Mobiler E-Commerce: Marktführer überzeugen mit innovativen Apps

Onlineshopping boomt und verzeichnet seit Jahren stetig steigende Wachstumsraten. So verzeichneten Versandhändler im Jahr 2015 E-Commerce-Umsätze in Milliardenhöhe. Besonders Modeartikel werden gern und häufig im Netz gekauft. So wurden mit Schuhen und Bekleidung insgesamt 13,3 Milliarden Euro an Einnahmen generiert – das ist doppelt so viel wie mit Elektronik- und Kommunikationsartikeln.

Infografik: Das kaufen die Deutschen im Netz | Statista
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Eine Interessante Entwicklung: Immer weniger Anwender nutzen den heimischen Mac oder PC für den Online-Einkauf, denn mobile Endgeräte laufen den Desktop-PCs den Rang ab. Laut Umfragen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (kurz bevh) verwendeten im Jahr 2011 lediglich 23,4 % der deutschen Anwender ein Smartphone oder Tablet für den Einkauf im Internet – doch nur vier Jahre später sind es bereits 69 % (die Umfrageauswertung ist hier als PDF einsehbar). Viele Nutzer kaufen dabei gar nicht unterwegs ein, sondern bleiben in den eigenen vier Wänden – Couchshopping hat Hochkonjunktur.

Apps mit Zusatzfeatures verlocken zum Mobile Shopping

Neben ihren speziell auf Mobilgeräte ausgerichteten Websites bieten die meisten großen Onlineshops mittlerweile auch eigene Apps an, die teils mit Features aufwarten, die Nutzern einen Mehrwehrt gegenüber den klassischen Websites bieten.

Der Modeversandhandel Zalando zum Beispiel bietet Nutzern eine App, mit der sich per integriertem Barcodescanner überprüfen lässt, ob und zu welchem Preis ein Kleidungsstück über den Webshop des Berliner Unternehmens bezogen werden kann.
Während Features wie die Sendungsverfolgung von Bestellungen, die Warenkorbsynchronisation zwischen Website und App oder Push-Notifikationen für Sonderangebote bei den meisten Shopping-Apps längst Standard sind, überraschen einige Anbieter mit innovativen Zusatzfunktionen. Seit 2014 gibt Zalando seinen Usern die Möglichkeit, in freier Wildbahn erspähte Modeartikel zu fotografieren und mit einer App dann nach vergleichbaren Stücken suchen zu lassen. Da bei der Bilderkennung auch Farben, Muster und kleinere Details berücksichtigt werden, lassen sich aufgrund der Kameraleistung bei neueren Smartphones, beispielsweise dem Iphone 6s, optimale Aufnahmen zum Nachshoppen machen.

Multi-App-Strategien – Apps für jeden Zweck und jede Zielgruppe

Aufgrund solch innovativer Funktionen ist es verwunderlich, dass viele Händler ihre Apps nur zurückhaltend oder gar nicht bewerben. Andere Unternehmen hingegen verfolgen gezielt eine sogenannte Multi-App-Strategie und bewerben zur selben Zeit gleich mehrere ihrer Apps.

Ein Beispiel: Neben den klassischen Einkaufs-Apps für iOS, Android und Windows, das von vielen App-Anbietern aufgrund der geringen Verbreitung im Mobilsektor eher stiefmütterlich behandelt wird, betreibt Zalando noch zahlreiche weitere Apps:

Mit der Zalando Lounge-App hat das hauseigene Markenoutlet beispielsweise eine eigene Anwendung für Smartphones und Tablets spendiert bekommen, das für Berlin und Köln verfügbare ZipCart verspricht Usern die Lieferung des Einkaufs am Tag der Bestellung. Im Mai 2016 übernahm Zalando die App Amaze. Deren Konzept ist es, dass Mode-Blogger aus Artikeln des Zalando-Sortiments Outfits erstellen, die Nutzer dann direkt über die App komplett oder in Teilen bestellen können. Der Zalon Messenger wiederum bietet Nutzern eine individuelle Stilberatung, die im persönlichen Chat mit Stylisten erfolgt. Auch die Fashion-App fleek soll ihren Usern als modische Inspirationsquelle dienen.

Mit diesem Ansatz versuchen Händler, über ihre Apps möglichst viele verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Inwiefern eine solche Strategie Erfolg hat, hängt davon ab, wie die User die Apps annehmen. Obwohl einige Journalisten bereits das baldige Ende des Erfolgskonzepts App herbeischreiben, setzt der E-Commerce-Sektor weiterhin auf das Potenzial der beliebten Anwendungen für Smartphones und Tablets.

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