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SetApp Mobile

15. Januar 2026

Patrick Bergmann

Setapp gibt auf: Alternativer iOS-App-Store verschwindet nach nur neun Monaten

Der alternative App Store von Setapp für iPhones innerhalb der Europäischen Union ist Geschichte – und das erstaunlich schnell. Nur neun Monate nach dem offiziellen Start stellt Setapp den Betrieb wieder ein. Das Angebot soll noch bis zum 16. Februar verfügbar sein, danach ist Schluss.

Keine konkreten Gründe für das Aus

Konkrete Ursachen nennt Setapp nicht. Auch auf Nachfrage bleibt der Anbieter vage und verweist lediglich auf „veränderte und komplexe Rahmenbedingungen“, denen ein solches Angebot unterliege. Zwischen den Zeilen lässt sich jedoch erkennen, dass sich der alternative iOS-App-Store offenbar nicht dauerhaft in ein tragfähiges Geschäftsmodell überführen ließ. Der iPhone-Hersteller hat mit seinen neuen Regelungen ein durchaus komplexes Regelwerk geschaffen. Für Nutzer des iOS-Abos hat die Entscheidung unmittelbare Konsequenzen. Setapp kündigt an, dass sämtliche Mobile-Apps innerhalb eines Monats von der Plattform entfernt werden. Wer entsprechende Anwendungen auf iPhone oder iPad nutzt, sollte daher zeitnah alle Daten sichern. Nach der Einstellung des Dienstes sind die Apps nicht mehr zugänglich. Übrigens, auf dem Mac ist Setapp eine feste und etablierte Größe.

DMA als Grundlage – aber kein Selbstläufer

Während sich Setapp auf dem Mac seit Jahren als gut kuratierte App-Flatrate etabliert hat, blieben die Ambitionen im mobilen Bereich überschaubar erfolgreich. Der alternative App Store für iOS war zwar ein ambitioniertes Projekt, richtete sich letztlich aber nur an einen sehr kleinen Nutzerkreis. Möglich wurde das Angebot überhaupt erst durch den Digital Markets Act (DMA), der ausschließlich in der EU gilt und alternative App Stores auf iOS erlaubt. Andere Anbieter scheinen mit diesen neuen Freiheiten besser zurechtzukommen – zumindest finanziell. Allen voran der Epic Games Store, der dank seiner starken Position im Spielemarkt deutlich robuster aufgestellt ist. Erfolge wie Fornite und die Einnahmen aus der eigenen Unreal Engine verschaffen Epic den finanziellen Spielraum, den Setapp im mobilen Bereich offenbar fehlte.

Hohes Risiko trotz neuer Freiheiten

Setapps Rückzug macht deutlich: Der DMA öffnet zwar Türen, doch hindurchgehen können offenbar nur Anbieter mit langem Atem oder sehr tiefen Taschen. Entsprechend klar verweist Setapp inzwischen auf die Rahmenbedingungen, die Apple für alternative App Stores vorgibt. Apples „sich ständig weiterentwickelnde und komplexe Geschäftsbedingungen“ machten es derzeit unmöglich, das Angebot wirtschaftlich sinnvoll weiterzuführen, heißt es in einer Stellungnahme.

Gleichzeitig spricht Setapp von einem „mutigen, bahnbrechenden Projekt“, mit dem man versucht habe, ein neues App-Ökosystem zu schaffen – zum Vorteil von Entwicklern und Nutzern. Das frühe Aus zeigt jedoch: Rechtliche Möglichkeiten allein reichen nicht aus, um Apples etabliertes App-Store-Modell wirtschaftlich herauszufordern.

 

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