REVIEW: IFROGZ Airtime Pro – Fähiger AirPods-Einstieg?

In meinen letzten Reviews hatte ich meist von höherpreisigen Kopfhörern verschiedener Marken berichtet. Nun wollte ich mich auch nach unten orientieren und mir eher unbekanntere Hersteller genauer anschauen. Vor Kurzem bin ich zufällig auf die Brand IFROGZ aufmerksam geworden, die einige Headphones-Varianten herstellen. Darunter befinden sich beispielsweise die In-Ear-Kopfhörer Airtime Pro, die ich Euch heute vorstellen möchte. Dafür haben wir ein Produkt zum Testen erhalten, wofür ich mich bedanken möchte.

Viel Spaß beim Lesen.

EINSATZGEBIET

Für mich sind die Airtime Pro standardmäßige Alltagsgeräte, die eigentlich bei jeder Tätigkeit eingesetzt werden können. Durch den besseren Halt der Silikonaufsätze wären sie auch für den sportlichen Einsatz geeignet. Auch IFROGZ positioniert die Kopfhörer in keiner spezifischen Nische.

FUNKTIONEN

Hier eine kurze Aufzählung der Funktionen, wie sie auf der Produktwebsite zu finden sind: 

Sound

  • 5 mm-Neodym-Treiber pro Ohr
  • Abdichtung durch Silikonaufsätze

Handling

  • Steuerung durch kapazitive Berührung
  • automatische Kopplung
  • bis zu 20 Stunden Batterielaufzeit + Aufladen per USB-C
  • Bluetooth 5.0 
  • integriertes Mikrofon
  • IPX-4 zertifiziert (leichter Regen oder Schweiß)

Sonstiges

  • Eartips for Life: eingeschränkte lebenslange Garantie zur Ersetzung der Ohrstöpsel bei Abnutzung oder Beschädigung
  • Farben: Navy Blue, Schwarz, Weiß/Grau

VERPACKUNG & INHALT

Wie bei so vielen Geräten üblich wird auch bei den Airtime Pro nicht auf ein Packaging mit viel Text, Farbe und zahlreichen Abbildungen verzichtet. Auch die magnetische Faltschachtel mit dem darunter befindlichen Plastiksichtfenster ist keine Seltenheit. Von alle dem bin ich absolut kein Fan, da die Verpackungen somit immer unnötig groß ausfallen und mehr Müll entsteht als dringend notwendig. Trotzdem mögen die angebrachten Icons und Erklärungen technisch weniger versierten Personen zum leichteren Einstieg helfen. 

Unter dem Sichtfenster befinden sich die Kopfhörer mit bereits angebrachten Eartips, das Ladecase und noch zwei weitere Paar Silikonaufsätze (also insgesamt drei Größen). Hier ist anzumerken, dass selbst die größten Eartips noch eher mikroskopische Ausmessungen haben. Das könnte bei manchen Verwendern zu Problemen in der Abdichtung führen.
Ach ja: IFROGZ gibt Euch eine eingeschränkte Lifetime Warranty auf die Eartips. Das heißt, dass sie getauscht werden, wenn sie hinüber sind.

Die Innen- und Außenansicht der Verpackung

Die Innen- und Außenansicht der Verpackung

DESIGN

Hier brauche ich keinem etwas vorzumachen. Natürlich ist das Aussehen (und der Name…) der Airtime Pro mehr als nur ‚inspiriert‘ vom Verkaufsschlager aus dem Hause Apple. Durch den ikonischen Schaft und die ergonomische Form des In-Ear-Kanals könnte man von einer Mischung aus AirPods und AirPods Pro sprechen. Schade, dass dem Hersteller nichts eigenes eingefallen ist, aber sind wir ehrlich: Entweder erinnern True-Wireless-Kopfhörer an einen zerquetschten Fingerhut oder an Aufsätze für elektrische Zahnbürsten. Und das AirPods-Design hat sich immerhin bewährt.
Ein Vorteil ist wiederum die Verarbeitung, die richtig gut ist. Das Ladecase und die Ohrhörer sind stabil und haben ein mattes Finish, was fast an Aluminium erinnert. Auch sind die verschiedenen Farbvarianten in Blau, Schwarz und Weiß hervorzuheben.

Die Ladebox fühlt sich dagegen etwas billig an. Dafür hat sie aber ein weiches Inlay auf der Deckelinnenseite, um die Kopfhörer zu schützen. Tatsächlich ist das eine smarte Idee. Denn genau in diesen Stellen reiben oftmals die Kunststoffe des Deckels und der Earphones aneinander, was zu hässlichen Abnutzungen führen kann (z. B. bei den Powerbeats Pro). 

Das Design der Airtime Pro und der Ladebox

Das Design der Airtime Pro und der Ladebox

TRAGEKOMFORT & HANDLING

Das Herausnehmen aus der Ladehülle ist ähnlich wie bei anderen Produkten fummelig und benötigt einiges an Übung. Durch den ‚Hals‘ der Airtime Pro können sie aber sicher gehalten und präzise ins Ohr eingesetzt werden. Mit den Aufsätzen in Größe L halten sie dort auch optimal. Wie gesagt, könnten Personen mit weiteren Ohrgängen Probleme mit einem unsicheren Halt haben. Das Gewicht ist genau richtig und im Allgemeinen sind sie angenehm zu tragen. Jedoch ist der obere Teil der Kopfhörer eher klobig und auch scharfkantig. Bei manchen Kopf- und Kieferbewegungen führt das zu störendem Drücken. 

Das automatische Verbinden mit einem zuvor gekoppelten Wiedergabegerät nach dem Herausfummeln aus dem Case funktionierte stets ohne jegliche Probleme. 

Die Touch-Steuerung finde ich richtig toll, da sie so ziemlich jeden erdenklichen Kontrollbefehl abdeckt. Von Play/Pause und Vor-/Zurückspulen über Lauter/Leiser sowie Voice Assistant bis hin zur vollständigen Anrufkontrolle ist alles dabei.
Das Logo an der Seite der beiden In-Ears fungiert als Bedienelement, welches die Touch-Befehle akkurat wiedergibt.
Hier also ganz große Pluspunkte für die Airtime Pro – die Konkurrenz hinkt da teilweise ordentlich hinterher.

Die Akkulaufzeit der Kopfhörer ist wirklich in Ordnung. Mit schnellem Entladen hatte ich nicht zu kämpfen und im Alltag hielten die Airtime Pro immer tapfer durch. Wirklich ‚leergespielt‘ habe ich sie im Normalgebrauch nie bekommen. Regelmäßiges Zurücklegen ins Case garantierte stets vollgeladene Kopfhörer.
Das Case selbst wird wiederum via USB-C mit Strom versorgt – Yes, Baby! So langsam scheint der Markt kapiert zu haben, dass Micro-USB auf den Friedhof der Ladeperipherie gehört. 

Die Connection zwischen den Earphones war ausnahmslos großartig. Delays, Verbindungsabbrüche oder stockende Musik konnte ich nicht feststellen.

Die Kontrollfunktionen der Airtime Pro

Die Kontrollfunktionen der Airtime Pro

SOUND

Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke – es ist Zeit für den Sound-Test…

Wie schon anfangs erwähnt, decken die Airtime Pro keine bestimmte Nische ab und sind somit für den Daily Use geeignet. Deshalb habe ich beim Testhören keinen klaren Fokus gesetzt. Aber schauen wir uns ein paar Genres genauer an. 

Für den standardmäßigen Hip-Hop zwischendurch taugen die Kopfhörer in jedem Fall. Sie haben eine ansprechende Bass-Präsenz und geben Rhythmen klar strukturiert wieder. Die Stimmen der Interpreten sind verständlich. Allzu viel Hip-Hop-Atmosphäre kommt für mich leider nicht auf, was an den teils etwas schwammigen Mitten liegen könnte. Insgesamt fehlt auch der ‚Druck‘ des Klangs.
Ähnlich verhält es sich bei Pop und Rock. Es ist alles kein Wunderwerk, jedoch gibt es meiner Meinung nach keine großen Showstopper. Der Sound ist ausgeglichen, der Bass übertönt nichts und die Höhen bieten meistens ausreichend Details. Anspruchsvollere Tracks werden dafür sehr schnell zum Klangsalat.

Des Öfteren verwende ich klassische Musik zur Definition des Klangvolumens und um Hintergrundrauschen identifizieren zu können. Bei beiden Punkten bin ich zufrieden. Der ausbalancierte Sound bietet eine für diese Treibergröße (5 mm) ordentliche Klangfülle. Natürlich sind auch hier keine Hexenkünste zu erwarten.
Grundrauschen konnte ich überhaupt nicht feststellen, weder im Wiedergabemodus noch bei Pausierung.

Stimmwiedergaben sind grundlegend in Ordnung. Bei Podcasts, Sprachnotizen und ruhigen Filmsequenzen machen die Airtime Pro einen guten Job. Um das Feeling Action-intensiverer Szenen herstellen zu können, würde ich auf andere Kopfhörer zurückgreifen. Da fehlt ganz einfach der Wumms bei den IFROGZ-Geräten.

Kurz ein paar Worte zur Abschirmung:
Ich habe bereits erwähnt, dass die Silikonaufsätze eher für kleinere Ohren geeignet sind. Wenngleich die Kopfhörer gut in meinem Ohr halten, könnte die Abdichtung nach außen besser sein. Selbst beim größten Eartips-Paar habe ich das Gefühl, dass noch ein haarbreit Luft ist.

Zuletzt das Thema Telefonieren – ohje… Eigentlich dachte ich ja, dass dies ein gelöstes Problem ist. Bei den Airtime Pro ist das klar nicht der Fall. Zunächst ist festzuhalten, dass die Lautstärke im Vergleich zur Musikwiedergabe erheblich reduziert wird. Bei geräuschintensiven Umgebungen wird es schon schwer, den Gesprächspartner zu verstehen. Apropos Verstehen und Außengeräusche: Die Aufnahmen des integrierten Mikrofons sind katastrophal, da laute Umgebungen überhaupt nicht gefiltert werden. Vorbeifahrende Autos oder leichter Wind werden zur unüberwindbaren (50 Cent in die Wortspielkasse…) Barriere. Beim Telefonpartner kommt mehr Pfeifen/Quietschen als klare Worte an. „Sechs – setzen!“ 

PREIS

Die IFROGZ Airtime Pro gibt es bei verschiedenen Händler zu einem Preis von EUR 70 (Mitte Januar 2020).

Damit sind sie um einiges billiger als die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer, die ich bisher ausprobiert habe. Das wären nämlich die Jabra Elite Active 65t, die bei knapp EUR 100 anfangen. Allerdings würden mir bis auf den besseren Tragekomfort keine wirklichen Vorteile gegenüber der Airtime Pro einfallen (schon gar nicht aufgrund des Ladens via Micro-USB).
Dagegen hatte ich schon einige In-Ear-Kopfhörer mit Verbindungskabel (zwischen linkem und rechtem Speaker) in den Ohren, welche ebenfalls in diesem Preissegment waren. Hier wäre der Vergleich aber nicht fair. 

Ansonsten bietet TaoTronics, ein Hersteller mit ordentlicher Fan-Base, einige Geräte bei Amazon an, die mit ähnlichem Funktionsumfang daherkommen und sogar noch billiger sind. So liegt deren AirPods-Alternative bei knapp EUR 35, ein neueres Modell im bekannten Fingerhut-Design kostet etwa EUR 45.

Was den Preis betrifft, sind die Airtime Pro aus meiner Sicht in einem niedrigen Segment angesiedelt. Zwar gibt es auch billigere Earbuds, davon konnte ich aber noch keine testen und deshalb keine Vergleiche ziehen.
Allerdings muss ich auch erwähnen, dass der Funktionsumfang und die Soundqualität keine Weltrekorde aufstellen, was im Hinblick auf‘s Finanzielle zu berücksichtigen ist. 

FAZIT

Tatsächlich finde ich es bei den Airtime Pro etwas knifflig, ein passendes Fazit zu formulieren. Meine Testergebnisse sind teilweise gut, teilweise mittelmäßig, teilweise miserabel.

Schön fand ich das grundsätzliche Handling, worunter das Laden mit USB-C und die vollumfängliche Touch-Steuerung zählen. Das Design ist leider wenig einfallsreich, dafür aber funktional. Die Eartips könnten noch eine weitere Größe abdecken. Der Klang konnte mich nicht vom Hocker reißen, ist aber nicht mies. Für den kleinen Musikgenuss zwischendurch reicht es allemal. Die Abschirmung der Silikonaufsätze ist leider unzureichend. Von der Telefoniererfahrung fange ich am liebsten nicht nochmal an.

Nun würde ich eigentlich sagen, dass das wichtigste eines Kopfhörers einigermaßen passt: der Sound. Leider ist es umso blöder, wenn andere Dinge wie das Mikrofon dann gar nicht funktionieren. Somit wäre der Preis also nicht wirklich hoch, andererseits gibt es noch viel billigere Konkurrenten. 

Für diejenigen, die ins True-Wireless-Feld einsteigen oder für einen spezifischen Einsatzzweck nicht viel Geld investieren möchten, könnten die Airtime Pro durchaus interessant sein. Trotzdem ist es definitiv empfehlenswert, sich in einem solchen Fall bei Amazon umzusehen, um vielleicht ein paar Euro mehr sparen zu können. Sind Eure Erwartungen an einen Kopfhörer sowieso höher, würde ich mich im Preis sowieso etwas nach oben orientieren.

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Valentin Heisler
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4 Kommentare zu dem Artikel "REVIEW: IFROGZ Airtime Pro – Fähiger AirPods-Einstieg?"

  1. Schmitty 19. Januar 2020 um 12:24 Uhr ·
    Wenn man bedenkt das diese kleinen Akkus so schnell kaputt gehen, echt ne Schande dann viel Geld aus zu geben. Meine AirPods haben nun nach gut 2,5 Jahren nur noch einen Akku für 1,5 Stunden. Also Müll. Dann lieber vernünftige Overears mit austauschbarem Akku! Z.B die B&O H9i. Die bekommt man mit etwas Glück schon bei Ebay für gut 230€! Einfach Top.
    iLike 2
    • Petro 19. Januar 2020 um 13:19 Uhr ·
      Ich hab die und die sind klanglich einfach der Hammer. Ein Fehler haben die, da sie nicht ganz Ohr umschließend sind, drücken sie nach ner Zeit.
      iLike 1
    • Blub 19. Januar 2020 um 14:11 Uhr ·
      Mein B&O H6 liegt seit dem Kauf im Schrank, den habe ich maximal 5 mal benutzt, der Klang war durchaus gut, irgendwie hat er mich doch nicht überzeugt. Mein Bose Quietcomfort 35ll habe ich bisher vielleicht 10 mal benutzt, bis der ausgekramt ist habe ich keine Lust mehr darauf. Meine Airpods habe ich jetzt jeden Tag benutzt und sie sind immer verfügbar und gleich einsatzbereit, für mich gibts momentan nichts besseres. Aber, jeder wie er will.
      iLike 3
  2. Blub 19. Januar 2020 um 13:15 Uhr ·
    Da hast du aber nicht die einfache Handhabung von Apple. Der H9i ist aber auch eine ganz andere Kategorie Kopfhörer und kaum mit den Airpods vergleichbar! Kopfhörer sind sowieso nichts Dauerhaftes, meine Kopfhörer habe ich nie länger als 2-3 Jahre benutzt. Entweder gab es was neues oder er war bis dahin fertig. Was auch gerne kaputt geht sind die am Ohr anliegenden Polster, nicht jeder Hersteller bietet die als Ersatz an, spätestens wenn die Kaputt sind braucht man sowieso was neues. Bei den Airpods wird unnötig ein geschiß um den Akku gemacht, andere Kopfhörer halten auch nicht viel länger wenn man die täglich benutzt.
    iLike 4

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