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Dagobert Cook – Apple schwimmt im Geld (Die Kolumne)

Viermal im Jahr macht Apple etwas, was sicherlich für reichlich Stress in der Finanzabteilung unseres Best-Buddy-Konzerns sorgt: Sie veröffentlichen die Quartalszahlen (hier im Original). Was so profan klingt, ist ein Riesending und lässt – wenigstens dann! – tiefer in die Keller von Apple blicken als ein Besuch bei Johny Srouji. Und weil die Milliarden nur so herumliegen wie Taler im Geldspeicher des Dagobert Duck, und keine Normala und kein Normalo mehr die Dimensionen erkennt, rechnen wir das Ganze um. Unsere Referenz ist ein durchschnittliches Reihenhaus in Deutschland, das laut Tagesschau vom August 2023  rund 470.000 Euro kostet, in Dollar heute 502.311,17, wir runden ab auf 500.000 Dollar. Außerdem, man mag es kaum glauben, beträgt die durchschnittliche Haushaltsgröße in Deutschland 2022 bei 2,0. Soll heißen: Wir rechnen zwei Personen pro Reihenhaus.

Umsatz

Schauen wir also in das Haushaltsbuch der schwäbischen Hausfrau Apple: Der Umsatz (zur Erinnerung: Der Wert aller Geräte und Services) lag bei 89,5 Milliarden Dollar, in unserer neuen Währung sind das 179.000 Reihenhäuser, besetzt mit zwei Personen, hat Apple neue Häuser für alle Einwohner der Stadt Ratingen gebaut.

Nach Geräten und Services

Der Umsatz der Hardware beträgt ziemlich genau das 3-fache der Service-Sparte, aber Tendenz steigend. In Zahlen: 67 Milliarden bei iPhones und Co und 22 Milliarden bei Services. In Reihenhäusern: 134.000 Häuser als Umsatz der Hardware und 44.000 bei den Services. Drücken wir es anders aus: Apple hätte als Gegenwert für iCloud, TV+ und Arcade die Stadt Radevormwald planieren und allen 22.222 Einwohnern zu zweit ein neues Reihenhaus hinstellen können. Zur Erinnerung: Das sind alles Zahlen für die drei Monate von Anfang Juli bis Ende September 2023, nicht für das ganze Jahr!

Apple-Aktie

Wer Aktien von Apple hat (wie ihr Kolumnist) durfte sich freuen. Der Konzern hat 25 Milliarden Dollar verteilt, die Experten nennen das „ausgeschüttet“ (,wobei wir beim Bild mit dem Geldspeicher wären). Das sind 50.000 Reihenhäuser, die hübsch an die Eigentümer der Firma übergeben werden konnten.

Gewinn

Die spannende Zahl ist natürlich der Gewinn. Wir kennen das: Was bleibt am Monatsende wirklich übrig, nachdem das Finanzamt glücklich ist, die Kinder satt und die Ex-Frauen / Ex-Männer finanziert. Apple machte einen Gewinn von knapp 27 Milliarden Dollar. Im Gegenwert von 54.000 Reihenhäusern. Würde Apple statt Bargeld in Goldmünzen im Keller horten, hätte es diese 54.000 Häuser auf dem Apple-Campus bauen können, ohne dafür einen Kredit aufzunehmen.

Mac schwächelte

Nur nebenbei: Der Umsatz ging im Vergleich der Quartale 2022 und 2023 um 1 Prozent zurück, der Gewinn stieg aber um 10,6 Prozent. Ein Blick auf die Preise erklärt das. Weniger Geräte verkaufen (der Mac-Verkauf ging um ein Drittel zurück!), dafür die einzelnen teurer und – schwupps – habe ich weniger Umsatz, aber mehr Gewinn.

Research

Schauen wir uns noch an, wie viel unsere Lieblingsfirma so für Entwicklung ausgegeben hat und wie viel für die Verwaltung. Apple nennt das „Research and development“ und konnte im letzten Quartal mehr als 7 Milliarden Dollar dafür ausgeben, etwas weniger für die Verwaltung (genannt „Selling, general and administrative), worin das Gehalt von Tim Cook enthalten sein dürfte: 6 Milliarden Dollar.

Donald Cook

Der Arme, jetzt Donald Cook, erhält übrigens lächerliche 0,0008 Prozent des Jahresumsatzes (in 2022 394 Milliarden Dollar) als Grundgehalt. Gerade mal drei Millionen oder sechs Reihenhäuser. Doch bevor wir eine Kollekte für verarmte CEOs starten, sei erwähnt, dass Tim Cook im letzten Jahr insgesamt 99,4 Millionen Dollar, also 20 Reihenhäuser, verdiente, denn zu dem Grundgehalt kamen Bonuszahlungen (12 Millionen) sowie ein Aktienpaket (83 Millionen).

Nach Kategorien

Wer noch einen Beweis für die Wichtigkeit des iPhone-Geschäfts für Apple benötigt, dem sei diese Grafik gezeigt.

Quartalszahlen 4/23 nach Kategorien

Das iPhone macht noch immer die Hälfte des Konzernumsatzes aus (in Dollar 44 Milliarden, in Reihenhäusern 88.000), aber, und das ist sicherlich Verdienst von Tim Cook, die Services machen rund 25 Prozent aus (22 Milliarden), soviel wie die drei anderen Sparten (iPad, Mac und Home) zusammen!

Nach Regionen

Zum Schluss noch ein Blick auf die Märkte in den Regionen. Apple unterscheidet nach Amerika, Europa, „Greater China“, Japan und „Rest of Asia Pacific“. Noch immer ist Amerika der wichtigste Markt (40 Milliarden Dollar), gefolgt von Europa (22,5 Milliarden) und „Greater China“ (15 Milliarden), Japan (5,5) und „Rest of Asia Pacific“ (6 Milliarden) machen zusammen nur die Hälfte des Umsatzes in Europa.

Steve Jobs

Achja, Steve Jobs. Zu seinen Zeiten bis 2011 lag der Quartalsumsatz von Apple bei 6,5 Milliarden (Q4/11).

 

 

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Marco Fileccia
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6 Kommentare zu dem Artikel "Dagobert Cook – Apple schwimmt im Geld (Die Kolumne)"

  1. Mark 16. November 2023 um 20:44 Uhr ·
    Das mit dem Gold habe ich zwar nicht ganz verstanden 🙈, aber die Idee der Umrechnung war einmal erfrischend anders und hat beim Lesen wirklich Spaß gemacht. Danke für die amüsante, kurze Zerstreuung in den nicht ganz so schönen Zeiten gerade. 👍
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    • Marco Fileccia 17. November 2023 um 05:26 Uhr ·
      Danke ;-). Gold wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher… zugegebenermaßen etwas um die Ecke gedacht.
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  2. ich bims 17. November 2023 um 00:09 Uhr ·
    Wenn nächstes Jahr wieder so wenig Innovation kommt wird kein normaler Mensch nochmal ein neues iPhone kaufen für die überteuerten Preise.
    iLike 0
  3. Blub 17. November 2023 um 10:44 Uhr ·
    @ich bims Mal im Ernst, dieses Jahr kann man sich eigentlich echt nicht beschweren über das iPhone. Wenn man natürlich jedes Jahr das Neuste kaufen will, ist es natürlich nur ein geringer Schritt. Ich bin zum Beispiel vom iPhone X gekommen und für mich war das ein ganz großer Schritt. Für mich war so ziemlich alles neu. Innovationen gibt es nur noch in kleiner Dosis. Es gab den A17 Pro, es gab Titan Rahmen, es gab eine neue Kamera, es gab USB C, es gab den neuen Action Button, der Rest wurde auch komplett überarbeitet außer vielleicht der Akku. Vor allem war ich auch von iOS überrascht, da hat sich wohl auch einiges getan in den letzten Jahren. Leider hat das iPhone X anscheinend nicht mehr alles bekommen, umso überraschter war ich dann über die vielen kleinen Verbesserungen. Der A17 pro macht endlich auch Next Gen Spiele auf dem iPhone möglich. Die Grafik von Resident Evil Village sieht Mega auf dem iPhone aus und hat mindestens das Niveau wie auf der PlayStation 4. du möchtest Innovationen. Ich hab dir jetzt einige genannt. Das Rad kann eben nicht neu erfunden werden.
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    • Wiesel 17. November 2023 um 10:49 Uhr ·
      Gut gebrüllt Löwe! Sehe ich genauso!
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  4. SonnyUltraMax 20. November 2023 um 16:33 Uhr ·
    Krass dann hat Cook den Umsatz von Apple in 12jahren ver20facht?
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