Im Test: Eine 15000mAh-Powerbank mit Solarzelle von RAVPower

Spätestens nach zehn Minuten in einem Verkehrsmittel in Berlin hat man die ersten Menschen mit einer Powerbank gefunden, die damit den unendlichen Energiedurst ihres Smartphones zumindest temporär zu still versuchen. Als RAVPower uns fragte, ob wir eine neue Powerbank mit Solarzelle vorstellen wollen, konnten wir uns dem Trend natürlich nicht entgegenstellen und fanden vor allem die Idee der Aufladung ohne Steckdose spannend. Einige Monate später kommen hier unsere Gedanken zu dieser Powerbank.

Direkt beim Auspacken des grünlichen Pakets wird mir bewusst, warum ich Powerbanks eher selten mit mir herumtrage: Der Akku ist deutlich größer und schwerer als mein iPhone 6s Plus – immerhin soll er dieses auch rund fünf Mal aufladen können. Über zwei herkömmliche USB-Anschlüsse bietet der Akku sich durstigen Geräten zum Aufladen an, das Aufladen des Akkus aus der Steckdose kann über einen Micro-USB-Anschluss erfolgen.

Für Outdoor-Aktivitäten gedacht

Ähnlich unspektakulär ist das Design des Akkus: Ein oranges Gummiband zieht sich um das Gehäuse herum, auf der Vorderseite befindet sich die Solarzelle sowie Status-LEDs für den Akkustand und die Aufladung per Solar und auf der Rückseite liegt eine Taschenlampe. Neben den verschiedenen Anschlüssen befindet sich an der Seite noch ein Ein- und Ausknopf, über den die Anzeige des Akkustands und das Aufladen der verbundenen Geräte aktiviert werden kann. Außerdem dient der Knopf über langes Drücken zum Ein- und Ausschalten der Taschenlampe. Sowohl mit dieser Lampe als auch der Solarzelle ist klar, dass die Zielgruppe sich nicht unbedingt im Großstadtdschungel, sondern eher in der Natur befinden soll. Menschen, die ihre Powerbank abends einfach an die heimische Steckdose anschließen können, brauchen nicht unbedingt eine Solarzelle. Durch das beschriebene Gummiband ist der Akku zwar gegen Stöße und Staub geschützt, Regen- oder wasserabweisend ist er allerdings nicht.

Das spannendste an der Powerbank ist daher, ohne Frage, das Solarpanel, welches sich auf der Vorderseite des Geräts befindet. Flächenmäßig ist dieses ungefähr so groß wie das ganze Gehäuse meines iPhone 6s Plus, was für mich als Solar-Laie erstmal auf eine ganz passable Leistung hat schließen lassen. Meine Arbeit an diesem Test bestand, leider privat bezahlt, aufgrund der Beschaffenheit der Powerbank nicht nur in einigen Aufladungen am warmen Schreibtisch bei Tee und guter Musik, sondern auch aus zwei Ausflügen: Einem Wandertrip in Schottland – dort sind die Fotos entstanden – und einem Wochenende in der Nähe von Dresden, das allerdings ohne Fotos auskommen muss. Da das schottische Wetter selbst Mitte August nicht immer sonnig ist, habe ich auf diesem Trip vor allem das Aufladen des iPhones mit dem Akku getestet. Ich brauchte dort lediglich zwei Ladungen, die allerdings problemlos funktioniert haben, danach zeigte die Statusanzeige immer noch zwei von vier LEDs an.

„Es dauert eine Woche, die Batterie vollständig per Sonnenenergie aufzuladen.“

Spannender für den Test der Solarzelle war das Wochenende in Dresden – Anfang September, 25 Grad und vor allem strahlender Sonnenschein. Nach zwei Aufladungen meines Telefons war der Akku wieder bei rund 50 Prozent seiner Kapazität angekommen und damit bereit für ein Sonnenbad. Inklusive mehrfachem Standortwechsel aufgrund von wandernder Sonne, voller Einsatz für den Test. Begonnen habe ich das Experiment gegen neun Uhr morgens, mittags (4 Stunden später) hatte sich am Akkustand der Powerbank noch nichts getan, lediglich die rote LED, die eine Aufladung mithilfe der Solarzelle anzeigt, leuchtete durchgehend. Am Abend (rund acht Stunden später) blinkte immerhin die dritte Status-LED, was zumindest auf einen gewissen Fortschritt schließen ließ.

Allerdings habe ich das Experiment an dieser Stelle abgebrochen. Natürlich hatte ich die Anleitung vorher selbstsicher zur Seite gelegt und damit den entscheidenden Satz – „Es dauert eine Woche, die Batterie vollständig per Sonnenenergie aufzuladen.“ – nicht wahrgenommen. Insgesamt ist mein Eindruck von der RAWPower-Powerbank* daher zwar immer noch positiv, bei der Solarzelle handelt es sich allerdings eher um ein nettes Gadget und weniger um eine Funktion mit praktischem Nutzen. Als Akku taugt das Produkt ohne Frage, ich konnte mein iPhone damit rund vier Mal aufladen, auf Wanderausflügen ist das durchaus wertvoll und das Gewicht von rund 350 Gramm dafür verkraftbar. Auf mich wirkt die Aufmachung als besonderes Outdoor-Produkt jedoch etwas überzogen: Weder ist der Akku wasserdicht oder zumindest -abweisend, noch hat die Solarzelle wirklich einen praktischen Nutzen. Natürlich, innerhalb von einer Woche kann der Akku damit – ideale Sonnenbedingungen vorausgesetzt – komplett aufgeladen werden. Aber selbst beim Wandern (und wann hat man da schon mal ideale Bedingungen?) ist mir das eher zu langsam. Bei mir hat das vor allem die Frage aufgeworfen, wie viel Platz man im Gehäuse zusätzlich für den Akku hätte verwenden können, wenn man sich die Solarzelle gespart hat. Ihr könnt die RAVPower-Powerbank mit Solarzelle und 15000mAh Kapazität bei Amazon für 26.99 EUR kaufen* »* und bekommt damit eine gute Powerbank. Geeignet oder ungeeignet für Outdoor-Aktivitäten ist sie allerdings genauso wie die meisten anderen Powerbanks – wobei immerhin die integrierte Taschenlampe beim Zelten ganz praktisch ist.


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Yannik Achternbosch
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5 Kommentare zu dem Artikel "Im Test: Eine 15000mAh-Powerbank mit Solarzelle von RAVPower"

  1. 91nemesis 4. Oktober 2018 um 10:59 Uhr ·
    Denke ehr die sind dafür, einfach zu Hause am Fenster zu weilen um immer voll zu sein. Mit dem Solar wird die Selbstentladung gut verhindert. Alles anderer macht bei der derzeitig Effizienz einfach kein Sinn, sonst wäre sie schon in aktuelle Smartphones integriert.
    iLike 1
    • Yannik Achternbosch 4. Oktober 2018 um 11:19 Uhr ·
      Der Hersteller sagt ausdrücklich, dass die Ladung durch Glas deutlich länger dauert…
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  2. Burhan 4. Oktober 2018 um 12:41 Uhr ·
    Auf der Funkausstellung lagen die Solarakkus. Da sagte die Asiatin am Stand, für Wüstengegenden. In Deutschland am Fenster etwa 14 Tage. In der Sahara 3. Ich schluckte, aber sie hatte ja recht, es ist für Expeditionen ohne Steckdose.
    iLike 0
  3. Veräppler 4. Oktober 2018 um 12:54 Uhr ·
    Ihr solltet mal ein reines Solarladegerät testen das aus mehreren größeren Panels besteht und man auch am Rucksack fest machen kann, diese hatte ich für wesentlich sachdienlicher als solches „Spielzeug“ Aukey und Anker haben da was ganz nettes im Angebot, allerdings sind die nicht ganz billig und setzen eben auch ein Gerät versus das aufgeladen werden möchte (Powerbank, iPhone etc.) so einen Test fände ich interessanter :)
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  4. Ocram90 4. Oktober 2018 um 13:20 Uhr ·
    Siri hat heute Geburtstag! Gratulieren nicht vergessen!
    iLike 3

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