Im Test bietet das eufyCam C37 4-Kamera-Set mit Solar-Power und detailreichen Einstellungsmöglichkeiten ein intelligentes und zuverlässiges Sicherheitssystem. Bewegungserkennung und Aufzeichnung laufen nach einigen Einstellungsschritten ausgezeichnet. Die Bildqualität mit einer Auflösung von 2.304 x 1.296 ist gut und selbst nachts ist ein 2K-Farbbild möglich. Die Stromversorgung über die Solar-Module ist mehr als ausreichend, wodurch ein manuelles Akku-Laden nicht notwendig ist. Für einen fairen Preis von 280 Euro erhält man eine mächtige Überwachungslösung, die obendrein einfach zu installieren ist.
Das Zuhause per Videoüberwachung lückenlos abzusichern, wird für viele Menschen zunehmend wichtiger. Wer nachrüstet, steht jedoch unweigerlich vor einer Herausforderung: Wo kommt der Strom her? Für alle, die keine langen Kabel verlegen oder ständig Akkus laden wollen, stelle ich hier eine vielversprechende Outdoor-Kamera von eufy Security vor. Das eufyCam C37 Kamera-Set inklusive Solar-Panels verspricht intelligente Überwachung, der niemals die Energie ausgeht. Im Folgenden lest ihr meine Erfahrungen zur eufyCam C37 nach einem dreiwöchigen Test.
Ein erster Eindruck, den jeder Ordnungsfanatiker lieben muss
Als das Paket der eufyCam C37 inklusive Solar-Panels bei mir ankam, schlug mein Ordnung-liebendes Herz direkt höher. Alles in der Schachtel liegt fein säuberlich sortiert an seinem Platz. Im Lieferumfang ist absolut alles enthalten, was ich brauche, um ein Grundstück lückenlos zu überwachen:
- 4x C37-Kamera samt Halterung und Schrauben
- 4x Solar-Panel inklusive Anschlusskabel
- 1x eufy Homebase als Herzstück und Zentrale
- 1x 1 m LAN-Kabel für den Router-Anschluss
- 2x USB-zu-USB-C-Kabel (0,6m und 2m) samt Ladeadapter für den Anschluss der Homebase bzw. das manuelle Aufladen der Kameras

Die ersten Schritte: Einfach und strukturiert
Die Einrichtung läuft dank der QR-Codes auf der beiliegenden Kurzanleitung reibungslos ab. App installieren, den einzelnen Schritten folgen und Homebase sowie Kameras entsprechend hinzufügen. Gerade beim Installieren der Kamera benötigt man etwas mehr Zeit. Ähnlich zu Matter- oder HomeKit-Geräten hat jede Kamera einen eigenen QR-Code. Bedeutet: Jedes Gerät einzeln abscannen und den Einrichtungsprozess durchlaufen.
Einzelne Schritte kann man überspringen, aber nicht alle, was in meinen Augen nicht so viel Sinn gemacht hat. Denn die Kameras sollten beim Verbinden noch nahe an der Homebase sein, während direkt nach der Kopplung bereits Einstellungen abgefragt werden, die ich eigentlich erst draußen am echten Einsatzort sinnvoll festlegen kann. Mein Tipp für euch daher: Klickt euch hier einfach zügig durch und trefft alle nötigen Einstellungen, sobald ihr die Kamera jeweils montiert habt.

Schnelle Montage für jedes Setting
Die Montage ist sehr einfach und selbsterklärend – die Anleitung, die man in der App jederzeit abrufen kann, ist eher ein nettes On-Top. Auf Holz hatte ich die erste Kamera inklusive zugehörigem Solar-Panel im Test innerhalb von fünf Minuten bombenfest montiert. Bei einer massiven Wand, vor allem aus Beton, dauert es wegen des Vorbohrens natürlich länger.
Das Solar-Panel hat übrigens ein Kabel mit einer Länge von zwei Metern. Das ist top, um Verschattungen zu vermeiden und beide Geräte ideal für ihren jeweiligen Zweck zu platzieren. Ein Beispiel: Die Kamera soll das Auto unter dem Carport im Auge behalten, während das Solar-Panel an einer anderen Stelle mehr Sinn macht, um das Gerät optimal mit Energie zu versorgen. In meinem Fall konnte ich beides recht nah beieinander montieren. Wen das übrige Verbindungskabel stört, muss sich dann natürlich etwas einfallen lassen.

Das Set eignet sich grundsätzlich für den Innen- und Außenbereich. Zu beachten ist jedoch, dass dieses Modell zwingend an Wand oder Decke montiert werden muss. Einfach ins Regal oder auf ein Fensterbrett stellen, klappt nicht, da das Bild sonst auf dem Kopf steht. Eine digitale 180-Grad-Drehung fehlt in der App und einige Features wie die Haustiererkennung funktionieren „über Kopf“ auch nicht. Menschen erkennt die Kamera allerdings auch im gedrehten Zustand.
Mit vier Kameras konnte ich im Test nahezu jeden Winkel meines Außenbereiches abdecken, sodass etwa ein unbemerkter Einbruch fast unmöglich wäre. Das „fast“ rührt daher, dass die Homebase und somit auch die Kameras in meinen ersten Testtagen vereinzelte kurze Offline-Phasen hatten – diese waren jedoch auf ein Update zurückzuführen. Sofern sich Unbefugte also nicht genau während eines kurzen Systemupdates Zutritt bei euch verschaffen, solltet ihr sicher sein.
Smarte Funktionen und der große Ninja-Test im Dunkeln
Einmal montiert, entfalten die Kameras ihr volles Potenzial. Dank 360-Grad-Rundumblick und 180 Grad vertikaler Neigung bleibt nichts verborgen. Die Bewegungserkennung unterscheidet präzise zwischen Gesichtern, Menschen, Fahrzeugen und Haustieren. Die Fahrzeug- und auch die Haustiererkennung befinden sich jedoch noch im Beta-Status, was hin und wieder zu Fehlalarmen führt (z. B. ein vom Wind bewegter Busch ist ein Tier). Da habe ich bei anderen Systemen im Vergleich aber schon deutlich größere Schwächen erlebt; vor allem, wenn eine Bewegung gar nicht erst registriert wird.
Sobald die Kameras eine Bewegung erkennen, startet die Aufzeichnung – manchmal in meinen Augen etwas spät. Je näher sich eine Person an der Kamera befindet, desto zuverlässiger ist das System. Die Videoaufzeichnung selbst glänzt in hoher Auflösung, selbst beim Zoomen. Die Bilder, die vom erkannten Objekt (Person, Haustier, etc.) hinzugefügt werden, waren bei mir jedoch sehr stark verpixelt. Wenn man hier sinnvoll etwas erkennen möchte, sollte man also direkt auf das Video zurückgreifen.
Die Bilder haben in meinen Augen ohnehin eher einen anderen Zweck: Die KI lernt bei den aufgenommenen Fotos nämlich fleißig mit, wenn ihr euch die Zeit nehmt, sie zu trainieren. So könnt ihr beispielsweise angeben, ob sie Personen und Haustiere richtig erkannt hat oder ob Gesichter übereinstimmen. Letzteres ist besonders sinnvoll, wenn bekannte Gesichter beim Alarm ausgeschlossen werden sollen – denn auch das ist mit dem eufy-System möglich.
Bei Dunkelheit überzeugt mich besonders die Nachtsicht inklusive aktivierbarem Scheinwerferlicht – wobei man auch Infrarotlicht statt des Scheinwerfers einstellen kann. Im „Ninja-Test“ habe ich zwanzig mal versucht, mich an den Kameras vorbeizuschleichen. Mein Abstand zur Kamera war ca. 8-10 Meter, ich war dunkel gekleidet und habe verschiedene Körperhaltungen eingenommen. Bei 19 von 20 Versuchen ging das Licht sofort an und die Kamera zeichnete mich auf – nur einmal patzte das System und ich konnte vom Baum zum nächsten Busch sprinten. Bis ins Haus wäre ich aber trotzdem nicht unbemerkt gelangt.

Die Kamera hat zudem eine KI-gestützte Bewegungsverfolgung, womit sie einem entsprechend Objekt nachgeht und anschließend in eine definierte Standardposition zurückfährt. Dies funktioniert bei mir im Großen und Ganzen zuverlässig, sobald der Aktivitätsbereich markiert ist. Auf ein paar kleine Hürden bin ich hier allerdings gestoßen:
- Eine detaillierte Anleitung habe ich nicht gefunden. Also musste ich alleine herausfinden, dass ich zuerst die Aktivitätsbereiche festlegen muss, damit die KI-Bewegungsverfolgung funktioniert.
- Läuft ein Mensch mit Haustier durchs Bild, folgt die Kamera meist dem aktiveren Objekt. Sofern ein Unbefugter ohne Tier aufkreuzt, ist das sicherheitstechnisch aber vermutlich unerheblich.
- Gelegentlich dreht sich die Kamera für meinen Geschmack etwas voreilig in die Ausgangsposition zurück.
Ergänzt wird das System durch eine solide Audiofunktionen: Bei Aktivierung des Mikrofons könnt ihr im Live-Stream über die Kamera auch hören, was in der Umgebung passiert. Wer bei Videoaufzeichnungen Ton haben möchte, muss die Audioaufzeichnung zunächst aktivieren. Über den Lautsprecher könnt ihr über die Kamera mit Personen sprechen. In den Einstellungen kann man die Lautstärke regeln.
Solar-Power, Energie-Management und App-Ladezeiten
Ein echtes Highlight sind für mich die Solar-Panels. Denn im dreiwöchigen Test hielt selbst das Panel der aktivsten Kamera ihren Akku nahezu konstant auf 100 Prozent – und das auch an bewölkten und regnerischen Tagen. Kameras, die ich ohne Solar-Panel an weniger frequentierten Orten betrieb, verloren im gesamten Testzeitraum nur rund 10 Prozent Ladung. Hier kann man also sicher sein, dass die Kameras selbst während einer längeren Abwesenheit oder bei Schlechtwetterphasen ihren Dienst tun. Über den Energie-Manager könnt ihr zwischen optimaler Akku-Lebensdauer (20-Sekunden-Clip) oder optimaler Überwachung (60-Sekunden-Clip) priorisieren. Alternativ kann man hier sogar individuelle Einstellungen wählen.
Minimale Kritik gibt es für die Ladezeiten in der App. Nach einer Push-Meldung dauert es für meinen Geschmack etwas zu lang, bis der Live-Stream steht oder ich die Kamera schwenken kann. Allerdings ist das gerade bei den WiFi-Kameras nicht unüblich, da es hier einige Einflussfaktoren auf die Ladedauer gibt. Für eine bessere Performance muss man fast immer zur LAN-Variante greifen.
Die App selbst ist übersichtlich in fünf Reiter aufgeteilt:
- Heim-Ansicht: Hier sind alle installierten Kameras untereinander aufgelistet. Zu sehen ist jeweils die vordefinierte Einstellung. Bei Klick auf das Bild, gelangt man in die Live-Ansicht.
- Ereignisse: Hier findet ihr alle Aufzeichnungen mit sehr praktischer Filterfunktion (z. B. Was wurde erkannt? Wo wurde es erkannt? usw.)
- Dienstleistungen: Wer KI-Features wie “Vertraute Gesichter erkennen” oder “Cross-Kamera-Tracking” nutzen möchte, ist hier richtig.
- Intelligent: Hier könnt ihr in der Gerätesteuerung verschiedene Sicherheitsmodi wie Zuhause oder Abwesend einstellen sowie Zeitpläne konfigurieren. Mittels Geofencing erkennt die App anhand eures Smartphone-Standorts, ob ihr das Haus verlassen habt und schaltet die Überwachung automatisch scharf.
- Geschäft: Hier gelangt ihr direkt in den Online-Shop.
Praktisch ist zudem, dass ihr den Zugriff auf die Kameras unkompliziert mit anderen Personen im Haushalt teilen könnt. Vorsicht: Diese Personen können dann allerdings keine weiteren Geräte zu eurem Heim hinzufügen – die Rechte sind also eingeschränkt.

Datenschutz auf eufy-Art: Keine Cloud-Pflicht
Beim Thema Datenschutz macht eufy keine Kompromisse. Einerseits deaktivieren Zusatzfunktionen wie optionale Datenschutzzonen beispielsweise Standardfunktionen wie das smarte Schwenken und Nachverfolgen komplett , was ich wirklich sehr schade finde. Andererseits landen eure Daten standardmäßig lokal auf der Homebase statt in einer Cloud. Der lokale Speicher ist ab Werk verschlüsselt und kann mit einem Zusatzpasswort gesichert werden. Dank Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat eufy keinen Zugriff auf eure Aufzeichnungen. Wer möchte, kann ein Cloud-Backup zubuchen oder den App-Speicherplatz durch eine SD-Karte in der Homebase ergänzen.


