Vor zwei Tagen stellte Apple ein neues Abo namens „Creator Studio“ vor. Dabei bündelt der Konzern Anwendungen wie Final Cut Pro, Logic Pro und Compressor in einem gemeinsamen Paket. Ebenfalls Teil des Angebots ist Pixelmator Pro, das Apple 2024 übernommen hat. Im Zuge der Ankündigung bestätigte Apple zugleich, dass Pixelmator Pro erstmals auch für das iPad erscheint.
Pixelmator Pro kommt auf das iPad
Mit Pixelmator Pro für das iPad bringt Apple seine leistungsstarke Bildbearbeitung erstmals auf das iPad und füllt so eine Lücke. Die App erhält eine komplett neu entwickelte, auf Touch-Bedienung ausgelegte Oberfläche, eine umfassende Unterstützung für den Apple Pencil sowie die Möglichkeit, Projekte nahtlos zwischen iPad und Mac zu bearbeiten. Laut Apple wurde die Anwendung von Grund auf für das aktuelle iPadOS entwickelt und nutzt gezielt die Leistungsfähigkeit der Apple-Chips. Eine vollständige Ebenen-Seitenleiste ermöglicht das Arbeiten mit Bildern, Formen, Texten und auch Videos. Intelligente Auswahlwerkzeuge erleichtern das Freistellen einzelner Bildbereiche, während fortschrittliche Bitmap- und Vektor-Masken präzise Anpassungen erlauben. Apple verspricht dabei ein Desktop-ähnliches Arbeiten – nur eben mobil.
KI-Funktionen und Apple-Pencil-Integration
Pixelmator Pro für das iPad setzt stark auf KI-gestützte Funktionen. Dazu gehören unter anderem Super Resolution zum intelligenten Hochskalieren von Fotos, Auflösen zum Entfernen von Kompressionsartefakten sowie automatische Kompositionsvorschläge durch ein intelligentes Zuschneiden. Die vollständige Integration des Apple Pencil richtet sich vor allem an Kreative. Druckempfindliche Pinsel, die Schwebefunktion, Doppeltipp-Gesten und hohe Präzision sollen ein besonders natürliches Zeichen- und Malgefühl ermöglichen.
Verfügbarkeit und Preise
Pixelmator Pro für das iPad ist ab dem 28. Januar verfügbar. Entgegen ersten Annahmen bietet Apple zwei Nutzungsmodelle an:
- Zugriff über ein Apple Creator Studio-Abonnement
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Einmalkauf für 59,99 Euro
Eine Einschränkung gibt es allerdings: Ein neues, leistungsstarkes Verkrümmungswerkzeug bleibt exklusiv Abonnenten des Apple Creator Studio vorbehalten. Damit lassen sich Ebenen frei drehen und formen, ergänzt durch eine Sammlung verkrümmungsbasierter Produktmodelle. Dieses Feature steht sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad nur im Abo zur Verfügung. Unklar bleibt bislang, wie Apple mit bestehenden Käufern von Pixelmator Pro verfährt.
Pixelmator Classic wird eingestellt
Parallel zur Einführung von Pixelmator Pro auf dem iPad stellt Apple die Weiterentwicklung von Pixelmator Classic ein. Die ältere iOS-App erhält keine neuen Funktionen mehr und gilt damit faktisch als Auslaufmodell. Zwar bleibt sie vorerst nutzbar, perspektivisch dürfte sie jedoch vollständig ersetzt werden. Für langjährige Nutzer ist das ein Einschnitt: Pixelmator Classic war als günstiger Einmalkauf erhältlich und bot grundlegende Werkzeuge für Bildbearbeitung. Mit Pixelmator Pro setzt Apple nun klar auf ein deutlich umfangreicheres, professionell ausgerichtetes Werkzeug – mit höherem Einstiegspreis und stärkerem Fokus auf Abonnements.
Nahe am Mac – mit klaren Grenzen
Inhaltlich orientiert sich Pixelmator Pro auf dem iPad stark an der Mac-Version. Unterstützt werden Ebenen, Masken, Vektorelemente sowie zahlreiche Dateiformate inklusive RAW. Projekte lassen sich zwischen iPad und Mac synchronisieren, sofern beide Geräte mit derselben Apple-ID genutzt werden.Der vollständige Funktionsumfang – insbesondere neue Profi-Werkzeuge – ist jedoch teilweise an das Apple Creator Studio gebunden. Apple positioniert Pixelmator Pro damit klar als Teil eines größeren Kreativ-Ökosystems und weniger als isolierte Einzel-App. Klar ist auch, dass mittelfristig interessante neue Funktionen nur noch über über das Abo-Modell verfügbar sein werden.

