Wer gerne liest, kennt das Drama: Am Kiosk blättert man ein kleines Vermögen hin, und ein paar Wochen später mutiert das Wohnzimmer zur Altpapier-Sammelstelle. Online-Artikel lösen zumindest das Platzproblem, hinterlassen aber dennoch oft ein gähnendes Loch im digitalen Geldbeutel. Die Readly App verspricht als Magazin-Flatrate die Erlösung aus diesem Dilemma. Ich habe diese in den letzten drei Wochen für euch getestet. Mal sehen, ob das Konzept im Alltag taugt.
Ich muss vorab sagen: Ich bin schon lange ein Verfechter des digitalen Lesens. Die Zeiten, in denen ich Papiertürme gehortet habe, weil ich diese oder jene Ausgabe „ganz bestimmt irgendwann noch mal lese“, sind glücklicherweise vorbei. Ein Smart Device hat man sowieso immer dabei. Gerade wer viel auf hochauflösenden Tablets liest – und ich weiß, in der Apfelpage-Community glühen so einige iPads –, schätzt diesen Komfort, alles an einem Ort verfügbar zu haben, ungemein.
Doch das Ganze hatte für mich bisher einen Haken: Interessiert man sich für mehr als nur ein Thema, muss man gefühlt unzählige Einzel-Abos abschließen. Genau hier grätscht Readly dazwischen. Ich habe die App jetzt auf Herz und Nieren geprüft – und bin ehrlich gesagt ziemlich angetan.
Aufgeräumt und extrem intuitiv
Was mir bei Readly direkt positiv auffiel: Die App ist super intuitiv. Es gibt zwar, wie überall, ein Onboarding, aber mal ehrlich – wer schaut sich das an? Ich habe es jedenfalls direkt übersprungen. Zumindest den Teil, den ich überspringen konnte.
Gleich zu Beginn verlangt die App nämlich, zumindest zwei seiner Lieblingskategorien und Lieblingsmagazine auszuwählen, damit sie auf Basis dieser Auswahl weitere passende Vorschläge machen kann. Ich habe hier gleich mal ein bisschen mehr aus verschiedensten Bereichen ausgewählt, damit ich dann auch wirklich jede meiner Interessen auf dem Silbertablett serviert bekomme. Das hat auch wunderbar funktioniert – und hat sich ein wenig wie eine individuelle Beratung angefühlt, nur ohne dass ich das Gefühl hatte, dass hier bloß jemand versucht, mir noch etwas zusätzlich zu verkaufen. Weitere Pluspunkte an diesem digitalen Kiosk: er ist einfach immer top aufgeräumt, hat rund um die Uhr geöffnet und man muss das Haus nicht verlassen. Achja und ich kann auch einfach mal in Magazine schmökern, die ich noch nicht kenne, ohne gleich böse Blicke eines Verkäufers zu ernten.
Tausende Magazine und mein persönliches Highlight
Die Auswahl ist schlichtweg gigantisch. Ihr könnt aus tausenden Magazinen und Zeitungen aus den unterschiedlichsten Rubriken wählen. Von Mainstream-Blättern bis hin zu Nischen-Heften für die absurdesten Hobbys ist gefühlt alles dabei.
Aber mein eigentliches Highlight ist das integrierte Archiv. Man hat nämlich nicht nur Zugriff auf das jeweils aktuelle Magazin, sondern auch auf unfassbar viele ältere Ausgaben. Wenn ich überlege, mir ein gebrauchtes Gadget zu kaufen – sagen wir, ein älteres MacBook oder iPhone – und einen Testbericht in einer Ausgabe vom letzten Jahr lesen will, rufe ich diese einfach im Archiv auf. Das ist so viel besser, als ältere Magazine irgendwo abzuspeichern, nur um sie dann bei Bedarf sowieso nicht bei der Hand zu haben.
Lesen auf dem Smartphone leicht gemacht
Auf einem großen Tablet-Bildschirm ist das Lesen im Original-Layout der Magazine sowieso klasse. Aber oft habe ich in der Bahn oder auf der Couch eben nur das Smartphone zur Hand. Wer schon mal versucht hat, ein klassisches A4-PDF auf einem kleinen Display zu lesen, weiß: Das ständige Rein- und Rauszoomen nervt.
Hier punktet Readly mit einem richtig cleveren Feature: dem Artikel-Modus. Statt mühsam in das starre PDF-Layout eines Magazins reinzuzoomen und den Text auf dem kleinen Display hin und her zu wischen, bereitet die App den Text lesefreundlich und optimiert auf.
Zugegeben: Leider gibt es diese Funktion (noch) nicht bei allen Heften. Einzelne Magazine gibt es nur in der starren PDF-Ansicht. Bei der schieren Masse an Inhalten drücke ich da aber gerne ein Auge zu.
Funkloch? Egal – einfach offline lesen!
Richtig stark im Alltag: Ihr könnt einzelne Artikel und Seiten ganz einfach speichern bzw. ein Lesezeichen an der entsprechenden Stelle setzen. Das ist ideal, wenn ihr einen Artikel gerne später lesen oder auf besonders spannende Inhalte erneut zurückgreifen möchtet.
Noch besser ist dieses Feature aber in Kombination mit dem Offline-Modus. Denn sobald ihr ein Magazin öffnet, wird es auch heruntergeladen. Wenn ihr also beispielsweise eine längere Zugfahrt vor euch habt, könnt ihr vorab zu Hause im WLAN interessante Tech-News, Reportagen oder worauf auch immer ihr Lust habt, einfach downloaden und habt unterwegs den perfekten Lesestoff parat. So wird zumindest für mich z.B. das Pendeln deutlich unterhaltsamer.
Jetzt noch die wichtigste Frage: Rechnet sich das?
Kommen wir zum Finanziellen. Readly kostet regulär 14,99 Euro im Monat. Das klingt im ersten Moment vielleicht nach einem weiteren Abo, das man eigentlich vermeiden wollte. Aber wenn ich mal ehrlich überlege, wie viel ich allein für ein einziges klassisches Tageszeitungsabo im Monat zahle, rentiert sich die App sofort. Beschränkt man sich nur auf Magazine, rechnet es sich spätestens ab dem fünften Einzel-Magazin, das man im Monat liest.
Noch charmanter wird der Preis, wenn man die App nicht alleine nutzt. Wenn ihr für Family and Friends eigene Profile anlegen möchtet, kostet das nur ein paar Euro mehr. So hat jeder seinen eigenen Bereich, völlig eigene Lesezeichen und maßgeschneiderte Empfehlungen, ohne dass man sich beim Lesen in die Quere kommt.
Ein dickes Plus gibt es außerdem für die Parental Control-Einstellungen. Wenn ihr Profile für eure Kids anlegt, könnt ihr zwischen verschiedenen Altersgruppen wählen. So müsst ihr euch keine Sorgen machen, dass der Nachwuchs beim Stöbern in den Comics versehentlich in Polit-Magazinen oder unpassenden Lifestyle-Blättern landet. Zudem müsst ihr, sobald ihr ein solches Profil erstellt, zwecks Jugendschutz einen Code wählen, sodass eure Schützlinge nicht einfach in ein anderes Erwachsenen-Profil wechseln können. Und mit dem Blättern in altersgerechten Magazinen, sind wohl auch die Jüngsten sinnvoll beschäftigt.
Apropos Beschäftigung: Falls euch zwischendurch mal die Leselust verlässt, hat Readly in der App noch ein echtes Schmankerl eingebaut: einen eigenen Bereich für Rätsel. Ob Kreuzworträtsel, Schwedenrätsel oder Sudoku – das Ganze ist interaktiv. Heißt: Hier müsst ihr also nicht direkt in den PDF-Versionen der Magazine mühselig hinein und wieder herauszoomen. Die Rätsel sind mobilfreundlich aufbereitet und beim Hineintippen in ein Rätselfeld öffnet sich eine Tastatur.
Mein Fazit
Nach meiner Testphase steht für mich fest: Die Readly App bleibt auf meinen Geräten – denn ich hab richtig Bock, auch weiterhin an diesem riesigen Buffet an Inhalten zu schlemmen.
Wenn ihr auch neugierig geworden seid, dann habe ich gute News: Ihr könnt das Ganze glücklicherweise ganz easy und ohne jede Verpflichtung testen. Das erste Monat gibt es zum Reinschnuppern für schmale 0,99 Euro. Da macht ihr definitiv nichts falsch.
Probiert es also doch einfach selbst!
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