Chip-Gate: NSA-Experte glaubt nicht an große China-Verschwörung

Symbolbild China | Pixels / Pixabay

Ein weiterer namhafter Experte äußert Zweifel an der großen Chip-Verschwörung, von der Bloomberg erfahren haben will. Auch er kann keine Hinweise darauf finden, dass es je die Spionage-Elemente in amerikanischen Servern oder anderen Produkten gegeben hat.

Die Affäre um undercover in US-Server und andere Geräte eingeschleuste Chips aus China, die die Geräte und den Datenfluss ausspähen sollen, bleibt so rätselhaft wie am ersten Tag.

Nachdem sich zunächst Apple energisch gegen die Behauptungen der Bloomberg-Business Week verwahrt hatte, hatten anschließend aber auch verschiedene Sicherheitsbehörden Zweifel an der Geschichte geäußert, darunter der einflussreiche US-Heimatschutz.

Doch Bloomberg beharrt auf seiner Behauptung und führte im Nachgang noch weitere Stimmen von Experten an, insgesamt 17 leider anonyme Quellen möchte die Wirtschaftsagentur zu dem Thema gehört haben.

Tim Cook ist inzwischen nach China aufgebrochen, um am Ort des mutmaßlichen Geschehens nach Antworten zu suchen.

Nun äußert sich mit Rob Joyce ein Kenner, der einigen Einblick besitzen sollte.

NSA-Profi glaubt nicht an China-Verschwörung

Rob Joyce war lange NSA-Advisor und für die Cyber-Strategien des Inlandsnachrichtendienstes zuständig. In dieser Funktion beriet er auch die Cyber-Strategen im Weißen Haus. Auf die China-Affäre um verborgene Chips angesprochen sagte er: „Ich habe ein ganz gutes Verständnis von den Dingen, an denen wir arbeiten und von den Dingen, die uns am meisten besorgen und hier sehe ich gar nichts.“

Und weiter führte Joyce aus, er habe die Leute in allen Bereichen der amerikanischen Tech-Industrie ausflippen und ihren Verstand verlieren sehen, als die Bloomberg-Behauptungen aufkamen. Sie haben überall nachgesehen und absolut nichts gefunden, so der Experte. Dabei war die Motivation von Power-Playern wie Apple oder Amazon zweifellos erheblich, geht es doch um potenziell riesige Image-Schäden und möglichen Klagen in gar nicht absehbarer Höhe.

Dennoch bleiben eine Menge Fragen zu diesem Themenkomplex weiterhin ungelöst.

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Roman van Genabith
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4 Kommentare zu dem Artikel "Chip-Gate: NSA-Experte glaubt nicht an große China-Verschwörung"

  1. Drakenstorm 10. Oktober 2018 um 22:02 Uhr · Antworten
    Watergate wurde von Nixon so lange verleugnet, bis er kein Präsident mehr war. G.W. Bush hat gefährliche Massenvernichtungsmittel im Irak gesehen, bis er seinen Krieg hatte; aber auch danach hat man nie welche gefunden. Politische, militärische und wirtschaftliche Lügen halten sich genauso gut wie religiöse.
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  2. WildWolf 10. Oktober 2018 um 22:25 Uhr · Antworten
    Bin gespannt, mit welchen Informationen Cook zurück kommt.
    iLike 4
  3. fipiblitz 11. Oktober 2018 um 00:41 Uhr · Antworten
    Vermutlich spielen die USA das Thema nur deshalb so massiv runter, da die Spionagechips nicht von China sondern von den US Geheimdiensten platziert wurden.
    iLike 7
  4. Goetz 11. Oktober 2018 um 06:26 Uhr · Antworten
    Spionagechips aus China, – das riecht so sehr nach von der Trump-Administration lancierten Fake-News, um Apple und Co dazu zu bringen in den USA zu produzieren, dass es schon stinkt.
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