intel-gefertigte Chips für einen Teil seiner Produkte einsetzen. Nach Angaben einer mit den Verhandlungen vertrauten Person sollen künftig sowohl Prozessoren für MacBooks als auch für iPhones teilweise von Intel produziert werden. Bislang war ein Zusammenhang zwischen den Zollverhandlungen und einer möglichen Fertigungsvereinbarung mit Intel nicht bekannt.

Apple verfolgt seit Jahren das Ziel, seine Lieferkette breiter aufzustellen und die Fertigung stärker in die USA zu verlagern. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Intel ab 2028 voraussichtlich auch an der Produktion bestimmter Apple-Chips beteiligt sein könnte. Parallel bleibt TSMC weiterhin der wichtigste Fertigungspartner für die modernsten Apple-Prozessoren.

Die ursprünglich befürchteten Preiserhöhungen infolge möglicher Halbleiterzölle blieben aus. Allerdings sah sich Apple zuletzt dennoch gezwungen, die Preise zahlreicher Produkte anzuheben. Als Grund nannte das Unternehmen die weltweit stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und Massenspeicher, die infolge der hohen Nachfrage nach KI-Hardware deutlich gestiegen sind.

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