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Der lange Weg zur ersten iOS- und macOS-App: Meine Erfahrung mit LinkBin

LinkBin

Ihr wollt eine iOS- und macOS-App entwickeln und wisst nicht, wo ihr anfangen sollt? Dadurch, dass ich erst vor Kurzem selbst meine erste App im App Store veröffentlichte, will ich in diesem Artikel meine Erfahrungen und Tipps teilen.

Doch wie heißt meine App eigentlich und was kann sie? LinkBin entwickelte ich, weil ich einen Ort schaffen wollte, an dem ich Links für meine Artikel auf Apfelpage und einer anderen Publikation, für die ich tätig bin, aufbewahren kann. Zuvor nutzte ich Pocket, allerdings benötigte ich die eigene Artikelansicht nie und eine Erweiterung für Safari am Mac zur Beschleunigung meines Workflows gab es auch nicht. Zudem war das Verlangen nach einem Tagging-System mit Farben zur leichteren Sortierung der Links da.

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Nun die große Frage: Wie ging ich das genau an?

Bei den Grundlagen anfangen

Prinzipiell sind Apps auf Apple-Plattformen in der Programmiersprache Swift, die auch von selbst Apple kommt, geschrieben. Wie bei so vielen Dingen im Leben, muss man sich aber auch hier zuerst bestimmte Grundlagen aneignen. Ich hatte das Glück, dass ich diese bereits in der Schule lernte. Ansonsten findet man im Internet aber auch jede Menge Tutorials.

Am besten eignen sich in meinen Augen die Kurse „100 Days of Swift“ und „100 Days of SwiftUI“ von „Hacking with Swift“, vor allem, weil sie kostenlos erhältlich sind. Der Unterschied zwischen den beiden Angeboten ist, dass bei ersterem noch UIKit für das Bauen von Benutzeroberflächen zum Einsatz kommt, während letzterer bereits auf SwiftUI setzt. UIKit ist derzeit zwar noch weiter verbreitet, SwiftUI ist allerdings neuer und häufig bei den Homescreen-Widgets, die Apple mit iOS und iPadOS 14 einführte, zu sehen.

Wenn man die ganze Sache lieber mit Lernvideos angehen möchte, ist Udemy kein schlechter Anlaufpunkt. Hier habe ich besonders mit diesem Swift-Kurs gute Erfahrungen gemacht. Man muss sich aber im Klaren sein, dass Videos auf Udemy immer etwas kosten, wenn auch oft nur ein paar Euro.

Üben, üben, üben…

Nun habe ich mir etwas Wissen angeeignet, kann ich nun sofort starten? Ja, aber es ist nicht empfehlenswert. Übung macht bekanntlich den Meister. Wenn man zum Beispiel gerade gelernt hat, wie man die Navigation zwischen zwei Ansichten in einer App umsetzt, sollte man das unbedingt selbst noch einmal programmieren. Diese Gelegenheit kann man dann auch gleich nutzen und den neuen Lehrstoff mit anderen Gebieten verbinden. Und nicht verzweifeln, falls es einmal nicht auf Anhieb klappt – einfach zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal probieren.

Und wie auf „Hacking with Swift“ so schön steht: „It’s a marathon, not a sprint“. Das bedeutet ganz einfach, dass man sich Zeit lassen sollte. Lieber geht man ein Thema nach dem anderen an und vertieft jedes Thema dafür gründlicher.

Von der Idee zur ersten App

Nun muss nur mehr eine Idee her und in die Tat umgesetzt werden. Empfehlenswert ist, sich in diesem Prozess nicht stressen zu lassen – oft kommen die besten Ideen, wenn man am wenigsten darüber nachdenkt. Lasst euch außerdem nicht davon irritieren, wenn es eine ähnliche App bereits im App Store gibt. Man muss sich nur LinkBin anschauen. Viele Apps können bereits so etwas Ähnliches, doch das Interesse ist dennoch vorhanden, da etwa meine App einige Aspekte aufweist, die andere Anwendungen nicht bieten.

Während der Entwicklung wird es dann hunderte Situationen geben, in denen ihr nicht weiter wisst, ein Fehlverhalten euch die Nerven raubt oder eine Fehlermeldung euch in die Irre führt. Dann gilt: Google ist dein Freund. Formuliert das Problem als Suchanfrage und euch wird in der Regel immer eine passende Lösung, häufig auf der Seite Stack Overflow, präsentiert.

Schämt euch außerdem nicht dafür, wenn ihr einmal etwas aus dem Lernprozess vergaßt. Man kann und muss sich nicht alles merken, dafür ist das Internet da. Wenn ihr zum Beispiel nicht mehr wissen solltet, wie man einen Button in die Benutzeroberfläche einfügt, werdet ihr dazu eine Menge Beispiele in nur wenigen Sekunden finden. Weiters gibt es zu fast allem eine Dokumentation mit Beispielen von Apple selbst.

Vor der Veröffentlichung

Wenn ihr euch nun noch nicht sicher seid, ob die fertige App gut ankommen wird, könnt ihr sie über TestFlight einigen Testern zukommen lassen. Das geht ganz einfach durch Hinzufügen deren Emailadressen. So könnt ihr noch Verbesserungsvorschläge vor dem finalen Release einbauen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, Personen mit Reichweite im Internet auf die App aufmerksam zu machen. Am besten gestaltet man dafür ein Press Kit mit den wichtigsten Informationen zur App und sendet dieses an Betreiber von Blogs und YouTube-Kanälen, die darüber berichten könnten. Damit man sich etwas darunter vorstellen kann, findet ihr hier das Press Kit von LinkBin.

Zudem sollte man eine kleine Webseite mit den wichtigsten Informationen zur App anlegen. Das geht fürs Erste am besten mit dieser Vorlage, auf diesem Weg ist auch nichts zu zahlen.

Fazit

Ich hoffe nun, dass ich einige von euch ermutigen konnte, denselben Weg wie ich zu gehen. Wichtig ist, dass man sich einfach die nötige Zeit nimmt und nicht aufgibt, sollte es einmal nicht vorangehen.

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David Haydl
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1 Kommentar zu dem Artikel "Der lange Weg zur ersten iOS- und macOS-App: Meine Erfahrung mit LinkBin"

  1. Appleman 4. Oktober 2021 um 22:14 Uhr ·
    Unter anderem mit React und Ionic ist es möglich Swift zu umgehen 😁 Find ich persönlich sehr cool und nur zu empfehlen :)
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