Apfelpage testet iPadOS 14: Wie gut läuft es? – Ersteindruck nach 48h

Wir haben die erste Developer Beta von iPadOS 14 in der Redaktion bereits installiert und möchten euch von den ersten Eindrücken berichten. Wie gut läuft das Ganze besonders auf alten Geräten und was ist der erste Eindruck zu den neuen Funktionen? Jetzt auf Apfelpage.de!

Kurze Erläuterung

Die Beta läuft nicht auf meinem „Daily Driver“, sondern auf einem iPad Air 2, welches hier und da noch für YouTube und Co. gebraucht wird. Folglich arbeite ich nicht daran und kann auf Grund des Alters des Gerätes auch nicht alles voll austesten. Darum soll es auch gar nicht gehen. Ich möchte hier lediglich von den ersten 48 Stunden mit der iPadOS 14 Beta schreiben, über mein Gefühl und meine Eindrücke.

iPadOS 14 Performance und Akku

Ich hatte schlimme Befürchtungen: Widgets, Design-Veränderungen in Apps und mehr. Das kann auf dem ältesten der unterstützten iPads nicht gut ausgehen. Doch! Bisher läuft iPadOS 14 wirklich rund. Ich gehe soweit: Es läuft nicht viel schlechter als iPadOS 13. Manche Ruckler sind dabei und ich kann zum Beispiel seit zwei Tagen keinen Wecker mehr stellen, weil die „Uhr“-App jedes Mal nach drei Sekunden abstürzt. Aber wer braucht schon Wecker.

Abseits dieser App öffnet sich indessen alles wie gewohnt und Animationen innerhalb von Apps sind super flüssig. Ruckler entstehen beim Control Center und beim Scrollen in Listen. Diese gab es jedoch mit iPadOS 13.4 ebenso. Die Akkulaufzeit ist natürlich nicht gut, aber auch hier gilt: Eine drastische Verschlechterung zu iPadOS 13 kann ich nicht erkennen.

Ich denke, die öffentliche Beta kann man sich aus jetzigem Stand mit gutem Gewissen laden. Ähnliches höre ich übrigens von iOS-14-Nutzern, obgleich dort die Akkulaufzeit etwa schlechter zu sein scheint.

Mein Performance-Fazit: Viel besser als gedacht. Und das in Beta 1!

iPadOS 14 UI und Design

Jap, es sieht echt schick aus. So viel hat sich ja nicht getan, aber die Rundungen in den Menüs und Listen sowie nettere Icons hier und da sehen wirklich cool aus. Alles fühlt sich etwas frischer an, ohne gleich alles über den Haufen zu werfen. Daumen hoch!

Die neue Aufmachung der Apps wie Dateien, Fotos und Musik mit der Sidebar machen für mich als täglichen Mac-Nutzer einfach nur Sinn. Es fühlt sich total gewohnt und natürlich an. Einzig an manchen Stellen schlägt man über die Stränge und macht für meine Begriffe „Neuerungen nur aus Prinzip“. Der Musik-Player zum Beispiel als Vollbildmodus: Klassischer Fall von „überdeckt unnötig den ganzen Screen, obwohl mehr Platz wäre“. Ich kann zum Beispiel keinen Liedtext anzeigen lassen und währenddessen in meiner Bibliothek stöbern. Das gleiche gilt für die Bücher-App, in welcher ein Mini-Player für Hörbücher gleich ganz fehlt. Wieso? Platz wäre doch da…

Das neue Siri-Interface und die kleinen Benachrichtigungen sind dafür sehr gelungen. Man hat fast das Gefühl, ein größeres Gerät zu haben, auf dem einem nicht kleine Funktionen sofort den ganzen Platz wegnehmen. Aber es bleibt leider bei einem Gefühl. Denn bringen tut nur das neue Benachrichtigungsinterface etwas: Wenn ein Anruf reinkommt, kann ich ihn ganz einfach rausstreichen und währenddessen mit meiner Arbeit weitermachen.

Nutze ich aber Siri, dann kann ich nebenbei gar nichts machen, obgleich 95% vom Bildschirm frei wären. Drücke ich auf eine andere Stelle, bricht Siri ab. Was für eine schwachsinnige Lösung. Ich hoffe, dem Ganzen liegt ein Bug zugrunde oder wenigsten mein zu altes Gerät. Auf einem 12,9 Zoll iPad Pro Siri nicht „schwebend“ öffnen zu lassen ist unverständlich.

Mein Design-Fazit: Frisch, bekannt. Neuerungen machen großteils Sinn, aber nur großteils.

iPadOS 14 Widgets und Homescreen

Das Feature, auf das alle gewartet haben ist da. Jedoch ändert sich am iPad nicht so viel. Man kann weder Widgets zum Homescreen hinzufügen, noch von der App Bibliothek profitieren. Wieso? Das gilt es abzuwarten. Möglicherweise kommt dies in späteren Betas oder das Ganze ist wirklich ein iOS-14-only-Feature. Das wäre total schade. Gerade auf dem iPad hätte man ja Platz, um Widgets zwischen die Icons zu platzieren. Ja, man kann die „Heute-Ansicht“ anpinnen, aber das ist ja nicht dasselbe. Würde Apple seine Argumentation wie bei iOS durchziehen, dann müsste dieses „Aufräumen und Fokus auf wichtige Apps“ fürs iPad erst recht gelten.

Zu den Widgets an sich: Die sind verdammt schick. Ich mag hier Apples Ansatz und er ist ungewohnt individuell einstellbar. Widgets gibt es in allen möglichen Größen und mit verschiedenem Informationsgehalt. Es fühlt sich so an, als hätte man mehrere kleine Apple Watches in der Widget-Ansicht und noch ein paar kleine iPhones. Das gefällt mir total. Und wie gesagt: Die Anpassbarkeit schlägt hier alles: Je nach Bedürfnis kann man sich zwei riesige, drei große oder auch acht kleine Widgets auf die Seite packen (nach oben natürlich offen, weil man scrollen kann und es gibt größere iPads). Früher funktionierte das Ändern der Größe mit „mehr anzeigen“ und „weniger anzeigen“. Das war irgendwie doof. Auch das intelligente Widget finde ich klasse: Morgens brauche ich das Wetter in groß, mittags eher den Kalender in groß. Auch ein Widget aus Wetter und News bietet sich super an. So tapeziert man sich nicht alles voll, hat aber dennoch viel Funktionalität.

Das Hinzufügen und Managen der Widgets läuft übrigens ganz ok nach einer kurzen Eingewöhnungsphase. Diese ist aber da. Direkt nach der Installation hatte ich keinen blassen Schimmer, wie ich die Größe von Widgets verändere. Und mir fehlt diese Möglichkeit immer noch, da man im „Wackelmodus“ lediglich verschieben und hinzufügen kann, nicht aber die Größe verändern oder ein intelligentes Widget erweitern. Beispiel? Möchte ich das Wetter-Widget kleiner machen, muss ich es zuerst ganz löschen und es in der richtigen Größe wieder hinzufügen. Nicht wirklich sinnig. Ich kann euch aber nicht sagen, ob die Widget-Verwaltung nur etwas „buggy“ ist oder dies Apples Intuition ist. Wir befinden uns ja noch in Beta 1! Hier kann sich noch viel tun.

Mein Widget-Fazit: Schick, funktional, genial, Details ausbaufähig.

iPadOS 14: Ersteindruck

Manches hier gilt ja auch für iOS 14: Der etwas frischere Look, die grundsätzliche Funktionalität der Widgets und die Überarbeitung mancher Apps sind wirklich durchdacht und cool geworden! Alles in allem ein toller Release, der auch noch in der ersten Beta halbwegs rund läuft. Das stimmt mich positiv, im Herbst eine schnelle Golden Master für alle Geräte zu sehen. Bis dahin könnte Apple noch an Kleinigkeiten feilen. So zum Beispiel am Widget-Bearbeitungs-Interface, an der Siri-UI, die schwebend besser wäre oder am Vollbild-Player in Musik.

Ich bin gespannt auf die kommenden Betas. Und natürlich werde ich euch mit meinen Eindrücken weiter begleiten. Bis dahin, danke fürs Lesen!

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Lukas Gehrer
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17 Kommentare zu dem Artikel "Apfelpage testet iPadOS 14: Wie gut läuft es? – Ersteindruck nach 48h"

  1. feli 24. Juni 2020 um 17:46 Uhr ·
    Wann schraubt ihr eigentlich mal an euerer App und macht sie iOS 13 tauglich ? 😋
    iLike 19
    • neo70 25. Juni 2020 um 06:47 Uhr ·
      Weil es ein fertiger Bausatz ist, an dem man nicht selbst aktiv designen kann. Ist aber nur so eine persönliche Vermutung. Hat es seit dem Release überhaupt schon ein Update der App gegeben 🤔. Warum auch? Diese App ist seitens dem Design und der Bedienung konsequent so weit von der Einheitlichkeit der iOS Apps weg, dass es schon wieder auf seinerWiese interessant ist, sich hierauf immer wieder aufs Neue einzulassen. Dieses Kommentarfeld, bei dem man weiterhin Augenkrebs bei der Eingabe des Textes bekommt, ist einmalig in seinem Dasein. Die im Anschluss fehlerhafte Darstellungen und überbaut die Bugs, welche nur durch einen Neustart behoben werden können, tragen zu der täglichen Benutzererfahrung in Form des Überraschungseffekts einen großen Teil bei.
      iLike 5
  2. ithommy 24. Juni 2020 um 18:41 Uhr ·
    Android für iOS 14 😂😂 Leute Android kann doch das alles frag mich was da neu sein soll??
    iLike 5
    • neo70 25. Juni 2020 um 06:22 Uhr ·
      Ach was ist Android,nur für ein tolles OS. Da läuft alles so super flüssig auch noch nach Jahren. Ist so wunderbar flexibel und irgendwie auf,allen Geräten dann doch in gewisser,Weise gewohnt einheitlich, bekommt über Jahre hinweg Updates, kann einfach alles und ist so innovativ, dabei läuft alles ganz smooth,und fühlt sich wie aus einem Guss an. Man hat bei Android nie das,Gefühl, dass hier mit Masse statt Klasse,programmiert wird. Android ist so toll, da weiß ich einfach nicht, warum ich immer noch bei iOS und MacOS bin.
      iLike 5
      • ithommy 25. Juni 2020 um 08:57 Uhr ·
        Frag ich mich auch , warum du noch bei iOS bis 😂 Android gibt es ja erst seit einem Jahr . Und warum jedes zweite Smartphone mit Android läuft 🤓
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  3. Endlessknight 24. Juni 2020 um 19:32 Uhr ·
    Wieso wird in keine Review erwähnt, dass die Corona-Warn App nicht mit der Beta funktioniert? Das sollte ausdrücklich erwähnt werden, damit nicht jeder sich das Beta Profil zieht und denkt es sei alles OK
    iLike 1
    • neo70 25. Juni 2020 um 06:04 Uhr ·
      Weil es,eine Beta ist. Mit jeder neuen Version der Beta kann es sein, dass irgendeine App nicht mehr funktioniert oder auch wieder geht. Oft sind z.B. die Bankenapps betroffen. Da es aber eine Beta ist, muss man nicht jedes Mal darauf hinweisen. Dazu gibt es ja die Kommentare der Benutzer, welche mal wieder eine Beta auf ihr Produktivgerät,installiert haben 😂👍🏻
      iLike 2
      • Travalon 25. Juni 2020 um 10:54 Uhr ·
        Und, darum darf man es nicht erwähnen? Darf man also nicht über aktuelle Probleme mit einer Beta berichten? Beta hin oder her. „Aktuell existieren noch Inkompatibilitäten die bis zum Ende der Beta behoben werden müssen. Ob hier Apple nachpflegen muss oder der Appentwickler muss sich noch zeigen. Z. B. läuft aktuell die Corona Warnapp nicht.“ Was ist an dieser Aussage über eine Beta falsch und verwerflich? Und hat dies keine Aussage darüber ob es ein Produktivsystem ist oder nicht und selbst wenn. Der Satz oben ist keine Beschwerde sondern eine Feststellung. Die ist objektiv korrekt und halt keine Beschwerde. Egal wie ich das Gerät nutze. Diese Aussagen man dürfe nicht erwähnen was noch unrund läuft weil ist ja nicht Produktiv nerven mich echt seit Jahren.
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  4. Tomiiz 24. Juni 2020 um 23:38 Uhr ·
    Danke für den tollen Erfahrungsbericht! Bin gespannt, was der Herbst für mich bringt! 😃
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    • Lukas Gehrer 25. Juni 2020 um 16:32 Uhr ·
      Danke, freut mich sehr sowas zu lesen! Man sitzt doch stundenweise dran und bekommt 95% Kommentare, die recht gemein sind. ;-)
      iLike 0
  5. neo70 25. Juni 2020 um 06:09 Uhr ·
    Weil es,eine Beta ist. Mit jeder neuen Version der Beta kann es sein, dass irgendeine App nicht mehr funktioniert oder auch wieder geht. Oft sind z.B. die Bankenapps betroffen. Da es aber eine Beta ist, muss man nicht jedes Mal darauf hinweisen. Dazu gibt es ja die Kommentare der Benutzer, welche mal wieder eine Beta auf ihr Produktivgerät,installiert haben 😂👍🏻
    iLike 2
    • neo70 25. Juni 2020 um 07:05 Uhr ·
      wieder eine versehentlich doppelte Eingabe, da der Text nach senden nicht aus dem Kommentarfeld verschwindet. Ein Traum diese App
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  6. neo70 25. Juni 2020 um 06:47 Uhr ·
    Weil es ein fertiger Bausatz ist, an dem man nicht selbst aktiv designen kann. Ist aber nur so eine persönliche Vermutung. Hat es seit dem Release überhaupt schon ein Update der App gegeben 🤔. Warum auch? Diese App ist seitens dem Design und der Bedienung konsequent so weit von der Einheitlichkeit der iOS Apps weg, dass es schon wieder auf seinerWiese interessant ist, sich hierauf immer wieder aufs Neue einzulassen. Dieses Kommentarfeld, bei dem man weiterhin Augenkrebs bei der Eingabe des Textes bekommt, ist einmalig in seinem Dasein. Die im Anschluss fehlerhafte Darstellungen und überbaut die Bugs, welche nur durch einen Neustart behoben werden können, tragen zu der täglichen Benutzererfahrung in Form des Überraschungseffekts einen großen Teil bei.
    iLike 0
    • neo70 25. Juni 2020 um 07:06 Uhr ·
      Und noch eine versehentlich doppelte Eingabe. Diese App macht einen fertig 😂👍🏻
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      • ithommy 25. Juni 2020 um 09:00 Uhr ·
        Du hast auch nichts zu tun den ganzen Tag 😅
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  7. Mahmud 25. Juni 2020 um 07:01 Uhr ·
    Gibt es die neue Übersetzer App nich für‘s iPad?
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  8. Peter 25. Juni 2020 um 08:08 Uhr ·
    Suchfunktionen iPadOS: Der wichtigste Unterschied zwischen den Spotlightversionen macOS einerseits und iOs/iPadOS andererseits ist kaum irgendwo eine Erwähnung wert. Entweder wird er nicht erkannt oder seine Relevanz wird unterschätzt: Spotlight iOs/iPadOS kann nicht indizieren! Auf meinem Mac finde ich jedes Dokument, egal wie alt es ist oder unter welchem Namen es abgelegt ist, innerhalb weniger Sekunden. Spotlight hat die Inhalte von Dokumenten indiziert und kann nach Stichworten im Dokument suchen. Mein iPadPro 2020 kann das nicht. Wirklich ärgerlich! Ich arbeite seit 10 Jahren am Mac und habe meinen Arbeitsstil an die Fähigkeiten des Rechners angepasst: Chaotische Dateistrukturen, keine Systematik für Dateinamen… Ich finde nichts wieder wenn ich den Dateinamen nicht kenne. Ich wollte eigentlich den Mac in Rente schicken. Das geht so nicht… Wird dieses Problem mit der neuen OS-Version gelöst?
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