Qualcomm muss sich offenbar schneller als geplant auf ein Geschäft ohne Apple einstellen. Der Chipkonzern erklärte im Anschluss an seine Quartalszahlen, dass der Umsatz mit Apple-Produkten aufgrund anhaltender Lieferengpässe stärker zurückgehen werde als bislang erwartet. Hintergrund ist Apples zunehmender Einsatz eigener Mobilfunkmodems in künftigen iPhone-Modellen.
Qualcomm-CEO Cristiano Amon erklärte gegenüber Reuters, dass Lieferengpässe dazu führen werden, dass Qualcomm bei der nächsten iPhone-Generation einen deutlich geringeren Anteil der verbauten Modemchips liefern wird als ursprünglich prognostiziert. Statt der zuvor erwarteten rund 20 Prozent soll der Anteil nun deutlich darunter liegen. Apple arbeitet bereits seit Jahren daran, Qualcomm als Modemlieferanten schrittweise zu ersetzen. Mit den selbst entwickelten C-Modems will das Unternehmen unabhängiger von externen Zulieferern werden und gleichzeitig die Energieeffizienz sowie die Integration mit den eigenen Chips verbessern.
Apple setzt auf eigene Lösung, Lieferengpässe beschleunigen den Wandel
Bereits die iPhone 18-Reihe soll komplett ohne Qualcomm auskommen und laut Berichten mit Apples eigenen Mobilfunkmodems ausgestattet werden. Qualcomm vermutet laut Reuters, dass die aktuellen Engpässe in der Halbleiter-Lieferkette dazu beitragen, dass das Apple-Geschäft schneller schrumpft als erwartet. Gleichzeitig belasten steigende Produktionskosten und höhere Speicherpreise das Unternehmen zusätzlich. Qualcomm kündigte deshalb an, die Preise für seine Chips zum 1. September anzuheben, um die höheren Kosten auszugleichen.
Der Rückgang des Apple-Geschäfts ist Teil eines langfristigen Strategiewechsels. Qualcomm investiert verstärkt in Bereiche wie Automobiltechnik, Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und das Internet der Dinge (IoT). Nach Angaben des Unternehmens sollen diese Geschäftsbereiche den Umsatzverlust durch Apple bis zum Geschäftsjahr 2027 vollständig ausgleichen.


