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air-Q pro im Test: Ist Lüften wirklich notwendig? | REVIEW

Der air-Q pro beweist sich im Test als zuverlässiges Messinstrument zum Optimieren der Raumluft. Es arbeitet mit 14 hochwertigen Sensoren, die Hersteller-App zeigt die entsprechenden Messwerte und gibt gleichzeitig Hilfestellung. Mit 559 Euro liegt der air-Q pro im gehobenen Preissegment. Es gibt aber auch günstigere air-Q Varianten.

Die im deutschen Sprachraum gängige “Lüftkultur” wird von vielen anderen Nationen manchmal belächelt. Regelmäßiges Lüften der Wohnräume scheint für manche unsinnig. Mit verschiedenen Luftmessgeräten können wir aber mittlerweile nachvollziehen, wie wichtig die Luftwerte für Menschen auch außerhalb von Arbeitsplätzen im Chemiebereich sind. Im Alltag können zum Beispiel flüchtige organische Verbindungen (VOC) die Gesundheit schädigen. Zur Überwachung dieser Werte verspricht air-Q, die leistungsstärksten Messgeräte am Markt anzubieten. Die “pro”-Version durfte ich für euch testen.

Technische Daten

Mit 16 verschiedenen Werten in der Ausführung “pro” misst der air-Q den Gehalt von beispielsweise Kohlendioxid, Luftfeuchtigkeit, Feinstaub oder Sauerstoff in der Raumluft. Bei der Ausführung “science” kann man sogar noch einen von 8 Zusatzsensoren einbauen lassen.

Das weiße Gerät kann man entweder direkt auf eine gerade Oberfläche stellen oder mit einer zusätzlichen Halterung an der Wand befestigen. Durch den kreisförmigen Bau des air-Q gelangt von allen Seiten Luft an die Sensoren, die sich hinter dem Korpus verstecken. 

Alle air-Q-Varianten könnt ihr über die mobile App für iOS und Android einrichten. Darüber überwacht ihr zudem eure Messwerte, was alternativ auch im Webbrowser funktioniert. Da der air-Q per WLAN eingebunden ist, könnt ihr die Luftwerte sogar unterwegs verfolgen. Das Messinstrument spricht mit verschiedenen Smart-Home-Standards, darunter Home Assistant oder HomeKit (via Homebridge-Plugin). Alexa und Google Assistant sollen in Kürze folgen.

In der Werkseinstellung zeigt der air-Q mit grünen und blauen LEDs den Gesundheits- bzw. Leistungsindex auf dem Gerät  an. Sobald Luftwerte überschritten werden, leuchtet auf dem air-Q zusätzlich eine LED in Rot. In der App erscheinen dazu Warnhinweise mit Verbesserungstipps. Ausführliche Erklärungen zu Bedeutung, Entstehung und Folgen der einzelnen Messwerte findet man schnell und übersichtlich mit einem Klick auf die Werte.

Im Test

Angekommen ist der air-Q in Karton mit recyceltem Füllmaterial. Zu meiner Begeisterung war der Karton exakt auf die Abmessungen der Schachtel abgestimmt, und nicht – wie man es oft kennt – in einer unnötig großen Verpackung. 

Das Setup mit Installation der App und Verbindung mit dem Gerät war nach kurzen Anlaufschwierigkeiten innerhalb von 15 Minuten erledigt. Zum Starten braucht das Gerät ca. eine Minute. Für manche Werte ist eine längere Aufwärmphase von Nöten, was man in der App aber entsprechend nachvollziehen kann. 

Ich habe den air-Q in meinem Home Office getestet. Für mich war interessant, wie sich die Abgase der Stadt bzw. die Lüftzeiten auf die Luftqualität im Raum auswirken. Meiner Meinung nach lüfte ich genug und war mir sicher, dass meine fünf Zimmerpflanzen das Sauerstofflevel zwischen dem Lüften hoch genug halten. Der air-Q war hier anderer Meinung:

Gesundheitsindex und Leistungsindex leuchteten direkt rot auf. Mit der erhöhten Luftfeuchtigkeit und Feinstaubbelastung war das Messgerät nicht zufrieden. Dem Tipp der App folgend, habe ich gleich meine Fenster geöffnet. Meine Erwartung war, dass die Feinstaubbelastung durch die Abgase der Stadt eher steigen würde, was aber nicht der Fall war. Nach 15 Minuten bei offenen Fenstern hat der air-Q die Raumluft als “etwas eingeschränkt” und unbedenklich eingestuft. In den darauffolgenden Tagen habe ich bei nicht zufriedenstellenden Werten gelüftet, bis der air-Q über meine Raumluft wieder glücklich war.

Ab dem dritten Testtag wurde mir richtig bewusst, wie sehr die Luft meine geistige Leistung gesteigert hat. Bisher habe ich mich geweigert, tagsüber zu lüften, wenn die Außentemperatur im Sommer höher war als die Raumtemperatur. Das hat sich mit dem Test des air-Q geändert. An Arbeitstagen lüfte ich nun mindestens viermal, damit die geistige Leistung stabil bleibt.

Einen Umwelteinfluss, dessen Auswirkungen mich schon länger beschäftigen, musste ich noch in den Test integrieren:

Der Rettungshubschrauber landet bei mir mehrmals täglich am nahegelegenen Krankenhaus und fliegt deshalb ziemlich tief über das Wohngebiet. Das Fenster war gerade zum Lüften offen, als der Rettungshubschrauber über das Haus geflogen ist. Nach einer Minute waren Stickstoffdioxid und Ozon von Null auf 87,75 µg/m³ bzw. 32,09 µg/m³ angestiegen und haben rot geleuchtet, was mich ziemlich beunruhigt hat. Es wurden zwar keine offiziellen EU-Grenzwerte überschritten, laut App ist die Empfehlung vom Umweltbundesamt bei Stickstoffdioxid jedoch ein Einstundenrichtwert von 80 µg/m³. Erst nach einer Stunde waren die Werte bei offenem Fenster wieder in der Grünen Zone und hatten somit keinen Einfluss auf Gesundheit oder Leistung.

Um sicherzugehen, ob ein einzelner Hubschrauber tatsächlich für solche starken Anstiege verantwortlich ist, habe ich den nächsten Hubschrauberanflug abgewartet. Doch auch nachdem gleichzeitig zwei Maschinen lange über meinem Wohngebiet geflogen sind, haben sich die Luftwerte im Raum kaum verändert. Ein wortwörtlich großes Aufatmen für mich, nachdem an intensiven Tagen nicht selten zehn Anflüge auf den 100-Meter-entfernten Landeplatz stattfinden. Woher also die erhöhten Werte?

Alternativ hätten die Luftveränderungen  von einer C-130 Hercules stammen können. Denn eines dieser Transportflugzeuge des Österreichischen Bundesheeres flog an diesem Tag nahe über die Stadt. Wirklich verifizieren lässt sich dies selbstverständlich nicht. Somit weiß man zwar stets, ob die Luft schlecht ist, aber nicht zwingend, weshalb.

Fazit

Für mich hat der air-Q im privaten Standard-Haushalt überraschend viel Mehrwert gebracht. Er trägt zum besseren Lüften und zur bewussteren Wahrnehmung der Luftqualität bei. Durch die benutzerfreundliche App bin ich immer über die Werte der Raumluft informiert – auch unterwegs. Doch auch in anderen Umgebungen sollte sich der air-Q pro beweisen können – etwa in gemeinschaftlich genutzten Büroräumen. Auf einen Blick erkennt jeder Mitarbeiter, wie gut die Luft ist und ob man lüften sollte. 

Da es den air-Q in verschiedenen Ausführungen gibt, solltet ihr genau abwägen, was ihr wirklich benötigt. Alle 14 Werte des 559-Euro-teuren air-Q pro braucht sicherlich nicht jeder und der air-Q science ist eher – wie der Name vermuten lässt – für wissenschaftliche Verwendung bestimmt. Für pro und science gibt es momentan einen 20-Euro-Sommerrabatt. Die “basic”-Variante für 399 Euro sollte vielen im Alltag genügen und die kleinste Version namens “light” für 299 Euro empfiehlt der Hersteller für Büros und Schulen. Mit den fünf Sensoren für CO2, VOC, Lärm, Luftfeuchte und Temperatur solltet ihr damit schon gut aufgestellt sein. Bei höherem Bedarf gibt es beim air-Q light sogar Mengenrabatt.

 

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Toni Ebert
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2 Kommentare zu dem Artikel "air-Q pro im Test: Ist Lüften wirklich notwendig? | REVIEW"

  1. Martin K. 17. Juli 2023 um 11:58 Uhr ·
    macht eigentlich einen guten Eindruck. Schade, dass keiner mehr eine echte Homekit Einbindung anbietet. Das Homekit-Pferd scheint totgeritten. Auf der Hersteller Seite steht, dass es Matter geben soll per Update… ich hoffe mal darauf.
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    • Valentin Heisler 17. Juli 2023 um 22:22 Uhr ·
      Scheint, oftmals auch eine berechtigte Kostenfrage bei den Herstellern zu sein. Zumindest hat man mit Homebridge eine super einfache Möglichkeit, tausende Geräte HomeKit-fähig zu machen. Auch wenn es natürlich nervig ist, dafür extra einen Raspi 24/7 laufen lassen zu müssen :/
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