Anfang Januar wurde bekannt, dass Disney+ mehrere Bildformate in Deutschland stillschweigend aus dem Angebot entfernt hat. Nach wochenlangem Rätselraten ist nun klar, warum der Streamingdienst diesen Schritt gegangen ist: Einstweilige Verfügungen aus einem Patentstreit zwingen Disney+, bestimmte Videoformate hierzulande abzuschalten.
Patentstreit ist die Ursache
Im Kern geht es um einen Rechtsstreit zwischen Disney und dem US-Unternehmen InterDigital. Das Landgericht München entschied bereits im vergangenen November, dass Disney+ beim Streaming von Inhalten mit dynamischem HDR gegen Patentrechte von InterDigital verstößt. In der Folge wurde eine einstweilige Verfügung erlassen, die Disney+ zur Reaktion zwang.
Für Abonnenten hat das spürbare Folgen: In Deutschland sind Inhalte aktuell weder in 3D noch in den dynamischen HDR-Formaten Dolby Vision und HDR10+ verfügbar. Selbst Kunden mit Premiumabo erhalten Filme und Serien nur noch maximal in HDR10, also der statischen Basisvariante mit eingeschränktem Funktionsumfang.
Dolby Vision und HDR10+ fehlen seit November 2025
Hinweise auf die Einschränkungen gab es schon seit Wochen. Nutzer meldeten, dass Dolby Vision und – insbesondere auf Samsung-Fernsehern – HDR10+ plötzlich verschwunden seien. Anfangs wurde noch ein technisches Problem vermutet, zumal der Support von Disney+ weiterhin Tipps zu passenden TV-Einstellungen gab. Apfelpage.de berichtete. Mittlerweile ist jedoch klar: Die Änderungen wurden bewusst vorgenommen.
Disney+ äußert sich nicht
Eine offizielle Erklärung von Disney+ zu den Gründen für den Wegfall der Formate steht bislang aus. Angesichts der Entscheidung des Landgerichts München gilt es jedoch als sehr wahrscheinlich, dass der Patentstreit mit InterDigital direkt für die aktuelle Situation verantwortlich ist. Bis zu einer Klärung dürfte sich an der reduzierten Bildqualität für deutsche Disney+-Kunden wenig ändern.

