Apple TV +: Was kann das neue Streaming Angebot?

Schon jetzt ist das Angebot an Streaming-Diensten schier unüberschaubar. Neben dem Marktführer Netflix haben sich bereits Amazon, Maxdome, Sky Ticket und weitere Anbieter ein Stück dieses Marktes gesichert. Nun will mit Apple ein weiterer Gigant den Markt aufrollen und es ist ein offenes Geheimnis, dass mit dem Streaming-Dienst Apple TV+ Netflix direkt  angegriffen werden soll. Entsprechend groß ist das Budget, das Apple in dieses Projekt investiert. Doch die Nutzer von Streaming-Diensten sind skeptisch. Denn schon einmal, mit Apple Music, ist der kalifornische Konzern gescheitert und hat sogar der Konkurrenz einen ordentlichen Wachstumsschub beschert.

Ein Geheimnis im Vorfeld

Obwohl der Dienst Apple + bereits im Herbst 2019 an den Start gehen soll, wurde bis zur ersten Ankündigung ein großes Geheimnis darum gemacht. Seit wenigen Wochen ist zumindest bekannt, dass Apple mit zahlreichen Größen aus Hollywood wie Oprah Winfrey, Jenniver Aniston oder dem Regisseur Stephen Spielberg zusammenarbeiten möchte. Unter anderem sollen bis zum offiziellen Start 20 Eigenproduktionen, für die Apple Gerüchten zufolge eine Milliarde US-Dollar investiert hat, abgeschlossen sein.

Darüber hinaus sollen „Apple TV Channels“ eingerichtet werden. Dort sollen die Inhalte weiterer Streaming-Kanäle zu sehen sein, die der User bei Bedarf hinzu buchen kann. So mancher rechnet damit, dass Apple mit diesem Angebot den großen Konkurrenten Netflix damit direkt angreifen will. Denn auch bei Disney ist ein Streaming-Angebot namens Disney+ in Planung. Das wiederum bedeutet, dass die Inhalte aus diesem Studio bei Netflix wegfallen dürften und möglicherweise zu Apple wandern. Das wiederum würde inhaltlich eine gewaltige Aufwertung für Apple + bedeuten. Denn Disney hatte erst vor kurzer Zeit 20th Century Fox übernommen und besitzt damit die Rechte an Kassenschlagern wie „Star Wars“, „Atavar“ und bekannten Kultserien wie „Die Simpsons“.

Was Kritiker vom neuen Angebot halten

Bei vielen Filmfreunden scheint das neue Angebot von Apple allerdings nicht allzu gut ankommen. Kritisiert wird unter anderem, dass bereits ein massives Überangebot an Streaming-Diensten gibt, deren Angebot die User ohnehin nur zu einem Bruchteil nutzen, obwohl sie voll dafür zahlen müssen. Viele User wären also nicht bereit dazu, einen weiteren Dienst zu abonnieren, dessen Angebot sie auch nur teilweise nutzen können und werden.

Den Platzhirsch Netflix anzugreifen, dürfte für Apple also äußerst schwierig werden. Schließlich ist Netflix bereits seit 1997 auf dem Markt, als Marc Randolph und Reed Hastings den Streaming-Dienst als eine Alternative zu klassischen Videotheken gründeten. Gestartet war das Unternehmen als Online-Videothek, in welcher die Kunden DVDs und Videos über das Internet bestellen konnten. Erst ab 2007 war es dann auch möglich, Filme zu streamen. Die erste Eigenproduktion „House of Cards“, die im Februar 2013 veröffentlicht wurde, stellte sich als grandioser Erfolg für Netflix hervor. Mit diesem Mix aus Wiederholungen von Filmen und Serien war es Netflix gelungen, bis  Ende 2018 weltweit rund 139 Abonnenten vom Angebot zu überzeugen.

Schlechte Erfahrungen mit Streaming-Diensten

Bereits 2015 hatte Apple schlechte Erfahrungen mit dem Streaming-Dienst Apple Music gemacht: Marktführer  Sotify, der bereits im Oktober 2006 auf dem Markt gegangen war, konnte nach der Gründung von Apple Music um 25 Millionen User hinzu gewinnen und die Marktführerschaft ausbauen. An den Start gegangen war Apple Music überhaupt erst, weil sich der Erfolg von Spotify negativ auf die Verkäufe von iTunes ausgewirkt hatte.

Jonathan Forsters, Chef von Spotify zeigte sich deshalb in einem Interview sogar dankbar gegenüber Apple, weil das Streaming von Musik dadurch populärer wurde, weil Apples Einstieg das Streaming von Musik vielen Usern überhaupt erst ins Bewusstsein gebracht habe. Zwar ist der Angriff auf den Marktführer misslungen, ganz erfolglos war Apple Music mit mehr als zehn Millionen zahlenden Abonnenten aber doch nicht.

Obwohl Forsters nach wie vor optimistisch ist, sieht er dennoch eine Gefahr angesichts der Konkurrenz durch weitere Dienste wie Tidal, Google Play Music oder Amazon Prime. Denn er hält es durchaus für möglich, dass das Marktpotenzial irgendwann ausgereizt ist und die verschiedenen Dienste gegenseitig um Kunden konkurrieren müssen. Er rechnet also eher damit, dass der eine oder andere Dienst seinen Service über kurz oder lang einstellen muss. Ob das schwedische Unternehmen seine Marktführerschaft also dauerhaft behalten kann, steht in den Sternen. Schließlich hat das Unternehmen, welches als Start-up an den Start gegangen war, bislang noch keine Gewinne gemacht und anders als die Giganten aus dem Silicon Valley auch keine schier unbegrenzten Mittel für das Marketing. Auf lange Sicht gesehen könnte sich dieser Angriff von Apple also doch noch als erfolgreich herausstellen.

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Toni Ebert
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