Review: Parrot Anafi – Mittelklassedrohne zum guten Preis?

Ich durfte von November 2019 bis Anfang 2020 die 4K-Kameradrohne Parrot Anafi ausführlich testen. Wie sich die Drohne fliegt, welche Eigenschaften sie hat, wo ihre Pluspunkte und Schwächen liegen, könnt ihr in meinem ausführlichen Erfahrungsbericht jetzt nachlesen.

Die Parrot Anafi ist die Nachfolgerin der erfolgreichen Bebop 2 und kam im Jahr 2018 auf den Markt. Im Handel und beim französischen Hersteller Parrot ist die kompakte hochwertige Drohne ab 680 Euro in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich.


Ich erhielt das Standardpaket mit der Drohne selbst, einem Smart-Akku, der Fernsteuerung Parrot Skycontroller 3, Transportbox, 16 GB microSD-Karte, 8 Ersatzpropellern, ein USB-Kabel, Kurzanleitung und Montageschlüssel.
Parrot Anafi

Was bietet die Parrot Anafi?

Das Pariser Unternehmen Parrot zeichnet für die Entwicklung und Design der seit zwei Jahren erhältlichen 4K-Kameradrohne Parrot Anafi verantwortlich. Die schwarze Drohne wiegt nur 320 Gramm und verdankt dies ihrem robusten Gehäuse aus Carbonfasern mit hohlen luftgefüllten Glaskugeln, welche die Anafi bei Crashs vor Beschädigungen bewahren.

An vier Auslegern befinden sich die Brushless-Motoren mit Propellern, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 53 km/h im Sportmodus sorgen. Selbst an schlechten Tagen mit starkem Wind kann die Drohne bei maximal 50km/h Windgeschwindigkeit stabil und sicher fliegen.

Die zusammenklappbare Parrot Anafi ist innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit, indem die Ausleger ausgeklappt werden. Eine Dualband-Antenne in den Füßen empfängt die Steuerbefehle per WLAN auf 2.4Hz bzw. 5GHz Frequenz und gewährleistet eine stabile HD-Videoübertragung an das Smartphone. Eine Akkuladung reicht für rund 25 Minuten Flugzeit und die Reichweite beträgt bis zu vier Kilometer. In Deutschland ist nur der Sichtflug auf 300 bis 500 Meter erlaubt.

Hochwertige Drehkamera, Skycontroller 3 und Smartfunktionen

Das Highlight der Parrot Anafi ist die um 180 Grad drehbare Kamera mit mechanischen 3-Achsen-Gimbal, der geschmeidige ruckelfreie Videos und scharfe Fotos ermöglicht. Der verlustfreie 2,8fache digitale Zoom vergrößert Dinge ohne Auflösungsverminderung.

Die Kamera hat 21 Megapixel Auflösung, kann vertikal jeweils um 90 Grad nach oben und unten schwenken, was einen 180 Grad Neigungswinkel ergibt. Verbaut ist ein CMOS Sony Bildsensor mit 35 mm Brennweite und Weitwinkel-Linse. Aufgenommen wird in einer 4K-Auflösung im kinoreifen 17:9 Videoformat und Details sind durch die HDR-Funktion besser zu erkennbar.

Die Fernsteuerung Parrot Skycontroller 3 ist mit zwei Steuerknüppeln, Zoomsteuerung und Gimbal-Steuerung ausgestattet. Smarte Aufnahmefunktionen werden mit Cineshots und Smartdronies geboten.

Persönlicher Erfahrungsbericht

In einem Unboxing-Video habe ich die Parrot Anafi ausgepackt und war sofort von dem leichten Gewicht überrascht. Die kompakte 4K-Kameradrohne liegt gut in der Hand, ließ sich schnell auseinander klappen und war gleich einsatzbereit. Nach Aufladung des Akkus wagte ich den Erstflug auf freien Feld an einem sonnigen Wintertag vor dem Riesenspiegel Blinker II bei Grafschaft im Hochsauerland.

Zuerst klappte ich die Ausleger heraus, legte mein Sony Xperia Smartphone in die Halterung des Parrot Skycontroller 3 und startete die App FreeFlight 6. Die Anafi eingeschaltet und per WLAN mit der Fernsteuerung startklar gemacht, konnte ich mit der Drohne den Jungfernflug auf dem Berg absolvieren.

Vorsichtig steuerte ich die Parrot Anafi langsam in die Höhe und probierte den Flugmodus Eclipse aus, wo mich die Drohne drehend aufnahm und phantastisch aussah. Beim Erstflug ließ ich die Anafi rund 200 Meter weit fliegen, da ich mich erst mit der Steuerung vertraut machen musste. Der Sportmodus, Filmmodus, Camera Man (Tracking), Eclipse und Panoramamodus funktionierten einwandfrei.

Flugverhalten

Die Parrot Anafi ließ sich optimal steuern und zeigte ein angenehmes Flugverhalten, selbst bei GPS-Verbindungsabbrüchen konnte ich sie noch sicher fliegen und landen. Denn die WLAN-Verbindung hielt stets. Die Drohne führte jeden Steuerbefehl explizit mit hoher Genauigkeit aus.

Bei schlechten Wetterverhältnissen mit bewölkten Himmel und Temperaturen von knapp über 0 Grad gab es manchmal Verbindungsprobleme mit GPS. Dreimal landete die Parrot Anafi im Baum, doch überstand sie diese Crashs bis auf ein paar Kratzer und einem Austausch beschädigter Propeller problemlos. Was mich begeisterte, war die um 180 Grad bewegliche 4K-Kamera, die vor allem in Verbindung mit dem 2,8-fachen Zoom beeindruckende Videos ermöglichte. So flog ich mit ihr vor dem 1. Advent über eine Pausenbank in freier Natur und betätigte dabei den Zoom, was einen cineastischen Effekt zeigte.

Ich erreichte durchschnittlich mit einer Akkuladung je nach Wetterlage, Temperatur und genutzten Flugmodi eine Flugzeit von rund 22 Minuten. Der Akku war innerhalb von etwa zwei Stunden aufgeladen.


Workout und Parrot Anafi

Ich mache gerne Workouts draußen, und was lag da näher als dies mit der Parrot Anafi und deren Trackingfunktion “Camera Man” zu kombinieren? Nach einem ersten Test an einem Tretbecken nahm ich mit ihr ein paar Workout-, und Tanzvideos oberhalb meines Heimatortes auf. Das Ergebnis kann ich sich sehen lassen und bin vom Trackingmodus der Anafi begeistert.

Wer seinen Sport aus der Luft aufnehmen möchte, dem kann ich die Parrot Anafi wärmstens empfehlen. Im Sportmodus hat mich die Drohne ebenso begeistert wie im Filmmodus, den ich überwiegend für meine Videos verwendete. Nicht getestet habe ich aus Zeitgründen den Fotomodus.

Plus und Minus

Plus

  • Leichtes Gewicht
  • Einsteigerfreundlich
  • Zuverlässige Steuerung
  • Robuste Bauweise
  • Bis zu 25 Minuten Flugzeit
  • Zuverlässiger Trackingmodus
  • Zahlreiche Flugmodi

Minus

  • GPS-Signalabbruch bei schlechten Wetter
  • Einige Flugmodi kostenpflichtig
  • Preis für Anfänger und Hobby-Flieger hoch

Fazit

Nach zwei Monaten in der ich die Parrot Anafi testen durfte, kann ich mir nun ein Fazit zu der benutzerfreundlichen 4K-Kameradrohne erlauben. Für Einsteiger, YouTuber und alle, die eine leichte Drohne mit 3-Achsen-Gimbalkamera für Videos suchen, kann ich die Anafi empfehlen.

Preislich ist sie mit 699 Euro recht hoch angesiedelt, doch dafür erhält man als Gegenleistung eine durchdachte Drohne, die Videos in 4K-Auflösung aufnehmen kann und sich geschmeidig fliegen lässt. Selbst für Sportler, die ihre Workouts aus der Luft dokumentieren wollen, ist das neueste Modell der Pariser Drohnenschmiede Parrot einen Blick wert. Dennoch muss man es sich gut überlegen, da 700 Euro schon richtig oberes Mid-Range geht und man damit vermutlich mehr als nur ein paar Mal aus Spaß fliegen sollte, sodass es sich rentiert.

Seit einigen Wochen ist die Parrot Anafi wieder zurück beim Hersteller und bin sehr dankbar, dass ich sie acht Wochen lang erproben und fliegen durfte. Da mir die Anafi zu teuer ist, werde ich mir aber den Vorgänger Bebop 2 holen.

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Hannes
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3 Kommentare zu dem Artikel "Review: Parrot Anafi – Mittelklassedrohne zum guten Preis?"

  1. Tino 12. Juli 2020 um 17:35 Uhr ·
    Sorry. Ich finde die Qualität des aufgenommenen Videos echt schlecht.
    iLike 3
  2. Achim 12. Juli 2020 um 17:58 Uhr ·
    Hannes, bitte nicht jeden Kommentar solltest Du ernst nehmen!
    iLike 0
  3. Jan 12. Juli 2020 um 20:39 Uhr ·
    Hat die Redaktion nur die Drohne oder den Text gleich von Parrot mitgeliefert bekommen? Wie lieb von Parrot, dass Hannes die Drohne testen durfte. Leider hat Hannes gar nicht so explizite erwähnt, ob er die Drohne selbst gekauft und zurückgegeben oder hat er sie vom Hersteller bekommen? Und hat er Geld für den Test und den Bericht bekommen? Und wie sehr handelt es sich dabei um ein „Review“, wenn der Hersteller das Gerät zur Verfügung stellt? Andere Blogs und YouTuber sind da deutlich transparenter und konkreter… das würde ich mir von euch auch wünschen.
    iLike 4

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